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Technische Universität Berlin, 09.04.08

Zoo und Hauptbahnhof profitieren

Studierendenprojekt liefert spannende Ergebnisse zu den Folgen der Verlagerung des Fernverkehrs

Heute haben Studierende des Institutes für Stadt- und Regionalplanung (ISR) der TU Berlin die Ergebnisse ihres jetzt abgeschlossenen einjährigen Studienprojektes "Stadt und Bahnhof" vorgestellt. Sie untersuchten, welche Auswirkungen die Verlagerung des Fernverkehrs vom Bahnhof Zoologischer Garten an den Hauptbahnhof hat.

"Bahnhofsneubauten haben weitreichende Folgen für die Stadt. Die Ankündigung der Deutschen Bahn AG, am Bahnhof Zoologischer Garten keine Fernzüge mehr halten zu lassen, hat eine Menge Ängste ausgelöst", sagte Prof. Dr. Dietrich Henckel vom ISR. Ziel des Projektes der Studierenden im Hauptstudium sei es gewesen, die Folgen der Verlagerung des Fernverkehrs empirisch zu untersuchen. Die Studierenden analysierten die Situation der beiden Bahnhöfe für die vier großen Themenbereiche Verkehr, Immobilen, Einzelhandel und Bahnhof als sozialer Ort.

Wie im Vorfeld erwartet, nahm die Zahl der Fahrgäste am Bahnhof Zoologischer Garten zwar ab, als wichtiger Regionalbahnhof und bedeutender ÖPNV-Knotenpunkt verlor er jedoch kaum an Bedeutung. Die Studierenden resümieren vielmehr, dass die Fernverkehrsfunktion des Bahnhofes Zoologischer Garten überbewertet wurde und eher eine zusätzliche Belastung für die verkehrliche und bauliche Substanz der Station war.
Auch die Vermutung, in der City-West würden die Preise für Immobilien fallen und kaum mehr Investitionen getätigt werden, widerlegen die Studierenden. Tatsächlich sei die Nachfrage ungebrochen und der Standort auch künftig interessant für nationale wie internationale Investoren. Für den Einzelhandel im Bahnhofsgebäude sei kein relevanter Rückgang der Nachfrage nachweisbar. Die Einzelhändler haben nach den Beobachtungen der Studierenden ihr Angebot den Bedürfnissen von Berufspendlern angepasst. Das weitere Umfeld des Bahnhofes spürt - auch wegen der überregionalen Bekanntheit des Kurfürstendammes - keine negativen Auswirkungen der Fernverkehrsverlagerung.

Für den Hauptbahnhof hatten die Studierenden zurückhaltende Erwartungen. Doch obwohl es länger dauern wird das Umfeld des Hauptbahnhofes städtebaulich zu entwickeln, sei der Hauptbahnhof schon seit seiner Eröff-nung vor zwei Jahren ein Anziehungspunkt, der auch als Impulsgeber für die Umgebung fungiert. Die Station müsse aber besser an den ÖPNV angebunden werden - Planungen bestehen bereits.

Letztendlich sind die Auswirkungen der Verlagerung des Fernverkehrs an den Hauptbahnhof für beide Stationen positiv: In naher Zukunft werden an beiden Standorten große Investitionen erwartet. Grundsätzlich, so berichten die Studierenden, würden künftig ohne zusätzliche Funktionen (wie etwa Einzelhandelsflächen) keine Bahnhofsumbauten finanziert. Ein Bahnhof ist nicht länger nur Verkehrsknotenpunkt - er muss auch wirtschaftlich vermarktbar sein.

Die Studierenden empfehlen, das Image des Bahnhofes Zoologischer Garten aufzuwerten. Für den Hauptbahnhof müsse seine Bedeutung als Kreuzungsbahnhof stärker herausgearbeitet werden. Die vorhandenen Sichtachsen zum architektonisch bemerkenswerten Hauptbahnhof sollten erhalten und eine direkte und schnelle Anbindung an den künftigen Großflughafen BBI realisiert werden.

Die Studierenden recherchierten in Zeitungsarchiven, waren häufig in den Bahnhöfen unterwegs und führten 25 Expertengespräche (auch in Wien, Stuttgart und Leipzig). Ein Fragebogen zur Nutzung der Bahnhöfe brachte 549 auswertbare Rückläufe. Der ausführliche Bericht der Studierenden steht unter www.stadtundbahnhof.de/ als .pdf zum Download bereit.
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Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Dietrich Henckel, Institut für Stadt- und Regionalplanung, Tel.: 030/314-28090, Fax: -28150, E-Mail: d.henckel@isr.tu-berlin.de

Weitere Informationen:


Dr. Kristina R. Zerges, Technische Universität Berlin
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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