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Justus-Liebig-Universität Gießen, 01.10.05

Start für zweite Projektphase des DFG-Projekts "Mobilzeit"

Das DFG-Projekt "Mobilzeit", das sich mit den Einflussfaktoren der Verringerung der Wochenarbeitszeit im Rahmen des Teilzeit- und Befristungsgesetzes beschäftigt, hat im Sommer seine zweite Projektphase begonnen. Geleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Peter Schmidt, Institut für Politikwissenschaft an der Universität Gießen, und Prof. Dr. Udo Kelle, Institut für Soziologie der Universität Marburg. Das Projekt besteht bereits seit dem Jahr 2002. Die Fördermittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft betragen ¤14.100 und die Finanzierung von vier halben Stellen für Wissenschaftliche Mitarbeiter. Nähere Informationen finden sich unter http://www.mobilzeit.com

In der ersten Phase wurde eine große Bevölkerungsstudie mit 1677 Personen durchgeführt sowie qualitative Interviews mit erwerbstätigen Personen aus der Bevölkerungsstudie und mit Expertinnen und Experten im Bereich Arbeitszeit, wie beispielsweise mit Vertreterinnen und Vertretern von Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und Arbeitsgerichten.

Wie die bisherigen Ergebnisse zeigen, überschreitet die mittlere Wochenarbeitszeit der Befragten deutlich die gewünschte Wochenarbeitszeit. Dieser Trend zeigt sich v.a. bei Personen mit hohen Wochenarbeitszeiten, während solche mit niedrigen Wochenarbeitszeiten in der Regel länger arbeiten möchten. Insgesamt weisen die Ergebnisse deutlich darauf hin, dass die gegenwärtigen "Normalarbeitszeiten" den Wünschen der Bevölkerung nicht gerecht werden. Bezüglich der Einflussfaktoren einer beabsichtigten Arbeitszeitverringerung zeigte sich, dass sowohl die subjektive Attraktivität einer Verringerung als auch die Meinungen der privaten (Partner/in und Kinder) aber auch beruflichen Bezugspersonen (Kolleg/innen, Vorgesetzte) von ausschlaggebender Bedeutung sind. Antizipierte Hindernisse oder Schwierigkeiten spielten dagegen nur eine sehr geringe Rolle. Eine Wiederholungsstudie im Jahre 2003 allerdings ergab, dass nur eine geringe Anzahl von Personen (ca. 28%) ihre Absicht in die Tat umgesetzt haben. Daher besteht eines der wesentlichen Ziele für die zweite Projektphase darin herauszufinden, was die Gründe für dieses "Versanden" der Verringerungsabsicht sind.

Ein weiteres Ziel des Projekts ist die Integration quantitativer und qualitativer Methoden der empirischen Sozialforschung. In der ersten Projektphase bestand diese Integration u.a. in einer gegenseitigen Validierung von Daten, Methoden und Ergebnissen aus der quantitativen und qualitativen Studie. Erreicht wurde dabei eine Konvergenz von quantitativen und qualitativen Ergebnissen. Hiermit wird jedoch nur ein Teil der Möglichkeiten ausgeschöpft, die eine Kombination unterschiedlicher Methoden bieten kann. Die Erprobung weiterer Möglichkeiten ist daher ein Ziel der nächsten Projektphase.

Kontakt:

Prof. Dr. Peter Schmidt
Institut für Politikwissenschaft
Karl-Glöckner-Straße 21, Haus E
35394 Gießen
Tel.: 0641/99-23050
e-mail: peter.schmidt@sowi.uni-giessen.de

Weitere Informationen:


Christel Lauterbach, Justus-Liebig-Universität Gießen
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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