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Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der..., 12.11.04

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Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der..., 12.11.04

IAB-Arbeitsmarktprojektion 2005: Trotz steigender Erwerbstätigkeit weniger Vollzeitbeschäftigte

Nach mehreren Jahren wirtschaftlicher Stagnation mehren sich in Deutschland die Zeichen für eine konjunkturelle Erholung. Die positive Entwicklung des Außenhandels dürfte allmählich die binnenwirtschaftliche Nachfrage mitziehen. Daraus würde sich eine stabile, wenn auch nur mäßig positive Wirtschaftsentwicklung ergeben. Relativ niedrige Zinsen und moderate Preissteigerungen begünstigen dies. Risikofaktoren sind jedoch vor allem der hohe Ölpreis sowie eine weitere Abwertung des US-Dollars, die den Export der deutschen Unternehmen beeinträchtigen würde.
Das Tempo der wirtschaftlichen Aufwärtsbewegung wird derzeit allerdings sehr unterschiedlich eingeschätzt. Auch deshalb liegen der Arbeitsmarktprojektion 2005 alternative Raten für das reale wirtschaftliche Wachstum zugrunde: 1 ¼ Prozent, 1 ¾ Prozent und 2 ¼ Prozent. Damit trägt das IAB den ausgeprägten konjunkturellen Unsicherheiten Rechnung, die sich in abweichenden Einschätzungen der Wirtschaftsforschungsinstitute widerspiegeln.
Das IAB geht für das Jahr 2005 in seiner mittleren Projektionsvariante von einem realen Wirtschaftswachstum von knapp 1 ¾ Prozent aus. Diese Rate liegt zwischen bisher vorliegenden Prognosen verschiedener Wirtschaftsforschungsinstitute und anderer Institutionen.
Die Erwerbstätigkeit würde dann um 0,3 Prozent oder 120.000 Personen im Jahresdurchschnitt steigen. Die Zahl der Selbständigen und Mithelfenden, der geringfügig Beschäftigten und der "normalen" Teilzeitbeschäftigten nimmt weiter zu; die der Vollzeitbeschäftigten dagegen schrumpft erneut. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen - die Summe aller Arbeitsstunden - steigt nur um 0,1 Prozent. Die Arbeitslosenzahl schätzt das IAB für das Jahr 2005 auf durchschnittlich 4,37 Mio. Personen. Das wäre ein Rückgang gegenüber 2004 um 15.000 Personen.
Wegen der Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe werden aber ab Anfang 2005 beträchtlich mehr Arbeitslosmeldungen eingehen als sonst. Abmeldungen sowie Vermittlungen in soziale Zusatzjobs und die Aktivierung von Arbeitslosen würden den Bestand jedoch allmählich wieder senken. Aufs ganze Jahr gesehen dürfte die Arbeitslosenzahl um rund 50.000 höher ausfallen als unter Status-quo-Bedingungen, also ohne SGB II-Effekte.
Der IAB-Kurzbericht "Entwicklung des Arbeitsmarktes im Jahr 2005" kann kostenlos unter der Internetadresse http://doku.iab.de/kurzber/2004/kb1704.pdf abgerufen werden.


Wolfgang Braun, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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