Hilfe: Sie befinden sich auf...

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DIW..., 13.05.04

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DIW..., 13.05.04

Hohes privates Engagement bei der Betreuung von Pflegebedürftigen

Nach den Ergebnissen des vom DIW Berlin in Zusammenarbeit mit Infratest Sozialforschung erhobenen Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) beteiligten sich im Jahre 2003 rund 5 % aller erwachsenen Männer und knapp 8 % aller Frauen an der Versorgung Pflegebedürftiger, so der aktuelle Wochenbericht des DIW Berlin 20/2004. Der zeitliche Umfang an einem durchschnittlichen Wochentag beträgt bei pflegenden Männern 2,5 Stunden und bei Frauen rund 3 Stunden.

Männer pflegen damit zwar weniger häufig und in geringerem Umfang, beteiligen sich aber zu einem nicht unerheblichen Anteil ebenfalls aktiv an der Betreuung Hilfe- und Pflegebedürftiger. Schätzungen des DIW Berlin gehen von einem Anstieg der Pflegebedürftigen um rund 1 Million bis zum Jahre 2020 aus. Bereits heute ist die soziale Pflegeversicherung finanziell stark belastet. Seit Einführung der Pflegeversicherung ist ein Trend zur stationären Pflege zu beobachten. Während 1996 erst 25 % aller Pflegebedürftigen in Heimen versorgt wurden, waren es 2001 bereits annähernd 30 %. Von der Kommission zur Nachhaltigkeit in der Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme (Rürup-Kommission) wurden Wege aufgezeigt, wie durch eine finanzielle Gleichstellung der ambulanten und stationären Pflegeleistungen künftig der Vorrang der häuslichen Pflege sichergestellt werden kann. Soll das politische Ziel einer angemessenen Absicherung des Lebensrisikos der Pflegebedürftigkeit für alle Bürgerinnen und Bürger erreicht werden, sollte auch die materielle Sicherung sowie die gesellschaftliche Anerkennung der helfenden Familienangehörigen und privaten Helfer in den Vordergrund gerückt werden. Demographisch gesehen sind zumindest für die nähere Zukunft die Voraussetzungen nicht ungünstig, um der Präferenz zur häuslichen Pflege auch zu entsprechen. So ist in den nächsten fünf bis zehn Jahren zu erwarten, dass der Anteil der Partnerlosen unter den Pflegebedürftigen eher weiter zurückgeht - zumindest wird sich der kriegsbedingte Frauenüberschuss weiter verringern. Auch die durchschnittliche Zahl der Kinder im Erwachsenenalter wird zunächst nicht rückläufig sein, so dass sich in dieser Hinsicht die Situation eher entspannen wird. Eine Rückverlagerung der Lasten sozialstaatlicher Versorgung Älterer in die Familien dürfte jedoch die Frauen in besonderer Weise treffen: Grund dafür ist einerseits ihre stärkere Beteiligung an der Pflege; andererseits würde eine solche Entwicklung auch den Trend zur steigenden Erwerbsbeteiligung der Frauen und der vielfach geforderten höheren Flexibilität und Mobilität zuwiderlaufen.

Eine stärkere professionelle Ergänzung privater Pflegearrangements scheint vor diesem Hintergrund unverzichtbar. In derartigen hauswirtschaftlichen Dienstleistungstätigkeiten liegen noch unausgeschöpfte Beschäftigungspotentiale. Daneben gilt es, unter Männern und Frauen das große 'Sozialkapital' zu stützen und die Alltagssolidarität zu fördern.

Weitere Informationen:


Renate Bogdanovic, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DIW Berlin
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Deutsche Werften profitieren nur bedingt vom Schiffbauboom 
 Jahresarbeitszeiten im internationalen Vergleich