Hilfe: Sie befinden sich auf...

Bertelsmann Stiftung, 21.04.04

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Bertelsmann Stiftung, 21.04.04

Gesundheitspolitik in Betrieben muss Chefsache werden

Expertenkommission von Bertelsmann Stiftung und Hans-Böckler-Stiftung legt Abschlussbericht vor

Berlin/Gütersloh/Düsseldorf, 21. April 2004. In Deutschland wird viel investiert, um gesund­heitliche Schäden zu beseitigen und auszugleichen - aber zu wenig, um Krankheiten von Be­schäftigten in Betrieben vorzubeugen. Diesen Missstand kritisiert die von der Bertelsmann Stiftung und der Hans-Böckler-Stiftung gebildete Expertenkommission "Betriebliche Ge­sundheitspolitik" in ihrem Abschlussbericht. Unternehmen, Verwaltungen und Dienstleis­tungsorganisationen sollten mehr Verantwortung für die Gesundheit ihrer Beschäftigten über­nehmen und selbst eine aktive Gesundheitspolitik betreiben, so die Experten. In der Kommis­sion arbeiten seit 2001 Fachleute aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften, Berufs­verbänden, Gesundheitsinstitutionen und Berufsgenossenschaften zusammen.


Berechnungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz sowie Angaben der gesetzlichen Kranken­kassen machen das Ungleichgewicht deutlich: 2001 gaben die Krankenkassen pro Mitglied rund 2.600 Euro für Krankenbehandlung aus, aber nur etwas weniger als zwei Euro für gesundheitserhaltende Maßnahmen. Allein im Jahr 2002 verursachte Arbeitsunfähigkeit einen Produktionsausfall von etwa 44 Milliarden Euro. Zwei Jahre zuvor waren es noch 37 Milliarden Euro. Krankheiten des Skeletts und der Muskeln waren mit 27 Prozent die häufigste Ur­sache für Arbeitsunfähigkeit. 17 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage gingen auf Verletzungen zurück, 16 Prozent auf Krankheiten der Atmungsorgane.

"Unsere Wirtschaft kann nur durch innovative Produkte, durch Wissen und Kompetenz inter­national wettbewerbsfähig bleiben. Dafür brauchen unsere Betriebe gesunde, gut qualifizierte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gesunde Arbeitsplätze und leistungsfähige und engagierte Beschäftigte sind deshalb für jedes Unternehmen ein entscheidender Schlüssel zum Erfolg und eine wichtige Voraussetzung, um Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen", sagte der Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, Wolfgang Clement, anlässlich der Vorstellung der Kommissions-Empfehlungen.

"Die entstehenden Kosten drohen auf Dauer die sozialen Sicherungssysteme zu überfrachten und die Lohnkosten weiter ansteigen zu lassen", warnte der Vorsitzende der Expertenkommission Hermann Rappe. Gesundheitsförderung sei aber nicht nur Sache des Staates sondern auch der Betriebe. Dort müsse sie oberste Priorität haben. Sie müsse zur Führungsaufgabe werden, systematisch geplant sein und das Wissen über neue Krankheitsbilder und -ursachen berücksichtigen. Eine besondere Rolle sollten auch die Qualität der Menschenführung, die Unternehmenskultur und die zwischenmenschlichen Beziehungen spielen.

Gesundheitliche Aspekte hätten in der Betriebs- und Tarifpolitik jahrelang kaum eine Rolle gespielt. Das sei auch betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll. "Investitionen in Mitarbeiter stei­gern den Unternehmenswert", betonte der wissenschaftliche Leiter der Studie Bernhard Ba­dura, Universität Bielefeld. Mitarbeiter sollten nicht als "Kostenfaktoren" bewertet werden sondern als Ressourcen, die wirtschaftlichen Erfolg ermöglichen. "Gesunde Organisationen fördern beides: Wohlbefinden und Produktivität ihrer Mitglieder", sagte Badura. Politik und Verbände müssten dies unterstützen.

In Zusammenhang mit dem Bericht der Expertenkommission haben sich die Bundesvereini­gung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) auf eine gemeinsame Empfehlung geeinigt. Sie thematisiert den integrierten Arbeits­schutz, praxisgerechte Instrumente und Beratung, gemeinsame Initiativen, den Dialog mit überbetrieblichen Akteuren und den Ausbau der Prävention. Betriebliche Gesundheitsförde­rung wird als zukunftsfähiges strategisches Thema der Sozialpartner einen prioritären Stel­lenwert bekommen.

Rückfragen an: Erika Mezger, Hans-Böckler-Stiftung, Telefon: 0 211 / 777 81 08

Detlef Hollmann, Bertelsmann Stiftung, Telefon: 0 52 41 / 80-89 831

Die Empfehlungen der Expertenkommission finden Sie als Download unter www.bertelsmann-stiftung.de und www.boeckler.de

Weitere Informationen:


Julia Schormann, Bertelsmann Stiftung
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Erfolgreiche Integration ist kein Zufall 
 Mit dem Alter in die Dienstleistungsgesellschaft?