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Fachhochschule Lübeck, 23.04.07

FH Lübeck gewinnt Wettbewerb des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft

Lübecker Kunststoffkompetenzzentrum (KuK) ist Vorzeigemodell. Die Fachhochschule Lübeck ist mit ihrem Projekt "Das Kunststoffkompetenzzentrum in der Hochschulstrategie der Fachhochschule Lübeck" erfolgreich und gehört somit zu den fünf besten Hochschulen auf dem Gebiet des Wissenstransfers.

Am 18.4.2007 fand in Berlin das Finale im Wettbewerb "Austauschprozesse" zwischen Hochschulen und Unternehmen" des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft statt. Zehn Hochschulen von ursprünglich 85 Bewerbern hatten sich für dieses Finale qualifiziert, um einen der fünf gleichwertigen Preise, die mit 250.000 Euro dotiert waren, zu erringen.
Die beiden Lübecker Hochschulen Fachhochschule und Universität Lübeck konnten sich unter den letzten fünf Verbliebenen etablieren. Sie haben sich mit jeweils eigenen Beiträgen in der entscheidenden zweiten Runde in Berlin gegen die anderen Mitbewerber durchsetzen können.


Das Projekt "Das Kunststoffkompetenzzentrum in der Hochschulstrategie der Fachhochschule Lübeck", mit dem die Fachhochschule Lübeck erfolgreich ist, lässt sich wie folgt darstellen:

Das Credo der Hochschule lautet: Innovative Qualifizierung und angewandte Forschung für die Wirtschaft.
Angewandte wirtschaftsnahe Forschung steht für die Fachhochschule Lübeck gleichwertig neben einer exzellenten Lehre. Daraus ergibt sich für die Hochschule die Verpflichtung, Zentralstrukturen zu schaffen, um die angewandte Forschung überhaupt erst zu ermöglichen. Diese zentralen Strukturen hat die Fachhochschule Lübeck bereits vor zehn Jahren gelegt und ist damit in der angewandten Forschung äußerst erfolgreich. In der Drittmitteleinwerbung und in der angewandten Forschung nimmt sie seit vielen Jahren Spitzenplätze im Bundesvergleich ein. Durch diese Spitzenplätze bekommt die Fachhochschule Lübeck aus der Kennzahlen gesteuerten Hochschulfinanzierung des Landes Schleswig-Holstein mehr zusätzliche Mittel als alle anderen Hochschulen des Landes.

Auf diesen Erfolgen aufbauend, hat die Fachhochschule Lübeck eine Hochschulstrategie für die angewandte Forschung entwickelt, in der eine Profilierung auf acht Kompetenzfeldern erfolgt. Diese Kompetenzfelder sind einerseits an den Bedürfnissen der regionalen und überregionalen Wirtschaft orientiert und andererseits an den Kompetenzen an der Fachhochschule Lübeck. Pilotfunktion hat hierbei das Kompetenzzentrum Kunststofftechnik, das von Professor Dr. Olaf Jacobs geleitet wird.

Die Kompetenzzentren im Fachhochschulmodell verstehen sich als Innovationsdienstleister für die Wirtschaft. Sie können - zu marktüblichen Preisen - regionale Unternehmen bei den verschiedensten Aufgaben punktuell unterstützen. Dies ist insbesondere deshalb von Bedeutung, weil viele kleine und mittlere Unternehmen oft nicht die Möglichkeit haben, von der Projektidee über Grundlagenentwicklung, Entwicklung von Prototypen bis zur Serienfertigung alle Kompetenzen mit eigenem Personal abzudecken. Einzelne Aufgaben können von den Kompetenzzentren an der Fachhochschule Lübeck übernommen werden, wodurch die regionale Wirtschaft zum Einen gestärkt wird und zum Anderen sehr viel flexibler reagieren kann.

Kompetenzzentren an der Fachhochschule Lübeck gibt es auf den folgenden Gebieten: Kunststofftechnik, Wasserstofftechnologien, Gesundheitswirtschaft, Logistik und Businessservice, Technische Biochemie und Lebensmitteltechnik, Biomedizintechnik, Industrial IT, Innovationszentrum Bauen.

Die Strategie der Fachhochschule Lübeck sieht vor, diese acht Kompetenzzentren, die teilweise aus öffentlichen Mitteln gefördert sind, mittelfristig als dauerhafte Institute an der Fachhochschule zu etablieren. Anders als bekannte Institutsstrukturen sollen diese Institute sich jedoch durch ihre Arbeit selbst finanzieren. Wesentlich ist, dass die Kompetenzzentren und späteren Institute auf den Gebieten forschen und entwickeln, die von der regionalen und überregionalen Wirtschaft tatsächlich abgefordert werden. Hierdurch können sich die Institute dauerhaft selber finanzieren und eine entsprechende Personalstruktur aufbauen.
Im Gegensatz zu traditionellen Universitätsinstituten werden diese also nicht unabhängig von ihren Leistungen dauerhaft öffentlich finanziert, sondern existieren nur dann dauerhaft, wenn sie marktgerecht arbeiten und die Anforderung der regionalen Wirtschaft auch erfüllen. Hierzu ist es aber notwendig, dass in der Personalstruktur dieser Institute auch Vertriebs- und Produktmanager eingebunden sind - ein ganz wesentlicher Faktor, um den Kontakt zu den Bedarfen der regionalen Industrie herzustellen.

Die endgültige Preisverleihung durch Bundesministerin Frau Schavan wird am 10. Mai 2007 im Daimler-Benz Museum in Stuttgart stattfinden.

Das Preisgeld in Höhe 250.000 Euro wird an der Fachhochschule Lübeck je zur Hälfte für die Stärkung der Beratungskompetenz des Kunststoffkompetenzzentrums sowie für die Stärkung des Produkt- und Betriebsmanagements in der Forschungsstruktur der Fachhochschule Lübeck eingesetzt werden.

Weitere Informationen:


Frank Mindt, Fachhochschule Lübeck
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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