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Fachhochschule Aalen, 08.02.05

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Fachhochschule Aalen, 08.02.05

FH Aalen: Nachfolgeregelung in kleinen und mittleren Unternehmen

Nachfolgeregelung in KMUs weitgehend ungeklärt.

Prof. Dr. Anna Nagl

Einen gravierenden Einschnitt in der Firmengeschichte markiert der Zeitraum der Unternehmensübergabe. Doch erschreckend wenige mittelständische Unternehmen sind auf diese kritische Phase vorbereitet. Das ergab eine Untersuchung, die Prof. Dr. Anna Nagl vom Studiengang Augenoptik der Hochschule Aalen gemeinsam mit der IHK München und Oberbayern vornahm.

Eine der Ursachen für die ungeklärte Unternehmensnachfolge ist die junge Generation: Entweder es sind erst gar keine Kinder vorhanden oder wenn sie doch vorhanden sind, dann haben sie mehrheitlich kein Interesse daran, den elterlichen Betrieb zu übernehmen. Das mangelnde Interesse der jungen Generation ist einerseits darin begründet, dass sie nicht bereit ist, im gleichen Maße wie ihre Eltern Zeit, Energie und Nerven in die Unternehmensführung einzubringen, andererseits darin, dass sie die Zukunft des elterlichen Unternehmens nicht positiv einschätzt. Nur ein geringer Prozentsatz der befragten Geschäftsführer in Oberbayern hält die eigenen Kinder im vorhinein für ungeeignet, das Unternehmen zu übernehmen.

Doch über die Hälfte von ihnen hat die Unternehmensnachfolge noch nicht geklärt. Für sie ist nach eigenen Angaben das Thema noch nicht aktuell. "Mit anderen Worten: Die Hälfte der Unternehmer zwischen 55 und 65 Jahren denkt noch nicht ans Aufhören", erklärt Prof. Dr. Nagl. Sie sieht dieses Ergebnis sehr kritisch: "Validierten Erfahrungswerten zufolge dauert es mindestens 5 Jahre, bis ein Nachfolger das Unternehmen tatsächlich übernimmt." Dadurch wachse der Zeitdruck für die über 60jährigen, eine Nachfolgeregelung zu finden. Ganz zu schweigen davon, dass für den Notfall eines unerwarteten Todes des Geschäftsführers in keinster Weise vorgesorgt ist.

Die eine Generation ziert sich, die andere denkt nicht ans Aufhören. Womöglich hängt beides irgendwie zusammen. Abschreckend für die junge Generation könnte wirken, dass über die Hälfte der alten Generation für die Übergabe des Unternehmens eine Tandemlösung von altem und neuem Geschäftsführer favorisiert. Nur jeder Fünfte der Befragten will sich nach der Übergabe aus dem Unternehmen ganz zurückziehen. "Im Ergebnis weiß ein Viertel der kleinen und mittleren Unternehmen noch nicht, wie es mit dem Unternehmen weitergehen wird. Ein Großteil der Unternehmer rechnet sogar mit der Schließung des Unternehmens", resümiert Prof. Dr. Nagl.

Die Vollerhebung bei oberbayerischen KMUs, deren Inhaber, Komplementäre oder Geschäftsführende Gesellschafter zwischen 55 und 65 Jahre alt sind, ist repräsentativ für die gesamte Bundesrepublik. Den Rückschluss der Repräsentativität erlauben die Ergebnisse aus dem Rücklauf einer deutschlandweiten Kontrollgruppe.


Dr. Marc Dressler, Fachhochschule Aalen
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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