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Institut Arbeit und Technik, 01.12.06

Bericht aus der Zukunft

Nur "radikale Innovation" führt die Ruhrwirtschaft an die internationale Spitze - "Bericht aus der Zukunft des Ruhrgebiets - Das Jahr 2031" zum 25-jährigen Bestehen von pro Ruhrgebiet - eine Zukunftsvision von IAT-Präsident Prof. Dr. Fanz Lehner

"Made in Ruhr" könnte in 25 Jahren das Markenzeichen für Güter und Dienstleistungen aus dem Ruhrgebiet in der internationalen Spitzenklasse sein. Geht es jedoch "weiter wie bisher", wird die Region auch dann, wenn sie ihre gegenwärtigen Stärken hält, international deutlich zurück fallen. Setzen die Ruhrkonzerne dagegen nur auf "Internationalisierung", drohen starke Kompetenzen vor Ort ungenutzt zu bleiben. Allein "radikale Innovation" kann helfen, Leitmärkte für Exportschlager "made in Ruhr" zu entwickeln. Mit dieser Zukunftsvision setzt sich Prof. Dr. Franz Lehner, Präsident des Instituts Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen), in seinem Beitrag zum 25-jährigen Vereinsjubiläum von pro Ruhrgebiet auseinander. Unter dem Titel "Bericht aus der Zukunft des Ruhrgebiets. Das Jahr 2031" haben zu dem heute (Freitag, 1. Dezember 2006) in Essen vorgestellten Buch mehr als 40 Autoren - Schriftsteller, Journalisten, Künstler, Wissenschaftler, Unternehmer und Politiker - ihre Visionen und Gedanken für die nächsten 25 Jahre beigetragen.


Am Beispiel der Energiewirtschaft zeigt Prof. Franz Lehner anhand dreier Szenarien auf, wie sich ein - heute noch? - starkes Kompetenzfeld entwickeln kann. Im Szenario "Weiter so" bleiben die Energiekonzerne des Reviers wirtschaftlich starke und technisch moderne Unternehmen, die sich allerdings im internationalen Maßstab von anderen nicht durch technologische Vorsprünge oder Innovationen abheben. Andere Regionen überholen - und wahrscheinlich wird Energie im Jahr 2031 dann kein starkes Kompetenzfeld des Ruhrgebiets mehr sein, das Wachstum und Beschäftigung trägt. Noch ungünstiger würde sich der Energiebereich im Ruhrgebiet beim Szenario "Internationalisierung" entwickeln: Wenn die Energiekonzerne verstärkt in das internationale Geschäft investieren und sich als Global Players versuchen, werden sie weniger als bisher die Entwicklung im Ruhrgebiet vorantreiben, weil sie ihre Kräfte stärker woanders einsetzen.

Bleibt das Szenario "radikale Innovation": die Energiekonzerne führen neue Technologien frühzeitig ein und schaffen einen Leitmarkt für Energietechnologie. Sie bauen ihr Geschäft entlang der Wertschöpfungskette aus und bieten ihren gewerblichen und privaten Kunden ein umfassendes Angebot von Dienstleistungen für eine ökonomisch und ökologisch effiziente Energieversorgung, das auch Beratung, Planung und informationstechnisch gestütztes Energiemanagement bietet. "Wird dieser Weg eingeschlagen, werden Energiewirtschaft und Energieforschung im Ruhrgebiet im Jahr 2031 zur internationalen Spitze gehören", so Prof. Franz Lehner.

Auch von der Immobilienwirtschaft ist "radikale Innovation" gefordert, wenn sie dazu beitragen soll, die rückläufige demografische Entwicklung im Ruhrgebiet umzukehren und attraktive Bedingungen für Familien zu schaffen. Sie muss mehr bieten als bloß Gebäude - sie muss qualitativ hochwertige und technologisch moderne Gebäude in einem interessanten Umfeld zusammen mit einem innovativen Dienstleistungs-Paket anbieten, das Angebote von der Kinderbetreuung über Freizeit, Wellness und Gesundheit bis zum Reinigungsservice bündeln kann.

Mit Strategien eines "problemlösenden Wachstums" wären auch die Verkehrs- und Umweltprobleme der Region innovativ lösbar. Weitere Bereiche für "radikale Innovation" sieht Lehner in der Gesundheits- und der Seniorenwirtschaft, aber auch bei den "alten" Industrien, in den das Ruhrgebiet seine traditionellen Stärken hatte. "Was immer im Jahre 2031als made in Ruhr internationale Spitzenklasse sein könnte, muss vor allem eines sein: ein Markenzeichen einer attraktiven Metropole, die weit ausstrahlt".

Für weitere Fragen steht Ihnen zur Verfügung:
Prof. Dr. Franz Lehner
Durchwahl:0209/1707-113
E-Mail: lehner@iatge.de

Pressereferentin
Claudia Braczko
Munscheidstr. 14
45886 Gelsenkirchen
Tel: +49-209/1707-176
Fax: +49-209/1707-110
E-Mail: braczko@iatge.de
info@iatge.de
WWW: http://www.iatge.de


Claudia Braczko, Institut Arbeit und Technik
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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