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Hochschule Ulm, 29.06.01

VdFF zeichnet herausragende Diplomarbeiten aus

Auf seiner diesjährigen Jahresversammlung hat der Verein der Freunde und Förderer der Fachhochschule Ulm (VdFF) an drei Absolventen der Hochschule Preise für technisch-wissenschaftliche Leistungen verliehen.

Den Innovationspreis für technisch-wissenschaftliche Leistungen in Höhe von 3000 Mark teilen sich Dipl.-Ing. (FH) Detlef Sanchen, Fachbereich Feinwerktechnik/Studiengang Mechatronik, und Dipl.-Ing. (FH) Robert Winghart, Fachbereich Maschinenbau/Studiengang Maschinenbau. Sanchen erhielt die Auszeichnung für den Aufbau einer anspruchsvollen digitalen Echtzeit-Datenerfassung bei Rasterkraftmikroskopen. Er trug damit in vorbildlicher Weise zur Weiterentwicklung der Rasterkraftmikroskopie bei der Firma WITec Wissenschaftliche Instrumente und Technologie GmbH, Ulm, bei, bei der er die Arbeiten zu seiner Diplomarbeit durchführte. Mit Rasterkraftmikroskopen ist es möglich, Oberflächen im Hinblick auf ihre Topographie und andere physikalische Eigenschaften zu untersuchen. Unter Einsatz des Pulsed Forced Mode lassen sich dabei Adhäsion und Steifigkeit des zu untersuchenden Materials qualitativ bestimmen. Das in der Diplomarbeit entwickelte System erlaubt es nun, über die bisher üblichen zwei Eigenschaften hinaus beliebig viele Materialeigenschaften zu erfassen. Durch die neuartige Gerätekonfiguration aus Hochgeschwindigkeits-Datenerfassungs-Bauteilen, programmierbaren Logikgattern und PC können sämtliche Messungen dauerhaft gespeichert werden. Der Anteil der Daten, der nicht in Echtzeit ausgewertet werden kann, wird über ein Postprocessing erschlossen. Aufgrund der flexiblen Programmierung der Logikgatter ist das Gerät auch in anderen Bereichen von Forschung und Entwicklung ansetzbar.

Konzeption und Entwurf eines Blisterspeichers sind Gegenstand der Diplomarbeit von Winghart. Wenn bei einer Verpackungslinie, die mit einem Durchsatz von 1200 Kunststoff-Folien (Blister) pro Minute als Verpackungsmaterial arbeitet, eine Störung auftritt, dann muss entweder die gesamte Prozesskette davor gestoppt werden oder die Blister in einen Bunker abgeworfen werden, um eine Betriebsunterbrechung zu vermeiden. In beiden Fällen geht wertvolle Produktionszeit verloren, und die im Bunker befindlichen Blister müssen per Hand in die Verpackungsmaschine eingelegt werden. Winghart ist es gelungen, einen dynamischen Zwischenspeicher zu entwickeln, der die während einer typischen 3-Minuten-Störung anfallenden 4000 Blister aufnehmen und später wieder automatisch geordnet in den Produktionsfluss einschleusen kann. Der Speicher kann für alle vorkommenden Blisterformate verwendet werden und zeichnet sich durch einen hohen Innovationswert aus.

Den Förderpreis für technisch-wissenschaftliche Leistungen in Höhe von 1000 Mark ging an Dipl.-Ing. (FH) Martin Baumann, Fachbereich Maschinenbau/Studiengang Maschinenbau. Er entwickelte in seiner Diplomarbeit ein Konzept für einen multifunktionalen Arbeitstisch zur Bedienung einer Formatkreissäge. Mit solchen Sägen werden in holzverarbeitenden Betrieben großflächige, plattenförmige Werkstücke bearbeitet. Bei der Neuentwicklung stand die universelle und ergonomische Verstellbarkeit des für die Holzbearbeitung notwendigen Lineals im Mittelpunkt. Aufgrund einer systematischen Analyse von Konkurrenzprodukten und Patentschriften ist es ihm gelungen, eigene überzeugende Lösungen zu entwickeln und in detaillierten 3D-Vorentwürfen zu beschreiben.


Dr. Ingrid Horn, Hochschule Ulm
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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