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Friedrich-Schiller-Universität Jena, 09.06.99

Uni Jena auf der Fachmesse "Laser 99"

Jena/München. (09.06.99) Drei Exponate schicken die Physiker der Friedrich-Schiller-Universität Jena zur "Laser 99", der weltweit größten Fachmesse für innovative und angewandte Laser-Technologie und Optoelektronik, vom 14. bis 18. Juni nach München. Am Gemeinschaftsstand "Forschungsland Thüringen", der vom Büro für Forschungstransfer der Jenaer Uni koordiniert wird, zeigen sie einen neuentwickelten integriert-optischen Farbmischer, ein Faserlasersystem im sichtbaren Spektralbereich für Medizin und Meßtechnik sowie einen Terawatt-LIDAR zur Schadstoffdetektion in der Erdatmosphäre.

Außerdem sind auf dem Gemeinschaftsstand Exponate der Technischen Universität Ilmenau, des Instituts für Physikalische Hochtechnologie Jena und des Instituts für Molekulare Biotechnologie Jena zu sehen.

Der integriert-optische Farbmischer, den Prof. Dr. Andreas Tünnermann und sein Team entwickelt haben, dient künftig als Schlüsselbaustein für Photo- und Displaytechnik. Das Modul regelt eingekoppelte rote, grüne und blaue Laserstrahlung mit Hilfe spezieller Interferometer in ihrer Intensität so, daß jede beliebige Einzelfarbe erzeugt werden kann. Diese Technologie gilt insbesondere deshalb als zukunftsweisend, weil mit ihrer Hilfe Farbbilder in extrem hoher Auflösung erzeugt werden können. Erste markt-fähige Anwendungen in der Drucktechnik und in Fernsehindustrie sind absehbar.


Das Faserlaser-System, das ebenfalls aus dem Institut für Angewandte Physik stammt, nutzt den sogenannten Upconversion-Effekt aus, bei dem über eine stufenweise Anregung mit infrarotem Pumplicht auch bei mini-maler Leistungsaufnahme hohe Intensitäten im sichtbaren Spektral-bereich erreicht werden können. "Am Ende erzielen unsere Faserlaser dieselben Ausgangsleistungen wie herkömmliche Argon-Ionen-Laser, verbrauchen aber um den Faktor 1.000 weniger Strom. Ein zwei-Watt-Anschluß genügt völlig", erläutert Dr. Holger Zellmer. Allerdings erreicht der Faserlaser nur einige wenige ,Inseln' im Lichtspektrum, z. B. bei 520nm (grün), 491nm (blau) und 635nm (rot). Für Anwendungen in der Medizin oder in der Meßtechnik sind jedoch gerade diese Lichtbanden bestens geeignet.

Weitaus mehr Strom benötigt das Terawatt-LIDAR-System, das das Team von Prof. Dr. Roland Sauerbrey gemeinsam mit Berliner Kollegen entwickelt hat. Durch den erst seit kurzem bekannten Selbstfokussierungs-effekt von hochintensivem Laserlicht in der Luft entsteht ein sehr weit reichender weißer Lichtstrahl. Senkrecht in den Nachthimmel geschossen, erreicht er bis zu 13 Kilometer Höhe. Die LIDARisten ("Light Detecting and Ranging") messen mit Hilfe eines kleinen Teleskops das in der Erdatmosphäre entstehende Streulicht und erhalten aus dem Vergleich mit den bekannten Absorptionsbanden chemischer Verbindungen zuverlässige Aussagen über Umweltschadstoffe in höheren Luftschichten. Ein mobiles und flexibel einsetzbares System soll in Kürze im Rahmen eines deutsch-französischen Gemeinschaftsprojekts entwickelt werden.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Andreas Tünnermann
Tel.: 03641/657646
mail: tuennermann@iap.uni-jena.de

Dr. Holger Zellmer
Tel.: 03641/657651
mail: zellmer@iap.uni-jena.de

Prof. Dr. Roland Sauerbrey
Tel.: 03641/974200
mail: sauerbrey@qe.physik.uni-jena.de

Friedrich-Schiller-Universität
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Wolfgang Hirsch
Fürstengraben 1
07743 Jena
Tel.: 03641/931031
Fax: 03641/931032
e-mail: h7wohi@sokrates.verwaltung.uni-jena.de


Dr. Wolfgang Hirsch, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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