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Technische Universität Berlin, 11.02.08

TUB: Winziger Chip sorgt für intelligente Vernetzung

"SerCHo" verbindet Heimnetzwerke über "digitalSTROM" und spart so Geld, Strom und Kabel

Ein winziger Chip soll in Zukunft dafür sorgen, dass sich unsere elektrischen Geräte - egal ob im Büro oder zu Hause - intelligent vernetzen, Informationen austauschen und untereinander abstimmen. Die Basis für diesen weiteren Baustein zum vernetzten Haus der Zukunft liefert "digitalSTROM" - ein neues Verfahren zur Übertragung von digitalen Informationen über existierende Stromleitungen. Integriert wird es in das Forschungsprojekt "SerCHo", dessen wissenschaftliche Leitung in den Händen von Prof. Dr.-Ing. Sahin Albayrak von der TU Berlin liegt.


Ziel der neuen Zusammenarbeit ist die Integration der "digitalSTROM"-Technologie in das intelligent vernetzte Haus der Zukunft. So soll es möglich sein, die von "SerCHo" entwickelten Dienste ohne den Aufbau eines zusätzlichen Netzes jedem Gerät über die Stromleitung zur Verfügung zu stellen.

Im Rahmen von "SerCHo" wird mit Hilfe von softwarebasierten "persönlichen Assistenten" ein neuartiger Ansatz zur Heimvernetzung entwickelt. Diese Assistenten, wie beispielsweise der Energiespar-, Kommunikations- oder auch Kochassistent, unterstützen den Bewohner je nach Präferenz in allen Wohnbereichen. Darüber hinaus sorgen sie für die individuelle Verknüpfung bislang isolierter Geräte aus den Bereichen Informationstechnik, Telekommunikation, Unterhaltungselektronik sowie Haus- und Hausgerätetechnik. Gefördert wird das Projekt innerhalb des "next generation media"-Programms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.

"digitalSTROM" bietet die Basis dafür, dass sich die "SerCHo"-Services ohne neue Verkabelung im gesamten Haus kostengünstig integrieren lassen. Dabei handelt es sich um einen intelligenten elektrischen Standard, der von einer Non-Profit-Organisation entwickelt wurde und seinen Ausgangspunkt an der ETH Zürich hat. Künftig soll in jedes elektrische Gerät ein integrierter Hochvoltchip von der Größe 6 x 4 mm eingebaut werden. Geräte mit dem winzigen dSID-Chip können dann über den Stromkreislauf miteinander kommunizieren und per plug&play mit den anderen elektrischen Geräten in einem System kooperieren. Durch die Nutzung der "SerCHo"-Services über "digitalSTROM" wird vor allem die bisherige Kommunikationslücke zwischen Geräten der Unterhaltungselektronik und Telekommunikation einerseits und Haus- und Hausgerätetechnik anderseits auf einfachste und preiswerte Weise geschlossen. Weitere Vorteile des dSID-Chips sind der geringe Stromverbrauch im Standby-Modus (0,3 Watt - ein Zehntel dessen, was der Adapter eines Mobiltelefons benötigt), die Messung des Stromverbrauchs und eine Vielzahl integrierter Komfortfunktionen, wie die individuelle Ansteuerung und Dimmung von Lampen.

Gemeinsam wollen das DAI-Labor von TU-Professor Sahin Albayrak und die Beteiligten von "digitalSTROM" in diesem Jahr die Grundlagen für eine neue Generation von Assistenzdiensten im intelligenten Haus der Zukunft schaffen. Ab 2009 sollen die ersten Geräte mit "digitalSTROM" ausgerüstet und verfügbar sein. Schon jetzt wird das Zusammenspiel im "SerCHo"-Showroom der TU Berlin am Ernst-Reuter-Platz in Berlin-Charlottenburg getestet. Dazu wurde in einem ersten Schritt der im SerCHo-Projekt entwickelte Smart Home Energy Assistant (SHEA) digitalSTROM-fähig: Der Assistent zeigt auf, wie der hausinterne Energieverbrauch gesenkt werden kann. Zu jedem Gerät protokolliert er die Verbrauchsdaten und überwacht automatisch den Energieverbrauch, in dem er die Bewohner bei der Steuerung der Geräte unterstützt und so unnötige Standby-Betriebe vermeidet. Auf Wunsch werden die Verbrauchsdaten als Grafik über beliebig skalierbare Zeitintervalle dargestellt. In übersichtlicher Form können so Lastverläufe nachvollzogen und analysiert werden. Der Energieverbrauch wird in Abhängigkeit des Stromtarifs auch direkt in Euro und Cent umgerechnet, um künftige Energiekosten abschätzen zu können.

Über "digitalSTROM":
digitalSTROM® ist der neue Standard für elektrische Intelligenz, bei dem Strom und Information über die existierende Stromleitung geleitet werden. digitalSTROM.org ist eine Non-Profit-Organisation, die im Juli 2007 an der ETH Zürich gegründet wurde, um digitalSTROM® zu einem weltweiten Standard zu entwickeln. Eine Allianz von Firmen, Organisationen und Forschungseinrichtungen arbeitet zusammen, um elektrische Geräte im Sinne von Energieeffizienz, Nutzerkomfort und Sicherheit über die vorhandenen Stromleitungen zu vernetzen. www.digitalstrom.org

Über "SerCHo":
"SerCHo" (Service Centric Home) verfolgt das Ziel, eine übergreifende Entwicklungs- und Anwendungsumgebung zu realisieren, mit der auf einfache Weise verschiedene netzbasierte Dienste in einem Heimnetzwerk integriert werden können. "SerCHo" ist Teil des Forschungsprogramms "next generation media" des Bundeswirtschaftsministeriums. Mit Blick auf das Internet der Dinge, das im Rahmen des IT-Gipfels zum Leuchtturmvorhaben erklärt wurde, werden hier in elf Projekten zukunftsweisende Perspektiven der internet-basierten Vernetzung unserer Lebens- und Arbeitswelt aufgezeigt. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei TU-Prof. Dr.-Ing. Sahin Albayrak.

www.sercho.de, www.nextgenerationmedia.de

Für weitere Informationen stehen Ihnen zur Verfügung: Prof. Dr.-Ing. ha-bil. Sahin Albayrak, TU Berlin / DAI-Labor, E-Mail: sahin.albayrak@dai-labor.de, Tel.: 030/314-74001, und Sebastian Feuerstack, TU Berlin / DAI-Labor, E-Mail: Sebastian.Feuerstack@dai-abor.de, Tel.: 030/314-74060.

Weiterführende Links zum Thema:

Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderte Pro-jekt "SerCHo" (Service Centric Home):www.sercho.de

Das DAI-Labor entwickelt an der TU Berlin Technologien für eine neue Generation von elektronischen Diensten und verteilten Systemen.
www.dai-labor.de

Die digitalSTROM.org ist eine Non-Profit-Organisation, die 2007 an der ETH Zürich gegründet wurde, um digitalSTROM® zu einem weltweiten Standard zu entwickeln.
www.digitalstrom.org

Das Bundeswirtschaftsministerium hat das Programm "next generation media" ins Leben gerufen, um vernetzte Arbeits- und Lebenswelten und das intelligente Zusammenspiel von Mensch und Technik zu erforschen.
www.nextgenerationmedia.de

Pressefotos:
http://130.149.154.94/index.php?id=71

Weitere Informationen:


Dr. Kristina R. Zerges, Technische Universität Berlin
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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