Hilfe: Sie befinden sich auf...

Forschungszentrum Jülich, 24.02.03

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Forschungszentrum Jülich, 24.02.03

Auf der Suche nach schwarzen Löchern

"Integral", das INTErnational Gamma-Ray Astrophysics Laboratory, richtet seinen Blick bis zu mehrere Millionen Lichtjahre weit in die Tiefen des Alls - ein Lichtjahr sind knapp zehn Billionen Kilometer. Seit dem Start vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan jagt der Satellit Gammastrahlen. Diese hochenergetischen Verwandten des sichtbaren Lichts zeugen beispielsweise von Sternenexplosionen oder von schwarzen Löchern, die einen Stern verschlingen. Für optische Teleskope wie das Hubble-Teleskop sind Gammastrahlen "unsichtbar". Deshalb kommen an Bord von "Integral" Germanium-Detektoren zum Zug: Sie sind die empfindlichsten Gamma-Schnüffler der Welt, müssen aber durch Aluminiumkapseln geschützt werden.


Ein entsprechendes Verfahren, um solche Germanium-Detektoren zum Schutz vor äußeren Einwirkungen ultrahochvakuumdicht einzuschweißen, entwickelten Wissenschaftler des Instituts für Kernphysik (IKP) und der Zentralabteilung Technologie (ZAT) des Forschungszentrums Jülich, der Universität zu Köln und der französischen Firma Canberra Eurisys (damals noch Intertechnique) vor mehr als zehn Jahren. Mittlerweile sind die "hermetisch gekapselten Germanium-Detektoren" patentiert - und weit gereist: Während sie an Bord von "Integral" nach schwarzen Löchern fahnden, messen ihre "Artgenossen" bereits seit über einem Jahr Gammastrahlen auf dem Mars (Pressemitteilung 01/2002).

"Integral" ist mit vier Instrumenten ausgerüstet, die ein Objekt gleichzeitig beobachten: Im 3 Meter hohen und 1,3 Tonnen schweren Spektrometer SPI messen die Germanium-Detektoren die Energie ausgesendeter Gammastrahlung - beim sichtbaren Licht würde man von Farbe sprechen. "Im SPI sind 19 sechseckige Detektoren eingebaut. Zusammengenommen sehen sie aus wie ein Fliegenauge", erklärt Hans Kämmerling, Diplom-Ingenieur an der ZAT des Forschungszentrums Jülich. "Die sechseckige Form haben wir gewählt, um die eigentlichen Detektoren in den Aluminiumkapseln nahe zusammenzubringen: So geht ihnen möglichst wenig Strahlung durch die Lappen." Marc Berst von der Firma Canberra Eurisys fügt hinzu: "Wir stellen die Germanium-Detektoren her, in Jülich werden sie 'luftdicht' verpackt. Da wir diese Detektoren nicht beliebig groß herstellen können, müssen wir die Einzeldetektoren zu Clustern zusammenstellen. Die Zahl 19 ergibt sich als Kompromiss zwischen Detektor-Fläche - je größer die Fläche, desto höher die Empfindlichkeit - und Gewicht, das gerade bei Messinstrumenten an Bord von Satelliten ein begrenzender Faktor ist."

Der Integral-Satellit kreist in einer stark elliptischen Bahn um die Erde, er entfernt sich dabei bis zu 153 000 Kilometer weit von der Erde und nähert sich ihr bis auf 9000 Kilometer wieder an. Das Besondere am neuen Instrument der Europäischen Weltraumorganisation (ESA): Die Wissenschaftler können "Integral" genauer als bisherige Satelliten ausrichten und so die Quelle, die die Gammastrahlen aussendet, besser bestimmen. Gleichzeitig registrieren zwei Begleitinstrumente an Bord von "Integral" sowohl die Röntgen- und als auch die sichtbaren Strahlen, die von der Quelle ausgehen. Als Testobjekt nahmen die Wissenschaftler Cygnus X-1 unter die Lupe, von dem viele glauben, dass es sich um ein schwarzes Loch handelt. Diese Prüfung haben alle Integral-Instrumente mit Bravour bestanden. Auch einen Gammastrahlenausbruch, Zeuge einer gewaltigen Explosion im fernen Universum, hat "Integral" bereits "im Kasten". Mindestens zwei, maximal fünf Jahre soll die Mission dauern, mit der die Wissenschaftler das Drehbuch des Universums möglichst genau verstehen wollen.

Weitere Informationen:


Peter Schäfer, Forschungszentrum Jülich
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Chemnitzer "Weltmeister" auch unter Top-Ten der sächsischen Existenzgründer 
 Nanosuspensionen und ihre Beziehung zur Atmosphärenphysik