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Siemens AG, 22.05.03

Selbstorganisierende Funksensoren als Feuermelder

Ein Netz von briefmarkengroßen Funksensoren könnte Menschen in einigen Jahren frühzeitig vor Naturkatastrophen oder Chemieunfällen warnen. Die Winzlinge messen dabei Temperatur, Feuchtigkeit oder Gaskonzentrationen und lösen bei kritischen Werten per Funkübertragung in einer Zentrale Alarm aus. In seiner aktuellen Ausgabe berichtet das Forschungsmagazin "Pictures of the Future" (www.siemens.de/pof) über eine mögliche Anwendung dieser Technik als Frühwarnsystem für Waldbrände.
Dabei sollen Tausende der winzigen Spürnasen per Flugzeug über besonders gefährdeten Gebieten abgeworfen werden. Nach ihrer Landung sind die Sensoren wie Konfettiregen verstreut und bringen selbstständig Ordnung in dieses chaotische Netzwerk. Dazu bestimmen sie über Satellitennavigation ihre Position und stellen mit kleinen Antennen den Funkkontakt zu ihren Nachbarn her. Jeder Sensor dient als Brandmelder und ist wegen der beschränkten Reichweite der Funksignale von nur wenigen Metern gleichzeitig eine Relaisstation für die Weiterleitung der Daten. Schlägt der integrierte Wärmefühler eines Sensors Alarm, so wird sein Warnsignal zusammen mit seinen Positionsdaten per Funk auf schnellsten Weg von Sensor zu Sensor übertragen und gelangt schließlich über eine zentrale Datenleitung zur Leitzentrale der Feuerwehr. Ähnliche Systeme könnten aber auch vor Lawinenabgängen, Überschwemmungen oder austretenden giftigen Stoffen in einer Chemiefabrik warnen.
Derzeit gibt es zwar nur Prototypen solcher Sensoren, aber Siemens-Wissenschaftler haben bereits Steuerprogramme für das Zusammenspiel verschiedener Sensortypen entwickelt. Für die selbstorganisierenden Funk-Sensornetze der Zukunft müssen die Bauteile für die Sensoren aber noch wesentlich kleiner und billiger werden - genau in diese Richtung geht die Entwicklung. Vor einem Horrorszenario, wie es Michael Crichton in seinem Roman "Beute" entwirft, müssen wir uns aber noch lange keine Gedanken machen: Hier geraten nanometergroße fliegende Sensoren, die über Funk kommunizieren, außer Kontrolle und werden zum Feind ihrer Schöpfer.
(Foto unter http://www.siemens.com/ct-bild/soct200307d )

Weitere Informationen:


Dr. Norbert Aschenbrenner, Siemens AG
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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