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Ruhr-Universität Bochum, 27.09.07

SCIENCE berichtet: RUB-Forscher machen Elektronenspin nutzbar

Normalerweise chaotisch

Neben der elektrischen Ladung bringen Elektronen praktisch "umsonst" eine weitere Eigenschaft mit: ihre Eigendrehung, Spin genannt. "Jedes Elektron hat jeweils sowohl Ladung als auch Spin", erklärt Prof. Wieck, "im Vergleich dazu hat ein Eiskunstläufer beispielsweise Grazie und Drehung - Eigenschaften, die nicht unbedingt direkt zusammen hängen müssen." Der Spin erzeugt je ein kleines Magnetfeld. Dieses könnte man ebenso wie die elektrische Ladung für die Informationstechnologie nutzen, sofern man es schafft, die unter normalen Bedingungen chaotisch in alle Richtungen ausgerichteten Magnetfelder aller Elektronen eines Atoms gleich auszurichten und diesen Zustand lange genug aufrechtzuerhalten, dass informationstechnische Prozesse möglich werden. Noch wird der Spin von der Halbleiter-Elektronik überhaupt nicht genutzt.


Winzig kleine Magnetfelder

Das soll die neu zu entwickelnde "Spintronik" ändern: durch die "Spin-Polarisation". Im weltweiten Rennen der Forscher um möglichst anwendungsfreundliche Spintronik-Bauelemente ist die Ruhr-Universität ganz vorne mit dabei. Die Arbeitsgruppe von Prof. Wieck stellt seit Jahren die besten "Quantenpunkte" her, in denen Spinphänomene besonders gut studiert und zur Anwendung gebracht werden können. "Diese Quantenpunkte haben etwa die Form eines "Hamburger-Oberteiles", nur sind sie drei Millionen mal kleiner und es würden rund fünf Milliarden mal fünf Milliarden Quantenpunkte in eine echte Brötchenhälfte hineinpassen", veranschaulicht Wieck die winzigen Dimensionen, in denen die Forscher experimentieren.

Atomkerne sind das Gedächtnis

Das für die Forscher Interessante an den Quantenpunkten ist, dass jeder mit genau einem Elektron besetzt werden kann. Dessen Spin wird in einer Kooperation mit Dortmunder Physikern um Prof. Manfred Bayer durch einen Laserpuls ausgerichtet und überträgt sich auf die umgebenden Atomkerne im Quantenpunkt. Diese Atomkerne sind dann "spin-polarisiert" und halten ihre Polarisation - im Gegensatz zu den "vergesslicheren" Elektronen - einige zehn Minuten. Das ist mehr als Zeit genug, um in aller Ruhe logische Operationen wie Rechenschritte oder sonstige, in Computern übliche Programme durchzuführen. Danach kann die Kernpolarisation durch einen zweiten Laserstrahl bequem wieder ausgelesen werden. Oder durch einen weiteren Puls überschrieben oder gelöscht, je nach Bedarf. "Ein wenig ähnelt dieses Verfahren der Kernspintomographie, bei der durch ein starkes Magnetfeld die Spins der Atomkerne in den Körperzellen gleich ausgerichtet werden, nur, dass hier nicht der menschliche Körper, sondern nanoskopische Quantenpunkte vermessen werden", so Wieck. "Durch ihre große Anzahl und Packungsdichte bedeuten sie einen erheblichen Fortschritt für die Informationsverarbeitung."

Titelaufnahme

A. Greilich et.al.L Nuclei-Induced Frequency Focusing of Electron Spin Coherence. In: Science, Vol 317, Issue 5846, 28. September 2007.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Andreas Wieck, Lehrstuhl für Angewandte Festkörperphysik, andreas.wieck@rub.de zurzeit im Forschungs-Freisemester am CRHEA-CNRS in Nice Sophia-Antipolis, Frankreich, Tel.: 00 33 4 93 95 78 11


Dr. Josef König, Ruhr-Universität Bochum
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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Das Elektron [ˈeːlɛktrɔn, eˈlɛk-, elɛkˈtroːn] (von agr. ἤλεκτρον élektron, „Bernstein“, an dem Elektrizität erstmals beobachtet wurde; 1891 von George Johnstone Stoney geprägt) ist ein negativ geladenes Elementarteilchen. Sein Symbol ist e-. Die alternative Bezeichnung Negatron wird kaum verwendet und ist vor allem bei β-Spektroskopikern gebräuchlich. Wikipedia


 
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Ein Quantenpunkt (engl. quantum dot) ist eine nanoskopische Materialstruktur, meist aus Halbleitermaterial (z.B. InGaAs, CdSe oder auch GaInP/InP). Ladungsträger (Elektronen, Löcher) in einem Quantenpunkt sind in ihrer Beweglichkeit in allen drei Raumrichtungen so weit eingeschränkt, dass ihre Energie nicht mehr kontinuierliche, sondern nur noch diskrete Werte annehmen kann. Quantenpunkte verhalten sich also ähnlich wie Atome, jedoch kann ihre Form, Größe oder die Anzahl von Elektronen in ihnen beeinflusst werden. Dadurch lassen sich elektronische und optische Eigenschaften von Quantenpunkten maßschneidern. Typischerweise beträgt ihre eigene atomare Größenordnung etwa 104 Atome. Gelingt es, mehrere einzelne Quantenpunkte in unmittelbarer Nähe zueinander anzuordnen, so dass Ladungsträger (v.a. Elektronen) über Tunnelprozesse von einem in den nächsten Quantenpunkt hüpfen können, so spricht man von Quantenpunktmolekülen. Wikipedia


 
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Der Spin (von engl. spin, Drehung, Drall) ist eine quantenmechanische Eigenschaft von Elementarteilchen, die in der klassischen Physik kein Pendant hat, eine Art nicht-klassischer(!) Eigenrotation. Weil aber die zugehörige klassische Vorstellung nach heutiger und logischer Sichtweise falsch ist, kann der zuletzt benutzte Begriff beim Verständnis nur bedingt behilflich sein. Der Spin verhält sich mathematisch (z. B. unter Rotationen des Raumes) bis zu gewissem Grade als Drehimpuls: Präzise gesagt, er genügt denselben mathematischen Vertauschungsrelationen wie der Bahndrehimpuls, unterscheidet sich aber in nicht-klassischer Weise von diesem und vom Drall rotierender Körper durch das sog. gyromagnetische Verhältnis, d. h. im magnetischen Moment (s.u.). Außerdem gilt der Erhaltungssatz des Gesamtdrehimpulses nur für die Summe aus (klassischem) Bahndrehimpuls und Spin eines Systems. Daher ist der Spin im Gegensatz zum Isospin nicht nur mathematisch eine dem Bahndrehimpuls analoge Eigenschaft, sondern tatsächlich eine Art von Drehimpuls, allerdings von Anfang an ein nicht-klassisches Phänomen. Wikipedia


 

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