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Ruhr-Universität Bochum, 09.08.99

RUB-Service-Roboter ARNOLD als Küchenfee

Einen Meilenstein in der Robotik hat das Institut für Neuroinformatik der RUB aufgestellt: Unter Leitung von Prof. Dr. Werner von Seelen wurde in den letzten vier Jahren ARNOLD entwickelt, ein mobiler Roboter, der sich selbstständig in seiner Umgebung bewegt.

Mit weicher Bewegung

dient ARNOLD als Küchenfee

Bochum, 09.08.1999
Nr. 171

Ein Roboter als Küchenfee
ARNOLD geht auch ans Telefon
RUB-Neuroinformatiker entwickelten mobilen Roboter

Einen Meilenstein in der Robotik hat das Institut für Neuroinformatik der RUB aufgestellt: Unter Leitung von Prof. Dr. Werner von Seelen (Lehrstuhl für Theoretische Biologie) wurde in den letzten vier Jahren ARNOLD entwickelt, ein mobiler Roboter, der sich selbstständig in seiner Umgebung bewegt. Er soll Menschen in ihrer täglichen Arbeit durch einfache Hol- und Bringedienste unterstützen. Ausgerüstet mit einem Stereokamerasystem navigiert er in ihm unbekannten Räumen und nutzt sein räumliches Sehvermögen, um Hindernisse zu vermeiden. ARNOLD greift mit einem Arm, der dem menschlichen nachempfunden ist; dabei bewegt er seinen Ellbogen so elegant, dass Zusammenstöße vermieden werden. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) hat die Entwicklung in den letzten vier Jahren großzügig unterstüzt. Nach erfolgreicher Abschlussdemonstration arbeiten jetzt die Bochumer Wissenschaftler bereits an einem Nachfolger.


Zu dieser Presseinformation gibt es digitalisierte Fotos (Als Anlage, im Internet oder über die Pressestelle).

Kaffee gefällig?

Das klingelnde Handy aus dem Nebenzimmer zu holen oder Kaffee zu bringen - das sind Aufgaben, für die ARNOLD entwickelt wurde. Komplexe vorgefertigte Handlungsabläufe muss er sich aber nicht merken. Stattdessen weiß er, wie er ein großes Problem in viele kleine unterteilt - und welche Teilaufgaben gelöst sein müssen, damit andere in Angriff genommen werden können: Bevor er durch eine Tür fahren kann, muss er sie erst einmal finden - offen sollte sie auch sein, und niemand darf zur selben Zeit hindurchgehen.

Weiche Bewegungen

Eine neue Form nichtlinearer Dynamik sorgt dafür, dass ARNOLDs Bewegungen fließend und harmonisch sind. Wie eine Kugel um Berge herum in ein Tal rollt, so fährt dieser Roboter gleichmäßig um Hindernisse herum auf sein Ziel zu. Wenn ARNOLD nach der Kaffeekanne greift, dann tut er dies, ohne die Zuckerdose vom Tisch zu stoßen - auch ohne durch ruckartige Ausweichbewegungen Kaffee zu verschütten.

Eigensinnig - aber hört aufs Wort

Alleingelassen mit seiner Aufgabe, handelt der Roboter "eigensinnig". Ob er nun rechts oder links um die Zuckerdose herumgreift, entscheidet er selbst. Stur ist er aber nicht: Auf Zuruf ändert er seinen Plan, um den Wünschen des menschlichen Benutzers besser nachzukommen. Dazu muss er je nach Situation auf Anweisungen reagieren: Er deutet das Kommando "Links!" als Anweisung, nach links weiterzufahren, wenn er sich gerade vorwärts bewegt. Greift er hingegen nach einem Objekt, wird er denselben Befehl als Aufforderung verstehen, sich für einen anderen Gegenstand zu entscheiden, den linken.

Dienst als Serviceroboter

ARNOLDs Fähigkeit zum selbstständigen Lösen seiner Aufgaben soll ihn in die Lage versetzen, als Serviceroboter Dienst zu tun. So könnte er in Krankenhäusern oder Verwaltungen Hol- und Bringedienste leisten oder als intelligenter Assistent Menschen in der industriellen Montage unterstützen.

BMBF-Projekt NEUROS

Vier Jahre lang haben die Bochumer Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. von Seelen an ARNOLD gearbeitet. Zusammen mit Partnern in anderen Forschungsinstituten und der Industrie haben sie mit Unterstützung des BMBF "neuronale Skills intelligenter Roboter" (NEUROS) entwickelt, komplexe Fertigkeiten für Roboter, die in Service und industrieller Fertigung eingesetzt werden sollen. Nach der erfolgreichen Abschlussdemonstration des Projekts im Juni diesen Jahres, arbeiten die Bochumer Forscher jetzt an ARNOLDs Nachfolger. Auch dieser ist wieder Teil eines BMBF-Projekts.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Werner von Seelen, Institut für Neuroinformatik der RUB Universitätsstr. 150 44780 Bochum Tel: 0234/700 7965, Fax: 0234/7094 209 im Internet: www.neuroinformatik.ruhr-uni-bochum.de/ini/PROJECTS/NEUROS/NEUROS-de.html

Weitere Informationen:


Dr. Josef König, Ruhr-Universität Bochum
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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