Hilfe: Sie befinden sich auf...

Forschungszentrum Karlsruhe in der..., 16.05.02

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die im Artikel enthaltenen Bilder klicken, um eine größere Version des Bildes angezeigt zu bekommen.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Forschungszentrum Karlsruhe in der..., 16.05.02

Revolution in der Prothetik

Die Handprothese ist mit einer im Forschungszentrum Karlsruhe entwickelten Mikro-Fluidaktor-Technologie ausgestattet, die die Prothese leicht, flexibel und sehr beweglich macht. Beim Berühren fühlt sie sich natürlich an.

Die im Forschungszentrum Karlsruhe entwickelte Handprothese (rechte Hand!) hilft bei vielen alltäglichen Handgriffen.

Was vor kurzem noch Vision war, ist damit Wirklichkeit geworden: Ausgestattet mit einer neuartigen Technologie, so genannter Mikro-Fluidaktorik, ist die künstliche Hand leicht, flexibel und sehr beweglich. Beim Berühren fühlt sie sich natürlich an. Die Technologie wurde in den letzten Jahren von der Forschergruppe um Stefan Schulz im Institut für Angewandte Informatik des Forschungszentrums Karlsruhe entwickelt. Das einzelne Funktionselement, der Aktor, besteht aus einer Kammer, die über einen Steuerkanal mit Flüssigkeit befüllbar ist, also quasi hydraulisch arbeitet. Die Kammer verformt sich beim Befüllen und erzeugt dabei eine mechanische Bewegung.


"Die Handprothese ist aus vielen solcher Kammern aufgebaut, um ein umfassendes Bewegungsspektrum zu ermöglichen", erläutert Stefan Schulz. "Dazu wurden miniaturisierte Ventile, Sensoren und eine Druckerzeugungseinheit in die künstliche Hand integriert."

Ein wenig Konzentration ist für den Patienten am Anfang schon noch erforderlich: Sensoren am Armansatz der künstlichen Hand nehmen Muskelbewegungen aus dem Armstumpf auf, die über eine Mikroprozessor-Steuerung bestimmte Griffmuster einleiten. Fünf im alltäglichen Leben wichtige Handbewegungen können umgesetzt werden: Die Hand kann mit dem so genannten Pinzettengriff kleine Gegenstände wie Batterien oder Gummibärchen greifen, mit dem Zylindergriff eine Flasche kraftvoll umfassen und hochheben, mittels des Lateral-(oder Schlüssel-)griffs flache Gegenstände wie Scheckkarten aufnehmen und halten oder mit dem Hakengriff eine Tasche oder Tüte am Henkel tragen. Schließlich lässt sich der Zeigefinger ausstrecken und damit die Tastatur eines Computers oder ein Schalter bedienen.

Bisher kommerziell erhältliche Handprothesen sind den Patienten oft zu schwer und verfügen nur über eine Griffart, die zudem unnatürlich wirkt. Die neuartige Prothese auf der Basis der flexiblen Mikro-Fluidaktoren wiegt nur 860 Gramm (einschließlich Schaft, Akku, Schutzhandschuh und der fluidischen Teile). Mit einem speziellen Handschuh versehen sieht sie einer gewachsenen Hand zum Verwechseln ähnlich (einschließlich Fingernägeln) und fühlt sich auch natürlich an.

"Die Neuentwicklung ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber bisherigen Prothesen", stellt Stefan Schulz fest. "Aber die Entwicklung geht natürlich weiter. Die Hand soll noch leichter werden und sich mit einer intelligenteren, lernfähigen Elektronik auf die Gewohnheiten der Träger einstellen können. Außerdem wollen wir eine Feed-Back-Funktion in die Prothese integrieren, mit der der Patient dann über eine Art Tastsinn verfügt." In den nächsten Monaten wird die neuartige Handprothese im täglichen Einsatz getestet.

Die Materialkosten für die Einzelteile der Hand sind relativ gering. In der Serienproduktion können die Kosten voraussichtlich in der Nähe derzeitiger Prothesen liegen. Bis dahin werden sicher noch ein bis zwei Jahre Entwicklungszeit nötig sein.

Joachim Hoffmann 15. Mai 2002

Die Farbfotos senden wir Ihnen auf Wunsch gerne zu (Telefon 07247/82-2861).


Inge Arnold, Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Beobachtungen im Inneren eines pulsierenden Sterns 
 BMBF-Förderung: Eine Million Euro für "TUCnet"