Hilfe: Sie befinden sich auf...

Julius-Maximilians-Universität Würzburg, 13.11.07

Ergänzend zum Artikel

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die Schlagworte zum Artikel klicken, um (andere) Artikel zu den jeweiligen Schlagworten anzuzeigen.
Auf der rechten Seite finden Sie ebenfalls Artikelinks und weitere Informationen zu den Schlagworten dieses Artikels.
Sie können auf die im Artikel enthaltenen Bilder klicken, um eine größere Version des Bildes angezeigt zu bekommen.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Julius-Maximilians-Universität Würzburg, 13.11.07

Physiker ringen Laserblitzen mehr Leistung ab

Viele Physiker, Chemiker, Biologen und Materialwissenschaftler träumen davon, das Verhalten von Atomen und Elektronen direkt beobachten zu können. Das allerdings geht nur mit Hilfe extrem kurzer Röntgenblitze. Über Fortschritte auf diesem Gebiet berichten Physiker von der Universität Würzburg gemeinsam mit Kollegen aus Wien und München in der Zeitschrift "Nature Physics".

Blick in die Vakuumkammer: Von oben ragt ein mit Helium gefülltes Röhrchen in den Raum. Wird es von einem Laserblitz (violett) durchquert, entstehen dabei extrem kurze Röntgenpulse.
Foto: József Seres

Den Blick durchs Lichtmikroskop auf die Zellen einer Zwiebel dürfte jeder Schüler kennen. Will er aber tiefer in den Mikrokosmos eindringen, dann reicht das sichtbare Licht nicht aus, um die winzigen Strukturen abbilden zu können. Die Position von Atomen etwa lässt sich nur mit Röntgenstrahlung bestimmen. Will man dann auch noch die Bewegungen der Atome erkennen, ist gepulste Röntgenstrahlung erforderlich, also eine Abfolge von Röntgenblitzen. "Die Pulsdauer entspricht der Belichtungszeit einer Kamera. Sie muss so kurz sein, dass sich in dieser Zeit die Atome nicht substanziell bewegen, sonst wird das Bild unscharf", erklärt Christian Spielmann vom Physikalischen Institut der Uni Würzburg. Allerdings spricht der Professor hier nicht über typische Kamera-Belichtungen im Bereich von Tausendstel Sekunden. Vielmehr meint er billionstel bis billiardstel Sekunden oder, um in der Sprache der Physiker zu reden, Femto- bis Attosekunden.


Zur Erzeugung derart kurzer Röntgenpulse verfolgt die Forschung zwei Strategien. Beim Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY, einer Großforschungseinrichtung in Hamburg, wird hierfür ein Röntgenlaser entwickelt. Die Münchener, Wiener und Würzburger Physiker dagegen verfolgen einen anderen Ansatz, der sich ohne Weiteres in einem Universitätslabor realisieren lässt. An der Technischen Universität Wien lenken sie in einer Vakuumkammer Laserblitze durch Röhrchen, die mit konzentriertem Helium gefüllt sind. "Dabei entstehen die kürzesten Röntgenpulse, die zurzeit überhaupt hergestellt werden können. Sie dauern nur wenige hundert Attosekunden", sagt Spielmann.

"Leider ist dieses Verfahren nicht sehr effizient: Wenn Sie ein Watt Laserleistung hineinschicken, bekommen sie weniger als ein millionstel Watt Röntgenleistung heraus", bedauert der Physiker. Gemeinsam mit dem Forscherehepaar Enikö und József Seres von der Uni Würzburg und seinen Münchener und Wiener Kollegen beschreibt er nun in Nature Physics einen neuen Ansatz zur Erhöhung der Röntgenstrahlintensität. Dabei werden die Laserblitze nicht nur durch ein einziges Gasröhrchen geschickt, sondern durch zwei. Der Clou daran: Dadurch verdoppelt sich die Ausbeute an Röntgenintensität nicht nur, sondern ist gleich bis zu vier Mal so hoch.

Eine wundersame Mehrung? "Wir erklären das durch die kohärente Überlagerung der beiden Signale", so Spielmann. Dieses Phänomen der sei für den Bereich des sichtbaren Lichtes seit Langem bekannt. Bislang nahmen die Wissenschaftler an, dass es zur Steigerung der Effizienz von Röntgenstrahlung nicht vernünftig zu realisieren sei. Doch da haben sie sich offenbar getäuscht. Der Schlüssel zum Gelingen liegt den Forschern zufolge im Einsatz sehr intensiver und sehr kurzer Laserpulse. Sie beschreiben nun auch, welcher Druck im Helium herrschen muss und in welchem Abstand voneinander sich die Gasröhrchen befinden müssen, damit der Überhöhungseffekt eintritt.

Jetzt denken sie daran, die Zahl der Gasröhrchen weiter zu erhöhen und damit den Laserpulsen noch mehr Röntgenintensität abzuringen. Mit dieser verbesserten Methodik hoffen sie dann "auf anspruchsvollere Untersuchungen" zur direkten Beobachtung von Atomen - denn bislang konnten sie "nur" abbilden, wie Silicium-Atome anfangen zu schwingen, wenn sie erwärmt werden. Langfristig aber streben die Physiker nach Höherem - etwa in Echtzeit zu beobachten, wie große Moleküle ihre Form ändern, wenn sie mit anderen Molekülen eine Bindung eingehen.

"Coherent superposition of laser-driven soft-X-ray harmonics from successive sources", J. Seres (1,2), V. S. Yakovlev (3), E. Seres (1,2), Ch. Streli (4), P. Wobrauschek (4), Ch. Spielmann (2)& F. Krausz (3,5), Nature Physics, online publiziert am 11. November 2007, DOI: 10.1038/nphys775

1. Institut für Photonik, Technische Universität Wien, A-1040 Wien, Austria
2. Physikalisches Institut EP1, Universität Würzburg, D-97074 Würzburg, Germany
3. Department für Physik, Ludwig-Maximilians-Universität München, D-85748 Garching, Germany
4. Atominstitut der Österreichischen Universtitäten, Technische Universität Wien, A-1020 Wien, Austria
5. Max-Planck-Institut für Quantenoptik, D-85748 Garching, Germany

Korrespondenz an: F. Krausz, krausz@lmu.de

Weitere Informationen: Prof. Dr. Christian Spielmann, T (0931) 888-5739, spielmann@physik.uni-wuerzburg.de


Robert Emmerich, Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Ultrakurze elektrische Ströme 
 Vom Dietrich zum Sicherheitsschlüssel

Klicken Sie auf die Schlagworte um weitere Links oder Infos dazu angezeigt zu bekommen
Weitere Artikel zu "Atom"

Wikipedia Logo
Das Atom (von altgriechisch ἄτομος (ὕλη) átomos (hýle) „unteilbare (Materie)“) ist der kleinste chemisch nicht weiter teilbare Baustein der Materie. Im Laufe der Wissenschaftsgeschichte wurden unterschiedliche Atommodelle vorgeschlagen. Wikipedia


 
Weitere Artikel zu "Laser"

Wikipedia Logo
Laser ist das Initialwort von Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation (Lichtverstärkung durch Induzierte Emission). Der Begriff wurde 1957 von Gordon Gould geprägt. Laser sind Strahlungsquellen (Infrarot, sichtbares Licht, Ultraviolett, Röntgenstrahlung), deren Gemeinsamkeit im Entstehungsprozess der Strahlung liegt, nämlich in der so genannten induzierten Emission. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Typen von Lasern mit den verschiedensten Eigenschaften. Ein Laser besteht immer aus einem optisch aktiven Medium, in dem die Strahlung erzeugt wird, und meistens einem Resonator, der für die Eigenschaften des Laserstrahls, wie Parallelität oder Strahlprofil, mitverantwortlich ist. Wikipedia


 

Wikipedia Logo
Röntgenstrahlung sind elektromagnetische Wellen mit einer Photonenenergie zwischen ungefähr 100 eV und 250 keV. Röntgenstrahlen liegen im elektromagnetischen Spektrum zwischen dem ultravioletten Licht und der Gammastrahlung. Die Röntgenstrahlung wurde von Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt und trägt im deutschsprachigen Raum zu seinen Ehren seinen Namen. Im Ausland wird die Strahlung häufig X-Strahlung (englisch: X-Ray) genannt, so wie Röntgen sie selbst bezeichnet hat. Wikipedia


 

Archiv

Themen

Schlagworte

Anzeigen