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Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt..., 18.02.00

Neue Erkenntnisse über den Urknall

Frankfurter Physiker um Professor Stock erzielen mit ihren Experimenten einen Durchbruch

FRANKFURT. Unsere Vorstellungen von der kosmologischen Ur-Expansion sind noch sehr hypothetisch, wenn es um den allerersten Beginn des Universums geht. Hier gibt es eigentlich nur ein einziges "experimentelles" Faktum: das expandierende Universum existiert. Nun konnten Wissenschaftler neue Daten zu der Phase gleich im Anschluss an den Nullpunkt der Zeit vorlegen: beginnend etwa bei einer trillionstel Sekunde bildet sich ein immer noch unvorstellbar heisser und dichter Plasmazustand aus den Elementarteilchen Elektronen, Quarks und Gluonen. Dieser bisher hypothetische Zustand wurde nun experimentell in Versuchen am europäischen Forschungszentrum CERN in Genf beobachtet.


Die Frankfurter Physikergruppe um den Leibniz-Preisträger Prof. Dr. Reinhard Stock war federführend beteiligt an einem der vier Experimente, das jetzt erste Evidenz für die Existenz dieses Plasma-Urzustandes lieferte. Ihnen gelang es, den Expansionsdruck zum Beginn der Mikrosekundenphase zu bestimmen, der etwa 100 Sonnenmassen pro Quadratzentimeter beträgt. Außerdem war es den Kernphysikern auf Grund dieser Experimente auch möglich, den Übergangspunkt von der Plasmaphase zur anschliessenden Proton/Neutron -Phase, der so genannten "Kernmaterie"-Phase, festzulegen. Für diese Phase gibt es schon viele astrophysikalische Daten. Mit den neuen Beobachtungen rückt unser auf Messergebnisse gestütztes Wissen um eine ganze Ära näher an den Augenblick, als mit dem Urknall die Entwicklung unseres Universum begann.

Diese Ergebnisse, an denen die Frankfurter Gruppe wesentlichen Anteil hat, wurden zusammen mit den anderen drei CERN-Experimenten Ende der vergangenen Woche bei einem Presse-Seminar im Genfer CERN vorgestellt. An dieser von europäischen Wissenschaftlern vorangetriebenen Erforschung des Urknalls sind

weitere deutsche Forschergruppen beteiligt: Wissenschaftler der Darmstädter Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI), die traditionell enge Kontakte zu den Frankfurter Kernphysikern pflegt, und des Münchner Max-Planck-Instituts für Physik sowie Physiker der Universitäten Heidelberg, Marburg und Münster.

Nähere Informationen: Prof. Dr. Reinhard Stock, Institut für Kernphysik, Telefon 069/798-24240; Fax 069/798-24212;
E-Mail: stock@ikf.uni-frankfurt.de;
Informationen im Internet unter: http://na49info.cern.ch./Public/

Weitere Informationen:


Regina Höltkemeier, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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