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Freie Universität Berlin, 29.10.07

Schlagworte

Molekül, Nanotechnik

Nano-Architektur mit einzelnen Molekülen - Forschergruppe an der Freien Universität gelingt Anordnung winziger Bausteine

Einer Forschergruppe an der Freien Universität Berlin um den Experimentalphysiker Leonhard Grill ist es in Zusammenarbeit mit Chemikern der Humboldt-Universität Berlin und theoretischen Physikern der University of Liverpool erstmals gelungen, molekulare Bausteine auf atomarer Ebene präzise miteinander zu verbinden. Die Wissenschaftler verknüpften Module der Größe von einem Nanometer, also einem Milliardstel Meter, chemisch so miteinander, als wären es Lego-Bausteine. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Zeitschrift "Nature Nanotechnology" veröffentlicht.

Die faszinierende Vision der Nanotechnologie besteht in der kontrollierten Anordnung von Materie auf der Nanometer-Skala (1 nm = 1 Milliardstel Meter). Eine zentrale Idee besteht darin, stabile Strukturen aus einzelnen molekularen Bausteinen in einer vorgegebenen Architektur auf atomarer Ebene zu bauen, etwa zu Schaltkreisen, Sensoren und Nanomaschinen. Wirtschaftlich bedeutsam sind solche Gebilde wegen deren geringer Größe. Bisher konnten jedoch keine Moleküle auf einer Oberfläche in solchen Netzwerken vorgegebener Struktur chemisch verknüpft werden.


Um solche Nanostrukturen aufzubauen, werden Moleküle mit einer gewünschten Zahl symmetrisch angeordneter Seitengruppen ("Beine") auf eine Oberfläche aufgebracht. Durch geschicktes Erwärmen lassen sich einzelne Atome von den Seitengruppen kontrolliert abspalten, sodass Beine "aktiviert" werden, das heißt chemisch reaktive Stellen am Molekül entstehen. Anschließend verknüpfen sich die Moleküle auf der Oberfläche zu geordneten Strukturen mit definierter Form, wobei sich eine hohe Selektivität daraus ergibt, dass sie ausschließlich dann eine kovalente Bindung bilden wenn zwei "aktivierte" Beine aufeinandertreffen. Durch gezieltes Design verschiedener molekularer Bausteine konnten die Forscher zeigen, wie sich die Form der erzeugten Strukturen exakt einstellen lässt.

Obwohl die Ergebnisse dieser interdisziplinären Arbeit der Grundlagenforschung zuzuordnen sind, könnten diese von großem Interesse für künftige Anwendungen sein, da die atomare Größenordnung einen enormen Fortschritt in der Miniaturisierung darstellt. Aus den geringen Abmessungen der molekularen Bausteine ergibt sich eine Dichte von mehr als 1013/cm2 in einem solchen Netzwerk - das ist mehr als 10.000mal höher als die Dichte von Transistoren in integrierten Schaltkreisen oder Computerchips. In Anwendungen könnten die einzelnen Moleküle in Zukunft mit Funktionen ausgestattet werden, um zum Beispiel als elektronische Schaltkreise oder Sensoren auf atomarer Skala zu arbeiten.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
o Dr. Leonhard Grill, Institut für Experimentalphysik der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-52805 oder -56039, E-Mail: leonhard.grill@physik.fu-berlin.de
o Prof. Mats Persson, University of Liverpool (E-Mail: mats.persson@liverpool.ac.uk)
oProf. Stefan Hecht, Humboldt-Universität Berlin (E-Mail: sh@chemie.hu-berlin.de)

Publikation:
L. Grill, M. Dyer, L. Lafferentz, M. Persson, M. V. Peters, S. Hecht
"Nano-architectures by covalent assembly of molecular building blocks"
"Nature Nanotechnology" (Ausgabe November 2007); Internet: www. nature.com/nnano


Carsten Wette, Freie Universität Berlin
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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Ein Molekül [moleˈkyːl] (älter auch: Molekel [moˈleːkəl]; von lat. molecula, „kleine Masse“) ist ein Teilchen, das aus mehreren Atomen besteht, welche durch kovalente Bindungen verbunden sind. Moleküle stellen die kleinsten Teilchen dar, die die Eigenschaften des zugrundeliegenden Stoffes haben. Es gibt Moleküle, die aus einem einzigen Element aufgebaut sind (O2, N2, P4 u. v. m), die meisten Moleküle sind aber Verbindungen aus Nichtmetallen mit einem (oder mehr) weiteren Nichtmetallen oder Halbmetallen. Einen etwas größeren Verbund von gleichartigen Atomen nennt man Cluster. Wikipedia


 
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Mit Nanotechnologie (griech. νάννος [nános] = Zwerg) wird heute populärwissenschaftlich die Forschung in der Clusterphysik und Oberflächenphysik, Oberflächenchemie, der Halbleiterphysik, in Gebieten der Chemie und bisher noch im sehr begrenzten Rahmen in Teilbereichen des Maschinenbaus und der Lebensmitteltechnologie (Nano-Food) bezeichnet. Der Sammelbegriff gründet auf der allen Nano-Forschungsgebieten gleichen Größenordnung vom Einzelatom bis zu einer Strukturgröße von 100 Nanometern (nm). Ein Nanometer ist ein Milliardstel Meter (10-9 m). Diese Größenordnung bezeichnet einen Grenzbereich, in dem die Oberflächeneigenschaften gegenüber den Volumeneigenschaften der Materialien eine immer größere Rolle spielen und zunehmend quantenphysikalische Effekte berücksichtigt werden müssen. In der Nanotechnologie stößt man also zu Längenskalen vor, auf denen besonders die Größe die Eigenschaften eines Objektes bestimmen. Man spricht von „größeninduzierten Funktionalitäten“. Wikipedia


 

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