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Universität Hamburg, 17.04.03

Meilenstein bei der Suche nach erdähnlichen Planeten

Hamburger Wissenschaftler weisen Planeten in anderen Sonnensystemen nach

Astronomen der Hamburger Sternwarte, der Universität Tübingen und der Europäischen Südsternwarte ESO in Chile ist es gelungen, einen extrasolaren Planeten mit der so genannten Transit-Methode zu entdecken. Mit dieser Technik suchen die Forscher nach Planeten, deren Umlaufbahn gerade so geneigt ist, dass der Planet auf seiner Bahn von der Erde aus betrachtet vor dem Stern vorüber zieht. Eine solche "Sternfinsternis" führt zu einer Abschwächung der Sternhelligkeit um etwa ein Prozent. Das Team um Peter Hauschildt von der Hamburger Sternwarte konnte jetzt eine derartige periodische Lichtabschwächung bei dem Stern OGLE-TR-3 beobachten. Nach Ansicht der Wissenschaftler ist damit ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zur Entdeckung erdähnlicher Planeten bei anderen Sternen getan. Die Astronomen veröffentlichen ihre Messungen demnächst im Fachblatt Astronomy & Astrophysics.


Bereits 1995 gelang der erste indirekte Nachweis eines Planeten um einen sonnenähnlichen Stern. Mit den bisherigen Nachweismöglichkeiten lassen sich jedoch nur sehr große Gasplaneten wie der Jupiter aufspüren. Erst die Transit-Methode ermöglicht es, auch kleinere, erdähnliche Planeten um sonnenähnliche Sterne nachzuweisen. Die Beobachtung von Transitereignissen erlaubt die Bestimmung des Radius und der Masse des Planeten. Für den Planeten von OGLE-TR-3 ermittelten Hauschildt und seine Kollegen eine Masse von maximal 2,6 Jupitermassen. Künftig könnte es sogar möglich sein, anhand von Planetentransits die Planetenatmosphäre zu untersuchen, so die Forscher.

Allerdings gibt es noch andere mögliche Erklärungen - etwa ein extrem enger Doppelstern - für die bei OGLE-TR-3 beobachtete periodische Lichtabschwächung als eine Sternfinsternis, wie Peter Hauschildt einräumt. Statistisch gesehen sei dies zwar extrem unwahrscheinlich, doch weitere Beobachtungen seien geplant, um auch diese Möglichkeiten auszuschließen.

Der Nachweis von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems ist seit langer Zeit ein Ziel der Astronomie. Neben weltanschaulichen Fragestellungen nach der Einzigartigkeit unserer Erde oder der Vielfalt von Lebensmöglichkeiten in anderen Teilen des Universums hoffen die Astronomen auch sehr viel bessere Kenntnis über die Entstehung von Planeten und Planetensystemen zu erhalten. Dies ist nur möglich, wenn man einen repräsentativen Querschnitt von Planeten beobachten kann und nicht nur auf unser eigenes Planetensystem beschränkt ist. Die Arbeitsgruppe "Theoretische Astrophysik" der Hamburger Sternwarte in Bergedorf befasst sich unter anderem mit Computer Simulationen der Atmosphären von extrasolaren Riesenplaneten.

Kontakt:

Prof. Dr. Peter Hauschildt
Tel. (040) 428 91 - 4013
E-Mail: phauschildt@hs.uni-hamburg.de

Andreas Schweitzer
Tel. (040) 428 91 - 4016
E-Mail: andreas.schweitzer@hs.uni-hamburg.de

Weitere beteiligte Forscher:

Dr. Stefan Dreizler
Prof. Dr. Klaus Werner
Prof. Dr. Wilhelm Kley
Universität Tübingen

Originalarbeit:

A Possible New Transiting Planet:
http://xxx.lanl.gov/abs/astro-ph/0303183

Grafik:

Illustration zum Planetentransit:
http://www.hs.uni-hamburg.de/~stcd101/OGLE-tr-3.html

Weitere Links:

The Extrasolar Planets Encyclopaedia:
http://www.obspm.fr/encycl/encycl.html

The Optical Gravitational Lensing Eexperiment (OGLE):
http://sirius.astrouw.edu.pl/~ogle/

Rechnungen zur Planetenentstehung:
http://www.tat.physik.uni-tuebingen.de/~kley/research/planetform.html

Weitere Informationen:


Peter Wiegand, Universität Hamburg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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