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Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, 28.11.05

Magdeburger Mediziner fliegen an Bord der 8. DLR-Parabelflugkampagne

Porträt Prof. Ullrich, Quelle Universität

Airbus 300: Quelle DLR

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat ein Forschungsprojekt des Magdeburger Wissenschaftlers Prof. Dr. Dr. Oliver Ullrich (Institut für Immunologie) für den 8. DLR-Parabelflugkampagne vom 15. bis 26. Mai 2006 ausgewählt. Die Experimente werden von dem Magdeburger Forscherteam an Bord eines speziell für Parabelflüge konzipierten Airbus A300 ZERO-G an drei Flugtagen mit je 30 Parabelmanövern durchgeführt.

Das Projekt von Professor Ullrich untersucht den Einfluss der Schwerkraft auf Prozesse der Signalübertragung in Zellen des Immunsystems. "Da die Schwerkraft seit Existenz der Erde auf jedes Lebewesen und jede Zelle einwirkt, ist die Untersuchung des Einflusses der Schwerkraft auf Signalprozesse in Zellen eine ganz grundlegende biologische Frage", erläutert der Wissenschaftler. Im Rahmen einer seit etwa einem Jahr existierenden Forschungskooperation der Magdeburger Uni-Wissenschaftler mit dem DLR konnten in bodengestützten Experimenten, die teilweise in Magdeburg, teilweise an Versuchseinrichtungen am DLR in Köln durchgeführt wurden, neue Einblicke in die Bedeutung der Schwerkraft für die Zellfunktion gewonnen werden, die nun auf den Parabelflügen in realer annähernder Schwerelosigkeit (Mikrogravitation) bestätigt werden sollen. Das Forschungsprojekt der Magdeburger Wissenschaftler ist auch Teil eines Forschungsverbundes der Europäischen Weltraumbehörde ESA im Rahmen des Forschungsprogramms ELIPS-2- (European programme for Life and Physical sciences and applications utilising the International Space Station ISS) aufgenommen

Parabelflüge waren ursprünglich für das Schwerelosigkeitstraining von Astronauten konzipiert worden, werden heute aber hauptsächlich für wissenschaftliche Experimente in Schwerelosigkeit (Mikrogravitation) und zum Testen von Raumfahrttechnologien eingesetzt. In Europa werden Parabelflug-Kampagnen z.B. mit einem Testflugzeug des Typs Airbus A300 ZERO-G vom Flughafen Bordeaux-Mérignac in Frankreich oder vom Flughafen Köln/Bonn in Deutschland aus durchgeführt. Die Fluggebiete liegen über dem Atlantik oder dem Mittelmeer. Genutzt werden die von der französischen Firma Novespace angebotenen Fluggelegenheiten vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und von der Europäischen Weltraumbehörde ESA (European Space Agency). Die DLR-Parabelflugkampagne besteht aus drei Flugtagen zu je drei bis vier Flugstunden, an denen jeweils 31 Parabeln geflogen werden. Dabei steigt das Flugzeug aus dem horizontalen Flug steil nach oben, drosselt die Schubkraft der Turbinen und fliegt dabei eine Parabel, bei der für etwa 22 Sekunden annähernde Schwerelosigkeit (Mikrogravitation) herrscht. Insgesamt stehen so bei einer Kampagne etwa 35 Minuten Mikrogravitation - im Wechsel mit normaler und doppelter Erdbeschleunigung - zur Verfügung, die Forscher für ihre Experimente nutzen können.

Weitere Auskünfte: Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Oliver Ullrich, Stellv. Direktor des Instituts für Immunologie, Universitätsklinikum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Leipziger Str. 44, 39120 Magdeburg, Tel.: 0391 67-15382, Fax: 0391 67-15394, E-Mail: oliver.ullrich@medizin.uni-magdeburg.de
http://www.med.uni-magdeburg.de/fme/institute/iim/

Weitere Informationen:


Waltraud Riess, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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