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Universität Leipzig, 03.05.07

Leipziger ElePhant wird weltweit vermarktet

Innerhalb von nicht einmal zwei Jahren wurde am Innovation Center Computer Assisted Surgery (ICCAS) der Universität Leipzig das "Elektronische Phantom zur Evaluation und zum chirurgischen Training" - kurz ElePhant - entwickelt. Jetzt startet die weltweite Vermarktung.

Mit ElePhant entstand ein Simulationssystem, das sowohl für die chirurgische Aus- und Weiterbildung als auch für die patientenindividuelle Planung komplexer Operationen eingesetzt werden kann. Das System besteht aus einem Schädelmodell, das über die USB-Schnittstelle mit einem Computer verbunden wird. "Der Arzt kann mit dem realen chirurgischen Instrument die Operation mit Hilfe des Systems zunächst simulieren", erklärt Ronny Grunert, der an der Entwicklung beteiligt war. Drohen so genannte Risikostrukturen wie Nerven oder Gefäße verletzt zu werden, wird dies dem Operateur mittels eines akustischen und visuellen Signals am Computer angezeigt.

Das Projekt ElePhant startete im Juni 2005 und wurde im Juni 2006 abgeschlossen. In dieser Zeit wurde untersucht und schließlich bestätigt, dass ein chirurgisches Simulationssystem mit der objektiven Entdeckung von verletzten Risikostrukturen machbar ist. Beteiligt daran war die Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der Universität Leipzig, vor allem in Person von Dr. Gero Strauß, der auch im ICCAS-Vorstand tätig ist. Von Seiten des ICCAS arbeiteten Hendrik Möckel und Ronny Grunert aus der Nachwuchsforschergruppe von Dr. Werner Korb an dem Projekt. Die Elektronik des Systems wurde in Zusammenarbeit mit dem Forschungstransferzentrum der HTWK Leipzig entwickelt.

"Die Weiterentwicklung bis hin zum serienreifen Produkt fand durch persönliches Engagement außerhalb der Abreitszeit statt", berichtet Grunert. "Bis zur Serienreife haben wir knapp 2 Jahre gearbeitet." Unterstützung erhielten die Entwickler von der Medizintechnikfirma Karl Storz aus Tuttlingen, die das System auf nationaler Ebene in Mannheim und Hannover und international (Toronto) präsentierte.

Um das System erfolgreich zu vermarkten, wurde jetzt die Firma PHACON GmbH (3D Life Modelling And Simulation) als Ausgründung aus dem ICCAS gestartet. Den weltweiten Vertrieb des Simulations-System für die Ohrchirurgie übernimmt die Firma Karl Storz. Der Bedarf dafür ist vorhanden: "Ein Problem in der chirurgischen Ausbildung ist der Mangel an Leichenpräparaten", so Grunert. Jetzt haben Ärzte mit dem neu entwickelten System die Möglichkeit, beliebig viele Operationen zu simulieren.

Jörg Aberger

weitere Informationen:
PHACON GmbH (3D Life Modelling And Simulation)
Ronny Grunert
Telefon: 0175 - 5077839
E-Mail: info@iccas.de

Weitere Informationen:


Dr. Bärbel Adams, Universität Leipzig
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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