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Universität Augsburg, 21.01.04

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Universität Augsburg, 21.01.04

Ein Knochennagel, der sich selbst verankert, OP-Kosten senkt und den Patienten entlastet

Für eine optimale Heilung von Knochenbrüchen muss die Fraktur stabilisiert werden. Röhrenknochen (Oberarm-, Unterschenkel- oder Oberschenkelknochen) werden üblicherweise genagelt. Hierbei wird ein Metallstab in den Knochenhohlraum eingeführt und sowohl am oberen als auch am unteren Ende mit dem Knochen verschraubt. Für dieses Verfahren sind operative Eingriffe an zwei Stellen nötig, sowie der Einsatz einer Röntgen-Durchleuchtung während der Operation zur Kontrolle.

GEZIELTE AUFWEITUNG IM KNOCHENHOHLRAUM


In Kooperation mit einem Chirurgen der Universitätsklinik Erlangen entwickelten Wissenschaftler am Institut für Physik der Universität Augsburg ein Verfahren, das es möglich macht, diesen operativen Eingriff dadurch zu vereinfachen, dass sich der Knochennagel an seinem oberen Ende gezielt im Knochenhohlraum aufweitet und selbsttätig im Knochen verankert. So werden sowohl die Operations- als auch Röntgen-Durchleuchtungszeiten für den Patienten und den Arzt verkürzt.

Das für den Nagel verwendete Material Nitinol weist eine besondere Art der Kraftentfaltung auf, die für Knochen und Heilungsprozess besonders günstig erscheint. Nitinol wird bereits seit vielen Jahren in der medizinischen Implantat-Technik eingesetzt, hier nun allerdings erstmals zur Versorgung von Brüchen größerer Knochen.

SERIENREIFE IN DREI JAHREN

Das neue Verfahren wurde bereits an künstlichen Testkörpern erfolgreich eingesetzt und mittlerweile zum Patent angemeldet. In einer weiterführenden Kooperation mit Industriepartnern soll der Knochennagel nun optimiert werden. Eine Weiterentwicklung bis zur Serienreife und entsprechende klinische Tests werden frühestens in drei Jahren erwartet.

ERGEBNIS INTERDISZIPLINÄRER KOOPERATION

Wie so oft in den modernen Naturwissenschaften entstand auch hier eine innovative Idee durch interdisziplinäre Kooperation. An der Universitätsklinik Erlangen wurden der medizinische Hintergrund erarbeitet und die genauen Anforderungen formuliert. An der Universität Augsburg konnte mit materialwissenschaftlicher Kompetenz die Umsetzung in einen funktionierenden Prototypen erreicht werden. Koordination und Projektmanagement wurden vom Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung (AMU) der Universität Augsburg übernommen.
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KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN:

* zu medizinischen Fragen:

Priv. Doz. Dr. Wolfgang M. Franck
Chefarzt der Abteilung für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
Kreiskliniken Ostallgäu
Telefon 08362/500436
wolfgang.franck@t-online.de
http://www.dr-franck.de

* zu materialwissenschaftlichen Fragen:

Dr. Wolfgang Biegel
Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung (AMU)
Universität Augsburg
Telefon 0821/598-3403
info@amu-augsburg.de
http://www.amu-augsburg.de

Weitere Informationen:


Klaus P. Prem, Universität Augsburg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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