Hilfe: Sie befinden sich auf...

Universität Kassel, 25.02.00

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Universität Kassel, 25.02.00

Mit der kleinsten Düse der Welt Mikrochips putzen

Kassel. Die berühmte Haarspalterei ist eine grobe Angelegenheit im Vergleich zu heute erforschbaren Nanostrukturen: So ist die weltweit kleinste Düse kleiner als ein Tausendstel Haardurchmesser (circa 100 Nanometer) und kann zum Beispiel winzigste Unreinheiten oder Fehler auf Mikrochips entfernen. Durch den Düsentrichter der Nanodüse aus dem Kasseler Institut für Mikrostrukturtechnik und Analytik der Universität Gesamthochschule Kassel - geleitet von Prof. Dr. Rainer Kassing - können ganz gezielt Radikale, also besonders reaktionsfreudige Atome oder Moleküle, geschickt werden, um damit etwa Mikrochip-Oberflächen zu behandeln. Einsetzbar ist das Nanowerkzeug unter anderem für Siliziumoberflächen, kohlenstoffhaltige Polymerstrukturen oder DNA-Strukturen. Das Nanowerkzeug wurde am Institut von Dr. Ivo W. Rangelow und Dipl. Phys. Jens Voigt erfunden, patentiert und nun entwickelt.

Das Mikrosystem mit der Nanodüse wird durch zwei weitere Komponenten, einen Sensor und einen Chip ergänzt und kann damit gleichzeitig selektieren, analysieren und behandeln.
Das Dreikomponenten-Mikrosystem - insgesamt kaum ein Zehntel eines kleinen Fingernagels groß - ist mit einem externen Mikrowellengenerator verbunden, der ebenfalls in Kassel entwickelt wurde. In ihm werden Radikale produziert wie Fluorradikale, die gut mit Silizium reagieren oder Sauerstoffradikale, die mit Polymeren reagieren. Mit dem Fluss der Radikale können zum Beispiel atomare Defekte an Oberflächen von Chips geglättet werden, wenn sich Fehler beim Ätzen eines Mikrochips ergeben haben. Es können auch Oberflächenkratzer oder -krater beseitigt werden, indem lokal Polymere abgeschieden, herausgelöst und an anderer Stelle eingesetzt werden. Der integrierte Sensor meldet über ein feedback an den Chip die vorhandene Oberflächenstruktur in einer Größenordnung von einem Nanometer und kann dann die analysierte Stelle gezielt mit der Nanodüse behandeln.

Die Düse ist eines von zahlreichen Nanowerkzeugen, die in der von Dr. Rangelow geleiteten Arbeitsgruppe am Institut für Mikrostrukturtechnik und Analytik der Universität Gesamthochschule Kassel entwickelt wurden. So wurde unter anderem eine Zange entwickelt, die winzige Mikroteile, etwa in Größenordnung eines roten Blutkörperchens, fassen kann: Entwicklungen, die für Forschung und Industrie von hoher Bedeutung sind.
Die Nanostrukturwissenschaften bilden einen Forschungsschwerpunkt an der GhK, an dem interdisziplinär Physiker, Elektrotechnik und demnächst auch Chemiker und Biologen der Kasseler Universität beteiligt sind. Annette Ulbricht-Hopf
3.206 Zeichen
Kontakt und weitere Information:
Universität Gesamthochschule Kassel, Institut für Mikrostrukturtechnik und Analytik, 34109 Kassel
Prof. Dr. Rainer Kassing
Dr. Dipl.-Ing. Ivo W. Rangelow
Tel.: (0561) 804-4532, -4507, -4586
Fax: (0561) 804-4136

Email: rangelow@physik.uni-kassel.de oder kassing@physik.uni-kassel.de
http://www.physik.uni-kassel.de/tech/

Hinweis an die Redaktion:
Sie können Bildmaterial (copyright: Universität Gesamthochschule Kassel, Institut für Mikrostrukturtechnologie und Analytik) zum obigen Thema abrufen unter:
http://www.uni-kassel.de/presse/pm/feb00-09a.ghk (Nanozange)
http://www.uni-kassel.de/presse/pm/feb00-09b.ghk (Nanodüse)

Weitere Informationen:


Ingrid Hildebrand, Universität Kassel
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Digitale Experten für Epilepsie-Monitoring 
 Annäherung auf atomarer Ebene