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Fachhochschule Kaiserslautern, 07.04.05

Human-Computer Interaction: Benutzerzentrierter Entwurf interaktiver Systeme

Sich mit meterdicken, schwerverständlichen Handbüchern an die Bedienungsfunktionen des neuen Computers herantasten, ist ein Bild, das nun endgültig der Vergangenheit angehören soll. Der moderne Rechner hat eine Benutzeroberfläche, die "weiß", welche Taste User intuitiv drücken oder welchen Button sie anklicken wollen, um eine bestimmte Funktion zu erreichen. Mit welchen Verfahren Usability Experten herausfinden, was Anwenderinnen und Anwender wünschen, präsentiert das Kompetenzzentrum Instructional Design in Technology der Fachhochschule Kaiserslautern auf der Hannover Messe 2005.

Zur Interaktion zwischen Benutzer und Anwendung finden sich als Schnittstelle heute nahezu ausnahmslos grafische Benutzeroberflächen (User Interfaces). Je benutzer- und aufgabengerechter diese User Interfaces sind, desto höher/optimierter ist die Erlern- und Bedienbarkeit des vorliegenden Systems. Die Gestaltung solcher Interfaces erfolgt unter Rückgriff auf bereits evaluierte, konzeptübergreifende Design Patterns. Im Bereich der multimedialen Wissensvermittlung wird neben allgemein gültigen Gestaltungsprinzipien eine besondere Bedeutung einer möglichst lerneffektiven Vermittlung des Lehrstoffes beigemessen. Zur Entwicklung multimedialer Lehr- und Lernsysteme sind daher didaktische und instruktionspsychologische Grundlagen notwendig.

Ein weiterer Prozess, der eng mit der Konzeption und Realisierung der Schnittstelle verbunden ist, ist die Usabilityevaluation. Anband geeigneter Usabilitytests wird der Umgang des Anwenders mit der Applikation unter dem Gesichtspunkt der Benutzerfreundlichkeit beobachtet. Durch die Evaluation werden Schwachstellen sehr leicht erkannt und in einem iterativen Gestaltungsprozess behoben.
Ein häufig verwendetes Konzept einer Usabilityevaluation ist die Kombination einer Heuristischen Analyse in Verbindung mit einem empirischen Usabilitytest. Eine Verbindung dieser beiden Evaluationsansätze erlaubt es, Optimierungspotenzial zuverlässig und umfassend zu identifizieren. Bei dem erstgenannten Ansatz greifen Usability Experten bei der Überprüfung des User Interface auf allgemein etablierte und durch wissenschaftliche Untersuchungen gefestigte Erkenntnisse zurück.
Bei einer empirischen Evaluation werden zur Evaluation der Benutzerfreundlichkeit Probanden integriert. Ihre Aufgabe ist es, vorgegebene Aufgaben (Task) zu bearbeiten. Die Benutzer befinden sich üblicherweise in einem Userraum und können aus dem benachbarten Observationsraum durch eine einseitig durchsichtige Spiegelwand beobachtet werden. Durch Screencaptures, Logfiles und Videokameras werden sämtliche Benutzeraktionen sowie deren Gestik protokolliert. Um weitere Informationen zu gewinnen, werden die Benutzer gebeten, all ihre Denkprozesse laut auszusprechen (thinking aloud).
Als weiteres Analyseinstrument kommt häufig ein Blickaufzeichnungsgerät (Eye Tracker) zum Einsatz. Dieser zeichnet mittels einer schwachen Infrarot-Lichtquelle sämtliche Fixationsverläufe des Auges auf. Eyetracking liefert somit umfangreiche Informationen über Blickverläufe, Verweildauer etc. und gestattet es, anband bestimmter Kriterien Rückschlüsse auf die Benutzerfreundlichkeit zu ziehen.
Das Competence Centre Instructional Design in Technology demonstriert auf der Hannover
Messe 2005 an einem konkreten Beispiel mittels Eye- Tracker die oben beschriebenen Verfahrensweisen.

Ansprechpartnerin: Dr. Susanne Schohl / Tel. 0631/3724-159
Redaktion: Pressestelle FH-Standort Kaiserslautern
Hubert Grimm / Tel.: 0631/3724-108 / Email: presse@fh-kl.de
Elvira Grub / Tel.: 0631/3724-163


Hubert Grimm, Fachhochschule Kaiserslautern
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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