Hilfe: Sie befinden sich auf...

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 30.01.07

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die im Artikel enthaltenen Bilder klicken, um eine größere Version des Bildes angezeigt zu bekommen.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 30.01.07

Herz und Atmung im Takt des Schlafs

Beim Schlafen gibt es verschiedene Phasen der Synchronisation von Herzschlag und Atmung. Diese Phasen spiegeln die Schlafstadien wider - an ihnen lässt sich also erkennen, ob jemand sich im Tief- oder im Traumschlaf befindet. Das haben Forscher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Philipps-Universität Marburg und der Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan (Israel) herausgefunden. Ein stationärer Aufenthalt in einem Schlaflabor könnte damit in vielen Fällen überflüssig werden. Die Resultate des Forschungsprojekts werden Anfang Februar in der renommierten Zeitschrift "Physical Review Letters" veröffentlicht.

Juniorprofessor PD Dr. Jan W. Kantelhardt
Foto: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Jedermann weiß, dass sich beim Joggen die Atmung mit den Beinbewegungen synchronisiert. Aber wie sieht das für das Herz aus? Gibt es verschiedene Phasen der Synchronisation zwischen Herzschlag und Atmung in Abhängigkeit von physiologisch unterschiedlichen Zuständen des Körpers? Mit dieser Frage beschäftigten sich theoretische Physiker der Martin-Luther-Universität in einem internationalen Kooperationsprojekt. Sie nahmen sich die Schlafphase vor, die durch verschiedene Stadien gekennzeichnet ist. Tief- und Traumschlaf wechseln sich ab, der menschliche Körper durchläuft mehrere Zyklen. "Diese Schlafstadien werden durch das Gehirn generiert und stehen eigentlich nicht direkt mit autonomen Körperfunktionen wie Herzschlag oder Atmung in Verbindung", weiß Jan Kantelhardt, Juniorprofessor am Institut für Physik der Martin-Luther-Universität. "Wir konnten nun aber zeigen, dass die Muster der sogenannten Phasen-Synchronisation zwischen Herzschlag und Atmung die Schlafstadien widerspiegeln."

Die Forscher zeichneten die Daten von 112 gesunden Probanden im Alter von 20 bis über 70 Jahren während der Schlafphase auf. Ihre Ergebnisse sind eindeutig und unabhängig von Geschlecht, Alter und Körper-Massen-Index. Die Wissenschaftler nutzten einen auf Methoden der Theoretischen Physik beruhenden automatischen Algorithmus, der die Synchronisationsphasen objektiv erkennen kann. Bei dem Projekt handelt es sich also um eine erfolgreiche interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Physik und Medizin. Medizinischer Partner war die Universitätsklinik Marburg.

"Mit unseren Messmethoden ist nun erstmals ein Nachweis von Übergängen in der Phasen-Synchronisation in einem Experiment gelungen", sagt an Kantelhardt. "Damit bekommen die vielen theoretischen Arbeiten der Physiker eine praktische Bedeutung." Mögliche Anwendungen der Resultate sehen die Forscher in der automatischen Erkennung von Schlafstadien allein auf der Basis von Herzschlag- und Atmungsaufzeichnungen, die - anders als konventionelle Analysen - keine stationäre Aufnahme in einem Schlaflabor erfordern. Außerdem untersuchen sie gerade gemeinsam mit Kardiologen der TU München für Herzinfarktpatienten, wie die Art und der Grad der Phasensynchronisation mit der Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems zusammenhängen und ob sich daraus diagnostisch relevante Parameter gewinnen lassen.

Jan Kantelhardt ist seit drei Jahren Juniorprofessor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Die Stelle des 36-Jährigen wurde vor kurzem nach einer positiven Zwischenevaluierung verlängert. Die Veröffentlichung der aktuellen Forschungsergebnisse in der Zeitschrift "Physical Review Letters" ist für den 2. Februar vorgesehen.

Ansprechpartner:
Juniorprofessor PD Dr. Jan W. Kantelhardt
Tel.: 0345-55 25433
E-Mail: jan.kantelhardt@physik.uni-halle.de


Dipl.-Journ. Carsten Heckmann, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Wolkenwirbel mit Bergen und Schluchten 
 Innovative Analytik in der Nanotechnologie