Hilfe: Sie befinden sich auf...

Georg-August-Universität Göttingen, 12.09.07

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die Schlagworte zum Artikel klicken, um (andere) Artikel zu den jeweiligen Schlagworten anzuzeigen.
Sie können auf die im Artikel enthaltenen Bilder klicken, um eine größere Version des Bildes angezeigt zu bekommen.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Georg-August-Universität Göttingen, 12.09.07

Gasriesen-Planet entdeckt, der Ausdehnung seines Zentralsterns überlebt hat

Künstlerische Darstellung des Systems V 391 Pegasi in dem Zustand, in dem der Zentralstern vor rund 100 Millionen Jahren seine maximale Ausdehnung als Roter Riese erreicht hatte und den Planeten fast "verschluckt" hätte.
HELAS - European Helio- an Asteroseismology Network

Dr. Sonja Schuh
Universität Göttingen

Eine internationale Forschergruppe unter Beteiligung der Göttinger Astrophysikerin Dr. Sonja Schuh hat als erste einen Gasriesen-Planeten entdeckt, der die Ausdehnung seines Zentralsterns kurz vor dessen Verlöschen als sogenannter "Roter Riese" überlebt hat. Dies berichtet das Forscherteam unter Leitung des italienischen Astrophysikers Dr. Roberto Silvotti in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Nature" (13. September 2007). Aus den Erkenntnissen über den rund zehn Millarden Jahre alten Planeten V 391 Pegasi b könnte, so die Autoren, auch ein erstes Szenario abgeleitet werden über das Schicksal der Erde, wenn die Sonne in rund fünf Milliarden Jahren ihren nuklearen Brennstoff als wichtigste Energiequelle verbraucht haben wird.


Die Ausdehnung zum "Roten Riesen" läutet die Endphasen in der Existenz eines Sterns ein: Wenn der Wasserstoffvorrat als wichtigste Energiequelle aufgebraucht ist, bläht sich das Volumen eines Sterns um mehrere Millionen auf und "verschluckt" dabei Planeten, die ihn auf engen Bahnen umkreisen. "Mit dem rund zehn Milliarden Jahre alten V 391 Pegasi b können wir zum ersten Mal nachweisen, dass ein Planet, der nah an der Gefahrenzone existiert, diese Ausdehnung seines Zentralsterns überlebt hat", so Dr. Sonja Schuh, wissenschaftliche Assistentin am Institut für Astrophysik der Universität Göttingen. Auch unsere Sonne wird sich zum Ende ihrer Existenz zu einem "Roten Riesen" entwickeln. Erwartet wird, dass dann die sonnennächsten Planeten Merkur und Venus in der Hülle der Sonne verschwinden werden, während der Mars wahrscheinlich überleben wird. Das Schicksal der Erde dagegen ist sehr viel ungewisser: "Ähnlich wie der von uns entdeckte Planet V 391 Pegasi b liegt die Erde am Rand der erwarteten Ausdehnungszone. Voraussichtlich wird die Erde die Ausdehnung unserer Sonne nicht überstehen, aber mit Sicherheit können wir dies nicht voraussagen", erläutert die Göttinger Wissenschaftlerin.

Den Nachweis der Existenz des Planeten V 391 Pegasi b führten die Forscher im Rahmen ihrer Beobachtungen der periodischen Helligkeitsschwankungen des pulsierenden Zentralsterns: In einem Zeitraum von mehr als sieben Jahren haben sie mit unterschiedlichen Teleskopen an mehreren Standorten diese Schwankungen gemessen (Photometrie). Dabei stießen sie auf Unregelmäßigkeiten: Die Lichtstrahlen kamen bei der Aufzeichnung auf der Erde außerhalb des erwarteten "Taktes" an. Dies erklären sie sich damit, dass sich die Entfernung des Sterns zur Erde periodisch ändert. Nach weiteren Analysen der Datenreihen kamen die Forscher zu folgender Interpretation: Der Zentralstern wird durch die Anwesenheit eines Begleiters mit planetarer Masse auf eine Umlaufbahn um den gemeinsamen Schwerpunkt gezwungen. "Weil wir die dadurch hervorgerufenen Störungen genau kennen, können wir durch Berechnungen Rückschlüsse auf die Eigenschaften dieses Planeten ziehen", so Dr. Schuh. Die Göttinger Astrophysikerin hat in den vergangenen Jahren mit ihren Beobachtungen an Teleskopen in Südspanien rund zehn Prozent zum Gesamt-Datensatz beigetragen.

Titel der Originalveröffentlichung:
Dr. Roberto Silvotti et al.: A giant planet orbiting the "extreme horizontal branch" star V 391 Pegasi.
In: Nature, Volume 449, Number 7159.

Kontaktadresse:
Dr. Sonja Schuh
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Physik
Institut für Astrophysik
Friedrich-Hund-Platz 1, 37077 Göttingen
Telefon (0551) 39-5050, Fax (0551) 39-5043
e-mail: schuh@astro.physik.uni-goettingen.de
Internet: www.astro.physik.uni-goettingen.de?

Weitere Informationen:


Marietta Fuhrmann-Koch, Georg-August-Universität Göttingen
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Magnetische Datenspeichertechnik der Zukunft 
 Mediensysteme schaffen neue Dimensionen: Barcodes mit Farbe und Zeit