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Siemens AG, 22.06.04

Fernseher wird zur Multimediazentrale

Künftig wird der heimische Fernseher nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der Kommunikation dienen: Siemens hat eine Technik entwickelt, mit der Nutzer mit dem TV-Gerät über die Telefonleitung im Internet surfen, E-Mails und SMS/MMS versenden, sowie Videotelefonieren können. Darüber hinaus lassen sich so auch die neuesten Filme, Musikvideos und Spiele aus dem Netz ziehen. Voraussetzung ist ein herkömmlicher DSL-Anschluss und ein Fernseher.
Als erster Anbieter wird der größte belgische Netzbetreiber Belgacom den interaktiven digitalen TV-Dienst ab Herbst 2004 einführen. Das Unternehmen hat etwa 5,2 Millionen Festnetzanschlüsse, darunter rund 700.000 DSL-Kunden. Belgacom wird unter anderem Video-on-Demand anbieten sowie Online-Spiele, elektronisches Einkaufen und eine erweiterte Form von Teletext.
Das System, das Siemens schlüsselfertig installiert, besteht aus der so genannten Set-Top-Box, einem kleinen flachen Kasten, ähnlich groß wie ein Laptop. Die Box wird mit dem TV-Gerät und dem DSL-Anschluss verbunden, bei Bedarf auch noch mit PC, Telefon oder Webcam. Die Anwendung ist einfach, das System ist ohne besondere Vorkenntnisse bedienbar.
Nach der einmaligen Installation ergeben sich viele Möglichkeiten: So können die Nutzer beispielsweise fernsehen und sich gleichzeitig via Videotelefonie oder E-Mail mit einem Freund über den Film austauschen. Im Internet können sie Zusatzinformationen über den Film ansehen. Will ein Anwender eine bestimmte Sendung nicht verpassen, ist er aber zum Zeitpunkt der Übertragung außer Haus, genügt ein Klick auf die gewünschte Sendung mit der Fernbedienung oder einer speziellen Tastatur im Electronic Programme Guide, der digitalen Fernsehzeitschrift, und das System speichert den Film.
Die Online-Dienste laufen über das Internet-Protokoll. Da das System DSL nutzt - also eine bereits bestehende Infrastruktur - und dazu noch modular aufgebaut ist, bietet es den Festnetzbetreibern interessante Geschäftsmöglichkeiten, etwa neue Kooperationsoptionen mit Fernsehsendern auf dem Gebiet des "Interactive TV".
Foto: http://www.siemens.com/icn-bild/soicn200401-08

Weitere Informationen:


Dr. Norbert Aschenbrenner, Siemens AG
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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