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Technische Universität Clausthal, 18.10.07

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3-D, Scanner, Software

Clausthaler Scanning-Technologie begeistert Franzosen

Clausthal-Zellerfeld. Zweidimensionales Scannen kennt fast jeder. Für viele Studierende zählt ein digitales Einlesegerät für Texte und Bilder heute zur Grundausstattung. Bei einem 3D-Scanner hört allerdings die Heimarbeit auf. Um ein solches Gerät nutzen zu können, nehmen Wissenschaftler sogar eine Anreise von 1300 Kilometern in Kauf. Laurent Saboret ist eigens aus dem südfranzösischen Sophia Antipolis mit einem großen Koffer voller Gegenstände zum Institut für Informatik der TU Clausthal gekommen, um die Objekte einzuscannen.

Deutsch-französische Kooperation: der Clausthaler Professor Kai Hormann (r.) und Laurent Saboret vom "INRIA" mit dem 3D-Scanner.

Der Beschäftigte der staatlichen französischen Forschungseinrichtung "INRIA", der eine Woche im Oberharz bleibt, ist ganz begeistert: "Um beispielsweise eine Hand aus Gips zu digitalisieren, benötige ich hier 15 Minuten. Mit unserer Technologie zu Hause in Sophia Antipolis wären bestimmt zwei Stunden dafür nötig gewesen."

Den dreidimensionalen Scanner hat Informatikprofessor Kai Hormann, dessen Forschungsgebiet die Beschreibung und Manipulation von Flächen und Körpern im Raum umfasst, vor zwei Jahren für seine Arbeitsgruppe angeschafft und verbessert. Das Gerät, bestehend aus Roboterarm, Laserprojektor und Kamera, ist rund 45.000 Euro wert. Die zugehörige Software ist von Tim Winkler, einem von Professor Hormanns Doktoranden, im Rahmen seiner Diplomarbeit entscheidend optimiert worden. Nun kommen die einzigartigen Clausthaler Möglichkeiten auch den Franzosen zugute.

Bahnt sich mit der "French Connection" womöglich eine längerfristige Partnerschaft an? "Es ist unsere erste Zusammenarbeit, daraus könnte sich natürlich eine echte Kooperation entwickeln", sagt Computergrafik-Experte Hormann. Den 3D-Scanner darf der freundliche Franzose nutzen, ohne dafür zu bezahlen, denn die Ergebnisse dienen dem europäischen Forschungsprojekt "Aim@Shape".

Außer an der Technischen Universität Clausthal gibt es solche Geräte insbesondere in großen Industrieunternehmen (allerdings ohne die Clausthaler Software), wo sie zur Qualitätssicherung eingesetzt werden. Wer einen digitalen Film dreht oder etwas auf dem Bildschirm simulieren will, greift ebenfalls auf dreidimensionale Scanning-Technologien zurück. Im weiteren Sinne funktioniert auch die Computertomografie in der Medizin nach dem selben Prinzip. Es lohnt sich also, auf diesem Gebiet in die Forschung zu investieren - was bedeutet da schon eine Anreise von 1300 Kilometern?


Christian Ernst, Technische Universität Clausthal
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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