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Fachhochschule Lübeck, 10.12.02

Wenn Bagger sehen lernen

Absolvent der FH Lübeck gewinnt ersten Preis der Prof. Dr. Werner Petersen-Stiftung für die Entwicklung einer grafischen Oberfläche des Prozessleitsystems von Schneidkopfbaggern

Die Zeiten, in denen Schwimmbagger (Schneidkopfbagger) blind unter der Wasseroberfläche ihre Arbeiten verrichten sind vorbei. Im Trüben baggern gehört seit der Diplomarbeit von FH Lübeck Absolvent Jan Mauff, Studiengang Energiesysteme und Automation, der Vergangenheit an. Diplomingenieur Mauff hat ein Verfahren entwickelt, mit dem Schneidkopfbaggern Augen verliehen werden. Er hat damit den Prof. Dr. Werner Petersen-Preis gewonnen.
Schneidkopfbagger tragen mit einem rotierenden Schneidkopf Bodenmaterial ab, das über Saugleitungen abtransportiert wird. Das Baggern unter Wasser ist immer ein Arbeiten in unsichtbarer Umgebung, obwohl die gewünschten, neu entstehenden Bodenprofile ein Höchstmaß an Präzision aufweisen sollen.

Zur Optimierung des Baggerprozesses hat Diplomingenieur Mauff für das Prozessleitsystem des Baggers eine grafische Oberfläche zur Eingabe sowie zur Darstellung des Unterwasserbodenprofils mit Anzeige der Position des Schneidkopfes entwickelt. Bedingt durch die Komplexität der eingesetzten Komponenten und angewandten Baggermethoden sind bedienerfreundliche Prozessleitsysteme zur Visualisierung und Steuerung der Anlage in hohem Maße erforderlich.

Hierzu hat Herr Mauff die geographische Positionsbestimmung mittels Global Positioning System (GPS) untersucht, und ein Programm zum Einlesen von GPS- sowie Kompassdaten programmiert. Nach Untersuchung und Auswahl eines geeigneten mathematischen Verfahrens zur Darstellung von Landschaften aus einer gegebenen Anzahl ungeordneter Raumpunkte, wurde das Grafikprogramm erstellt.
Die neue Entwicklung spart Zeit und Kosten und ist deshalb für Unternehmen innovativ und wichtig, so sein Betreuer, Dr. Hermann Hochhaus, Professor für Energiesysteme und Automation an der FH Lübeck. Er war es auch, der die Diplomarbeit bei der Prof. Dr. Werner Petersen-Stiftung vorgeschlagen hatte.
Am letzten Novemberwochenende wurden die ausgewählten Arbeiten prämiert. Dipl.-Ing. Jan Mauff hat mit seiner Arbeit den ersten Preis für Fachhochschulen der Prof. Dr. Werner Petersen-Stiftung erzielt. Jan Mauff (32), gebürtiger Lübecker, ist ausgebildeter Energieelektroniker und hat sich mit einem Studium in der Elektrotechnik, Studiengang Energiesysteme und Automation (ESA) an der Fachhochschule Lübeck von 1998 bis 2002 zum Diplomingenieur qualifiziert.

Die Diplomarbeit "Visualisierung submariner Bodenprofile in 2-D und 3-D inclusive GPS-Positionsbestimmung zur Darstellung eines Schneidkopfbaggers über Grund" ist eine praxisorientierte Aufgabenstellung und entstand in Zusammenarbeit mit der Abteilung Automation Systems Marine Technology der Lübecker Maschinenbau Gesellschaft mbH in Lübeck, die Automationssysteme für Schwimmbagger entwickelt und konstruiert.

Weitere Informationen:


Frank Mindt, Fachhochschule Lübeck
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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