Hilfe: Sie befinden sich auf...

Forschungsverbund Berlin e.V., 14.03.08

Ergänzend zum Artikel

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die Schlagworte zum Artikel klicken, um (andere) Artikel zu den jeweiligen Schlagworten anzuzeigen.
Auf der rechten Seite finden Sie ebenfalls Artikelinks und weitere Informationen zu den Schlagworten dieses Artikels.
Sie können auf die im Artikel enthaltenen Bilder klicken, um eine größere Version des Bildes angezeigt zu bekommen.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Forschungsverbund Berlin e.V., 14.03.08

Atombewegungen sichtbar machen

Physiker und Gerätebauer haben einen kommerziellen Prototyp für die Femtosekunden-Röntgenbeugung entwickelt. Damit steht ein international konkurrenzloses Gerät für Grundlagenuntersuchungen in Physik, Chemie und Materialwissenschaften zur Verfügung, das ultra schnelle Atombewegungen sichtbar machen kann.

Prototyp für die Femtosekunden-Röntgenbeugung

Physiker am Max-Born Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie (MBI) in Berlin-Adlershof haben in Zusammenarbeit mit Gerätebauern der Adlershofer Firma IfG - Institute for Scientific Instruments GmbH und der Fa. Feinmechanik Teltow ein Prototyp-Labor-Gerät für Röntgenbeugung im Ultrakurzzeitbereich entwickelt. In einer modular aufgebauten Anlage werden unter Verwendung eines kommerziellen Hochleistungslasers Blitze harter Röntgenstrahlung erzeugt, deren Dauer ungefähr eine Zehntel Pikosekunde (1 Pikosekunde = 1 Millionstel einer Millionstel Sekunde) beträgt. Damit steht ein international konkurrenzloses Gerät für Grundlagenuntersuchungen in Physik, Chemie und Materialwissenschaften zur Verfügung.


In der Nanotechnologie und der molekularen Biologie arbeiten Wissenschaftler mit immer kleineren Strukturen wie einzelnen Atomschichten oder Molekülgruppen. Sie wollen in diese Strukturen gezielt eingreifen und dadurch bestimmte Funktionen erzielen. Veränderungen in solchen Nanostrukturen haben eines gemeinsam: Sie spielen sich auf unvorstellbar kleinem Raum ab und sie sind extrem schnell. "Für das Verständnis dieser ultraschnellen Prozesse brauchen wir ein anschauliches Bild davon, was auf atomarer Ebene passiert", sagt der Physiker Matias Bargheer. Bereits seit hundert Jahren liefert die Röntgenbeugung extrem genaue Informationen über die Struktur von Molekülen und Festkörpern. Seit einigen Jahren können Physiker nun auch ultrakurze Röntgenblitze herstellen. Diese liefern Schnappschüsse der ultraschnellen Atombewegungen mit einer Belichtungszeit von etwa 0,1 Pikosekunde.

Nur wenige hochspezialisierte Forschergruppen - dazu zählt auch die Gruppe am MBI - konnten bisher solche Röntgenblitze erzeugen. Aber auch viele Grundlagenforscher aus den Bereichen Chemie und Materialwissenschaften interessieren sich für die Methode. Matias Bargheer: "Unser ursprünglicher Versuchsaufbau war aber nicht ohne weiteres auf andere Labore übertragbar und erforderte viel Spezialwissen." Das entwickelte Prototyp-Labor sei nun auch von Nicht-Laserphysikern bedienbar und zudem noch "erschwinglicher als ein Computer-Tomograph", so Bargheer. Erst in einigen Jahren werden vergleichbare Untersuchungen an sogenannten Freie-Elektronen-Lasern im Röntgenbereich möglich sein, die sich derzeit noch im Aufbau befinden.

Mit der Methode der Femtosekunden-Röntgenbeugung gelang es dem Physiker und seinen Kollegen bereits, ultraschnelle Bewegungen in verschiedenen Nanostrukturen zu verfolgen und die Mechanismen zu identifizieren, die zu ultraschnellen Veränderungen führen. Sie konnten beispielsweise beobachten, wie durch optische Anregung einer metallisch-ferroelektrischen Nanoschicht die elektrische Polarisation in nur 1 Pikosekunde abgeschaltet werden konnte (Korff-Schmising et al, Physical Review Letters, 98, 257601, 2007). "Solche Erkenntnisse können beim Design neuer elektronischer Bauelemente helfen, die unsere Computer noch tausendmal schneller machen", hofft Bargheer. Ähnliche Methoden haben die MBI-Physiker auch auf Halbleiter-Nanostrukturen und Molekülkristalle angewendet.

Über das Prototyp-Labor zur Femtosekunden-Röntgenbeugung, dessen Entwicklung auch im Rahmen des PROFIT Programms des Berliner Senats gefördert wurde, berichten Matias Bargheer, der mittlerweile eine Juniorprofessur an der Universität Potsdam innehat, und seine Kollegen vom Institute for Scientific Instruments am 17. März 2008 auf der "Laser Optics Berlin". Neben den wissenschaftlichen Ergebnissen und den geschaffenen Möglichkeiten zu einer breiten Applikationsforschung haben sich bereits erste kommerzielle Erfolge ergeben. Noch in diesem Jahr wird für ein Max-Planck-Institut in Göttingen eine weitere Femtosekunden-Röntgenquelle vom IFG aufgebaut. Weitere Anfragen liegen bereits vor.

Weitere Informationen:
Prof. M. Bargheer, Institut für Physik und Astronomie, Universität Potsdam, Karl-Liebknechtstr. 24-25, 14476 Potsdam, Tel. 0331 977 4272, Fax.: 0331 977 549, E-Mail: bargheer@uni-potsdam.de

Prof. T. Elsässer, Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie, Max-Born-Str. 2 A, 12489 Berlin, Tel. 030 63921401, Email: elsaesser@mbi-berlin.de

Weitere Informationen:


Christine Vollgraf, Forschungsverbund Berlin e.V.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Berliner Lasermodul sorgt für blitzschnelle Satellitenbilder 
 Ein Kurzpuls-Laser für die Westentasche

Klicken Sie auf die Schlagworte um weitere Links oder Infos dazu angezeigt zu bekommen
Weitere Artikel zu "Atom"

Wikipedia Logo
Das Atom (von altgriechisch ἄτομος (ὕλη) átomos (hýle) „unteilbare (Materie)“) ist der kleinste chemisch nicht weiter teilbare Baustein der Materie. Im Laufe der Wissenschaftsgeschichte wurden unterschiedliche Atommodelle vorgeschlagen. Wikipedia


 

Wikipedia Logo
Röntgenbeugung (international X-Ray Diffraction, XRD), oder auch Röntgenstreuung (synonyme Begriffe), ist die Beugung von Röntgenstrahlung an geordneten Strukturen wie Kristallen oder Quasikristallen. Grundsätzlich zeigt Röntgenstrahlung die gleichen Beugungserscheinungen wie Licht und alle anderen elektromagnetischen Wellen. Röntgenbeugung ist eine der Standardmethoden zur Strukturaufklärung kondensierter Materie, insbesondere von Kristallen. Röntgenbeugung wird in der Materialphysik, der Kristallographie, der Chemie und der Biochemie eingesetzt. Beispielsweise spielten Ergebnisse der Röntgenstreuung eine wichtige Rolle bei der Strukturaufklärung der DNA. Wikipedia


 

Archiv

Themen

Schlagworte

Anzeigen