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Friedrich-Schiller-Universität Jena, 20.02.03

Astronomentagung: Riesenplanet bei Riesenstern entdeckt

Nicht nur sonnen-ähnliche, auch Riesensterne haben Planeten

Tautenburg/Freiburg/Weimar (20.02.03) Johny Setiawan vom Freiburger Kiepenheuer-Institut für Sonnenphysik und ein internationales Team von Astronomen haben vor einiger Zeit einen Riesenplaneten um einen Riesenstern entdeckt. Der Stern, um den der Planet kreist, ist 26-mal größer als unsere Sonne. Die Entdeckung ist jetzt während der Tagung "Planetenbildung: Das Sonnensystem und extrasolare Planeten", die gemeinsam von der Thüringer Landessternwarte Tautenburg und dem Astrophysikalischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena organisiert wird, in Weimar der Fachwelt vorgestellt worden.


Setiawan und Artie Hatzes, Direktor der Thüringer Landessternwarte Tautenburg und Professor für Astronomie an der Universität Jena, haben mit einem Durchmusterungsprogramm, das regelmäßig 83 Riesensterne, so genannte K Giants beobachtet, einen Planeten um den Stern HD 122430 gefunden. Der Planet unterscheidet sich wesentlich von den Planeten unseres Sonnensystems. Zum einen ist er etwa 3,7-mal größer als Jupiter. (Jupiter ist der größte Planet unseres Sonnensystems. Seine Größe gilt als Bezugspunkt für extrasolare Planeten.) Zum anderen bewegt er sich auf einer sehr exzentrischen Umlaufbahn mit einer Periode von 349 Tagen um seinen Zentralstern. Die Erde und ihre Geschwister bewegen sich dagegen alle auf runden Orbits um die Sonne.

Der Stern HD 122430 ist 433 Lichtjahre von der Erde entfernt. Sein Radius entspricht ungefähr 26,3-mal dem Radius der Sonne. Solche Riesensterne sind wahrscheinlich sehr alt. Alte Sterne dehnen sich aus und werden riesig. Irgendwann wird dieser Stern seinen Planeten verschlucken.

Derzeit sind über 100 extrasolare Planeten bekannt. Die Astronomen haben bisher vorwiegend sonnenähnliche Sterne beobachtet, um zu sehen, ob sie Exo-Planeten haben. Setiawan und Hatzes konzentrieren sich auf Sterne, die von anderen Forschern bislang "vernachlässigt" werden, zum Beispiel Riesenplaneten. Das ist innerhalb kurzer Zeit der zweite Planet, den das Team um Setiawan und Hatzes gefunden hat. Bereits im Dezember 2002 hatten sie um den Riesenstern HD 47536 einen Exo-Planeten entdeckt.

Je mehr Planeten die Astronomen finden, desto eher gelingt es ihnen, mehr über diese Sternbegleiter herauszufinden. Nur dann können auch Rückschlüsse auf die Entstehung unseres Sonnensystems gezogen und viele offene Fragen beantwortet werden.

Zu dem Team, das den Planeten gefunden hat, zählen außer Setiawan noch Oskar von der Lühe, ebenfalls vom Kiepenheuer-Institut für Sonnenphysik, Artie Hatzes, Thüringer Landessternwarte Tautenburg, Luca Pasquini von der Europäischen Südsternwarte in Garching, L. da Silva, Observatorio Nacional, Rio de Janeiro, Brasilien und Leo Girardi vom Osservatorio Astronomico di Trieste in Italien.

Kontakt:

Prof. Dr. Artie Hatzes
Thüringer Landessternwarte Tautenburg
Sternwarte 5, 07778 Tautenburg
Tel.: 036427 / 86363
E-Mail: artie@tls-tautenburg.de
Internet: www.tls-tautenburg.de

Johny Setiawan
Kiepenheuer-Institut für Sonnenphysik
Schoeneck Str. 6/7, 79104 Freiburg (Brsg)
Tel.: 0761 / 3198160
Fax: 0761 / 3198111
E-Mail: setiawan@kis.uni-freiburg.de

Über die Thüringer Landessternwarte Tautenburg:
Die Thüringer Landessternwarte Tautenburg liegt zirka 15 Kilometer nördlich der Universitätsstadt Jena. Die Landessternwarte betreibt ein 2-Meter-Spiegelteleskop, das gleichzeitig die größte Schmidt-Kamera der Welt ist. Carl Zeiss Jena hat das Teleskop gebaut. Forschungsschwerpunkte der Landessternwarte sind die Suche nach und das Studium von extrasolaren Planeten, die Entstehung und das Sterben von Sternen sowie die Entwicklung von Galaxien. Die Thüringer Landessternwarte Tautenburg und das Astrophysikalische Institut und Universitäts-Sternwarte der Friedrich-Schiller-Universität Jena bündeln ihr Know-how in einem Kompetenzzentrum für Exo-Planeten-Forschung "exoplanet.de". Neben der Forschung steht auch die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Information der Öffentlichkeit über aktuelle Forschungsergebnisse im Zentrum der Aktivitäten des Instituts.


Axel Burchardt, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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