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Hochschule Zittau/Görlitz (FH), 20.09.04

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Hochschule Zittau/Görlitz (FH), 20.09.04

Weltweit die erste magnetgelagerte Pumpe in einem Kraftwerk in Betrieb genommen

Von links: Reinhardt Hassa, Vorstand Kraftwerke Vattenfall, Prof. Rainer Hampel, Rektor Hochschule Zittau/Görlitz, Norbert Jentsch, Projektleiter Vattenfall, Prof. Frank Worlitz, Projektleiter Hochschule Zittau/Görlitz

Im Beisein von Reinhardt Hassa, Vorstand Kraftwerke von Vattenfall Europe Generation AG & Co.KG für Kraftwerke, und Professor Rainer Hampel, Rektor der Hochschule Zittau/Görlitz, fand die offizielle Inbetriebnahme der weltweit ersten magnetgelagerten Pumpe im Kraftwerk Boxberg statt.

Bereits seit 1999 wird an der Entwicklung und dem Einsatz von magnetgelagerten Pumpen am Institut für Prozesstechnik, Prozessautomatisierung und Messtechnik (IPM) an der Hochschule Zittau/Görlitz geforscht. Auf der Grundlage der Kooperationsvereinbarung mit Vattenfall Europe Generation wurde das Forschungsprojekt in die Praxis überführt.


Am vergangenen Dienstag nun wurde die in Zittau entwickelte magnetgelagerte Kreiselpumpe einschließlich der erforderlichen peripheren Anlagen zum Betrieb und zur Messwerterfassung/-auswertung und Diagnose im Kraftwerk Boxberg als Demonstrationsanlage in Betrieb genommen. "Die enge Zusammenarbeit mit der Hochschule war Voraussetzung und Garant für die erfolgreiche Umsetzung des Projektes im Kraftwerk. Den nun folgenden Untersuchungen während der Praxisanwendung sehen wir mit Spannung und Optimismus entgegen," sagte Reinhardt Hassa.

Ein nicht alltäglicher Vorgang, der nur mit hervorragender Zusammenarbeit der Projektleiter, Uwe Burchhardt und Norbert Jentsch von Vattenfall und Professor Frank Worlitz von der Hochschule Zittau/Görlitz, der Kollegen im Kraftwerk Boxberg und den Forschungsmitarbeitern der Hochschule sowie der Unterstützung durch den Vorstand von Vattenfall Europe Generation möglich wurde. Um die Demonstrationsanlage im Kraftwerk Boxberg zu errichten, wurde die Pumpe in das Nebenkühlwassersystem eingebaut. Dazu war es erforderlich, in einem bereits bestehenden Rohrleitungssystem zusätzliche Rohrleitungen zu installieren. Ein kompliziertes Unterfangen für die realisierenden Firmen, die auf engstem Raum zusammenarbeiten mussten.

Im Ergebnis des Meinungsaustausches waren sich alle Gesprächsteilnehmer einig, dass das Forschungsprojekt weitergeführt wird. Bis Ende nächsten Jahres sind Erfahrungen im laufenden Kraftwerksbetrieb zu sammeln, um die Entwicklung der Magnetlagertechnik weiter voranzutreiben. Ziel ist es, gemeinsam mit einem Pumpenhersteller ein serienreifes Produkt für den Einsatz in Kraftwerken der Zukunft zu entwickeln.

Die Vorteile einer magnetgelagerten Pumpe sind u. a.: Schmiermittelfreiheit, kein mechanischer Verschleiß, keine mechanischen Reibungsmomente, geringer Wartungsaufwand, aktive Beeinflussung und Schwingungsüberwachung des Rotors, Schwingungsdämpfung und Unwuchtkompensation. Mit der Wirkungsgradverbesserung wird u. a. ein Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emission geleistet.

"Dieses Forschungsprojekt ist beispielgebend", so der Rektor der Hochschule Zittau/Görlitz, Professor Rainer Hampel, "wie die Forschungszusammenarbeit zwischen einem Industrieunternehmen und Hochschule laufen kann." Er dankte allen, die engagiert die Realisierung dieses Projektes bisher unterstützt haben und auch weiter unterstützen. Zudem machte der Rektor auch deutlich, dass durch Einbindung von Studierenden in Forschungsvorhaben deren berufliche Zukunft auf festen Füßen steht.


Hella Trillenberg, Hochschule Zittau/Görlitz (FH)
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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