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Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und..., 28.05.02

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Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und..., 28.05.02

Wasserfest: Markierungen für Edelstahlschwimmbecken

Edelstahlbecken garantieren als dichte Wasserbehälter nicht nur in Haushalt und Gastronomie pflegeleichte Sauberkeit. Auch in Hallen- und Freibädern sind sie immer häufiger zu finden. Dort müssen sie jedoch dauerhaft mit Schwimmstreifen und anderen Markierungen versehen werden, was auf der hygienisch glatten Oberfläche gar nicht so einfach ist.

Freibad mit Edelstahlschwimmbecken

Eigentlich kommt die Bodan-Werft aus dem Schiffsbau. Seit Anfang der 90er Jahre stellt das Unternehmen aus Kressbronn am Bodensee neben Schiffen und Windkanälen jedoch auch Edelstahlbecken für Hallen- und Freibäder her. Bei Bäderbetreibern erfreut sich das Edelstahlkonzept zunehmender Beliebtheit. Die Edelstahlwannen sind dichter als herkömmliche Schwimmbecken und lassen sich leichter reinigen. Der Bakterienansatz auf der glatten Oberfläche ist deutlich geringer. Für die Hygiene von Vorteil, erschwert die Stahloberfläche jedoch auch das Aufbringen von Markierungen und Schwimmstreifen. Im Auftrag der Bodan-Werft und eines Herstellers von Signiergeräten, der Firma Kai Greising in Geislingen/Steige, haben Wissenschaftler des Fraunhofer IPA ein elektrochemisches Verfahren entwickelt, das den herkömmlichen Farbauftrag mittlerweile ersetzt.


Die Bodan-Werft fertigt die Becken in Segmenten bis zu einer Größe von sechs Metern im Werk vor, Spezialisten fügen diese vor Ort zusammen und versehen sie anschließend mit den farbigen Markierungen und Streifen. Bei der alten Technik musste die Edelstahloberfläche aufgerauht und mit Farbe gestrichen werden. Diese Markierungen erwiesen sich jedoch im praktischen Einsatz als nicht sehr beständig. "Bereits nach relativ kurzer Zeit fingen sie an sich abzulösen. Unter den abgelösten Teilen trat dann häufig Korrosion auf, Teile der abgelösten Schwimmstreifen verstopften die Filteranlagen", berichtet Dr. Hans-Jochen Fetzer vom Fraunhofer IPA. Als Alternative zu diesem Verfahren entstand daher die Idee, Schwimmstreifen und andere Markierungen elektrochemisch aufzubringen. Vergleichbare Verfahren, die bisher in erster Linie zum Signieren von kleinen Markenzeichen, Adressen oder Bildern - beispielsweise auf der Rückseite von Gabeln und Löffeln oder Werbeprodukten - eingesetzt werden, haben den gravierenden Nachteil, dass sie sich nicht direkt auf große Flächen übertragen lassen. Sie würden dort Korrosion auslösen.

"Unser Ziel war es daher, elektrochemische Markierverfahren so weiterzuentwickeln, dass beständige, großflächige und tiefschwarze Markierungen entstehen", erklärt Beschichtungsexperte Fetzer. Die benötigte technische Ausrüstung sollte möglichst leicht und einfach zu handhaben sein, da die Markierungen vor Ort nach der Montage und Reinigung der Becken aufgebracht werden. Im neuen Verfahren modifiziert ein elektrochemischer Ätzprozess mit einer eigens entwickelten Elektrolytlösung die Edelstahloberfläche großflächig und gleichmäßig. Dabei entstehen Metalloxide die die ausgewählten Flächen innerhalb kürzester Zeit schwarz färben. "Der rasche Ätzprozess trägt dazu bei, die Belastung für Personal und Umwelt gering zu halten, was auch eine zentrale Vorgabe unserer Auftraggeber war", sagt Dr. Fetzer. Eine wesentliche Rolle spielt dabei der Elektrolyt, der auf anorganischen und organischen Inhaltsstoffen basiert. Die organischen Komponenten lassen sich aus nachwachsenden Rohstoffen herstellen. Ein weiterer Vorteil des neu entwickelten Markierungsverfahrens ist eine wesentliche Reduzierung der Umweltbelastung im Vergleich zum alten Verfahren. Es fallen wesentlich weniger Lösemittel in Reingungsmitteln und Farbe an. Die Markierungen halten doppelt so lange wie mit dem alten Verfahren.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dr. Hans-Jochen Fetzer
Telefon: 0711/970-1242, Telefax: 0711/970-1004, E-Mail: hjf@ipa.fhg.de

Weitere Informationen:


Dipl.-Theol. Jörg Walz, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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