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Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V., 18.09.08

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Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V., 18.09.08

Veredelte Pilze

Edelmetall-Nanopartikel lagern sich auf dem Mycel wachsender Pilze ab - ein Ansatz für neue Katalysatorsysteme?

Wenn Pilze, wie Penicilliumarten, wachsen, bilden sie ein fadenförmiges Geflecht, das Mycel. Lässt man den Pilz in einem Medium wachsen, das nanoskopische Partikel aus Edelmetallen enthält, entsteht ein Mycel, dessen Oberfläche von den Nanoteilchen bedeckt ist. Wie Forscher von der Technischen Universität Dresden und dem Max-Planck-Institut für Chemische Physik Fester Stoffe in Dresden in der Zeitschrift Angewandte Chemie berichten, könnten solche Hybride ein interessanter neuer Ansatz für die Herstellung von Katalysatorsystemen sein.

Das Team um Alexander Eychmüller und Karl-Heinz van Pée kultivierte verschiedene Pilzarten in Medien mit feinst verteilten (kolloidalen) Nanopartikeln aus Edelmetallen. In Anwesenheit der winzigen Gold-, Platin- oder Palladiumteilchen wuchsen die Pilze ohne nennenswerte Beeinträchtigungen. Silberteilchen, die für Mikroorganismen toxisch sind, wurden immerhin von einer der getesteten Pilzarten gut vertragen. Die Nanopartikel lagern sich an die Oberfläche des wachsenden Mycels an - ohne dass sie dafür in irgendeiner Weise speziell modifiziert werden müssen. So entstehen Hybridsysteme aus Pilz und Edelmetall: röhrenförmige Hyphen, die eine mehrlagige Schicht aus einzelnen Nanopartikeln tragen.

Die optischen Eigenschaften nanoskopischer Teilchen hängen von deren Größe ab. Die Forscher stellten fest, dass sich die optischen Eigenschaften der angelagerten Partikel nur wenig von denen gelöster Nanopartikel unterscheiden. So erscheinen Pilzfäden mit 0,2 µm dicker Goldschicht rötlich braun, analog einer Lösung dieser Goldnanopartikel. Dies ist ein Beleg, dass die Nanopartikel nicht zu größeren Einheiten aggregiert sind.

Da die Teilchen separat bleiben, sollten die Mycel-gebundenen Edelmetall-Nanopartikel auch ihre speziellen katalytischen Aktivitäten beibehalten. So konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass ein Platin-Pilz-Hybrid die Redox-Reaktion von Hexacyanoferrat und Thiosulfat in wässriger Lösung katalysiert. Dabei bietet das "veredelte" Pilzmycel ein nach der Katalyse leicht von der Lösung abzutrennendes System und eine hohe spezifische Oberfläche - wichtig für einen Katalysator.

Angewandte Chemie: Presseinfo 36/2008

Autor: Alexander Eychmüller, Technische Universität Dresden (Germany), http://www.chm.tu-dresden.de/pc2/AlexLebenslaufWeb.shtml

Angewandte Chemie 2008, 120, No. 41, 7994-7997, doi: 10.1002/ange.200801802

Angewandte Chemie, Postfach 101161, 69495 Weinheim, Germany

Weitere Informationen:


Dr. Renate Hoer, Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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Als Katalysator (von der Katalyse, griechisch , katálysis - Auflösung mit lateinischer Endung) bezeichnet man in der Chemie einen Stoff, der die Reaktionsgeschwindigkeit einer chemischen Reaktion beeinflusst, ohne dabei selbst verbraucht zu werden. Dies geschieht durch Herauf- oder Herabsetzung der Aktivierungsenergie. Katalysatoren, die die Aktivierungsenergie herabsetzen, werden als positive Katalysatoren bezeichnet, solche, die die Aktivierungsenergie heraufsetzen, als negative Katalysatoren, nicht zu verwechseln mit Inhibitoren. Katalysatoren ändern somit die Kinetik chemischer Reaktionen, ohne deren Thermodynamik zu verändern. Sie beschleunigen bzw. verlangsamen die Hin- und Rückreaktion gleichermaßen und ändern somit nichts am Gleichgewicht einer Reaktion. Wikipedia


 
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Nanopartikel oder Nanoteilchen bezeichnen einen Verbund von wenigen bis einigen tausend Atomen oder Molekülen. Der Name entspringt ihrer Größe, die typischerweise bei 1 bis 100 Nanometern liegt. Ein Nanometer entspricht 10−9 = 0,000000001 Meter. Die Vorsilbe „nano“ leitet sich aus dem Griechischen „nanos“ für „Zwerg“ oder „zwergenhaft“ ab. Wikipedia


 

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