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Siemens AG, 16.10.02

US-Präsidentenberater: Regierungen sollten das neue Internet finanzieren

US-Präsidentenberater Raj Reddy fordert staatliche Milliardeninvestitionen für das weltweite Datennetz der nächsten Generation - Interview in der neuen Ausgabe des Forschungsmagazins Pictures of the Future

Die Regierungen sollten nach Ansicht des US-Präsidentenberaters Raj Reddy das Internet der nächsten Generation finanzieren. Reddy sagte dem Siemens-Forschungsmagazin Pictures of the Future, ein kompletter Ausbau mit optischer Datenübertragung würde für die USA etwa 100 Milliarden Dollar kosten. Bereits mit zehn Milliarden Dollar könne aber 90 Prozent der Endleistung erreicht werden. Angesichts der Krise der Telekommunikationsunternehmen sei nur die Regierung zu solch großen Investitionen in der Lage. Reddy vergleicht das Next Generation Internet (NGN) mit dem Bau der Autobahnen, die ebenfalls meist staatlich finanziert sind. Nach einer Privatisierung des Datennetzes könne die Regierung dann Gebühren für die Netznutzung erheben. Reddy hat die Professur für Computerwissenschaften an der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh inne und sitzt im Beraterkomitee für Informationstechnik von US-Präsident George W. Bush.

Wie Pictures of the Future weiter berichtet, soll das Internet in 15 Jahren all das sein, was es heute nicht ist: schnell, zuverlässig, preiswert und flexibel. Es wird so allgegenwärtig sein wie heute Strom und ähnlich kostengünstig. Dann werden übers Internet auch Sprache und Videos übertragen - technisch funktioniert dies so, dass die entsprechenden Datenpakete bevorzugt durchs Netz geschleust werden, damit der Empfänger keine zeitliche Verzögerung bemerkt. Auch werden künftig Gegenstände aller Art eine Internetadresse besitzen und direkt ansprechbar sein. Dann kann etwa aus der Ferne die Waschmaschine ein- oder die vergessene Herdplatte ausgeschaltet werden. Das Netz wird nach Inhalten strukturiert sein, wodurch die Systeme besser auf die Informationsbedürfnisse der Nutzer eingehen können.
Die neue Ausgabe des Siemens-Forschungsmagazins zeigt zudem auf, welche Wege die Entwicklung in den Feldern "Fabrik der Zukunft" und "Robotertechnologien" nehmen dürfte. Ausgehend von Zukunftsszenarien berichtet die Zeitschrift über den heutigen Stand der Entwicklungen - sowohl bei Siemens wie im internationalen Umfeld - und es kommen Experten, Anwender und politische Entscheidungsträger zu Wort. In einer künftigen Digitalen Fabrik werden Produktionsstraßen, Werkzeugmaschinen und Produkte in bewegten dreidimensionalen Bildern dargestellt. Noch bevor die Fabrik anläuft, können alle Beteiligten den Prozess am Computer simulieren. Die Planung erfolgt so schneller, mit weniger Fehlern, und auch das Produkt ist rascher am Markt. Auf dem Gebiet der Robotertechnik berichten der Prof. Gerd Hirzinger vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Computervisionär Ray Kurzweil über ihre Projekte und Zukunftsvorstellungen. Pictures of the Future kann über www.siemens.de/pof bestellt werden.

Ansprechpartner:
Dr. Norbert Aschenbrenner
Siemens AG
Technikkommunikation
Wittelsbacherplatz 2
80333 München
Tel +49 89 636 33438
www.siemens.de/newsdesk

Weitere Informationen:


Dr. Norbert Aschenbrenner, Siemens AG
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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