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GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, 22.05.07

Strahlendosis auf Flügen besser einschätzen - GSF-Wissenschaftler starten Forschungsreise nach Spitzbergen

Eruptionen auf der Sonne, auch Sonnenflares genannt, setzen Energie ins Weltall frei. Dabei kann sich die Intensität der kosmischen Strahlung auf der Erde kurzfristig stark erhöhen. Wie oft Sonnenflares auftreten und was dann in der Atmosphäre passiert, wird das GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (Helmholtz-Gemeinschaft) in Zukunft genau erforschen. Dafür bauen zwei Wissenschaftler des GSF-Instituts für Strahlenschutz auf der Koldewey-Station in Spitzbergen, Norwegen, ein Messsystem auf. Ziel des Projektes ist es, die kosmische Strahlung auf Flügen künftig noch besser berechnen zu können. Die Wissenschaftler werden in einem Online-Tagebuch über ihre Reise berichten.

Flugpassagiere und Flugpersonal sind ständig kosmischer Strahlung ausgesetzt. Die Sonneneruptionen, die durch elektromagnetische Vorgänge auf der Sonne entstehen, setzen kurzfristig große Energiemengen frei. Eine einzige Eruption könnte die Intensität der kosmischen Strahlung so stark erhöhen, dass bei einem Flug die Dosis von 1 Millisievert überschritten werden kann. In Deutschland muss die Strahlendosis von Flugpersonal bestimmt werden, wenn zu erwarten ist, dass sie im Jahr diesen Wert erreicht. "Über den Einfluss der Sonneneruptionen auf die Strahlendosis ist bisher zu wenig bekannt", sagt Dr. Werner Rühm vom GSF-Institut für Strahlenschutz. "Diese Lücke wollen wir mit neuen Messungen schließen."

Die Strahlung nach den Sonnenflares ist in der Nähe der geomagnetischen Pole deutlich höher als beispielsweise in der Nähe des Äquators. Deshalb eignet sich die Koldewey-Station des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Spitzbergen besonders für Messungen der kosmischen Strahlung. Das Messsystem, das die GSF-Wissenschaftler dort aufbauen, ergänzt ein ähnliches System, das bereits seit längerem auf der Zugspitze im Einsatz ist. Die Wissenschaftler werden die Messdaten später in das Rechenprogramm EPCARD (European Programm Package for the Calculation of Aviation Route Dose) einfließen lassen. Das GSF-Forschungszentrum hat das Programm entwickelt. Viele Fluggesellschaften setzen EPCARD heute ein, um die Strahlendosis des Flugpersonals wie vom Gesetz verlangt zu ermitteln.

Die GSF-Wissenschaftler Dr. Werner Rühm und Erwin Weitzenegger starten am 24. Mai nach Spitzbergen. Sie werden im Blauen Haus der Koldewey-Station das Messsystem installieren und voraussichtlich bis zum 31. Mai auf der Forschungsstation bleiben.

Auf der Internetseite http://www.gsf.de/Spitzbergen werden die Wissenschaftler online über das Projekt und das auf der Forschungsstation Erlebte berichten. Auf dieser Internetseite stehen auch ein Audio-Podcast über die Forschungsarbeiten und Originaltöne der Wissenschaftler zum Download für Hörfunkjournalisten bereit. Das GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit will mit diesem Angebot Forschung greifbar machen und wendet sich damit an Journalisten sowie an alle, die an Wissenschaftsthemen interessiert sind.

Weitere Informationen:


Michael van den Heuvel, GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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