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Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und..., 19.03.07

Spracherkennung im industriellen Einsatz: Fraunhofer IPA in Stuttgart sieht große Potenziale

Mit der Einführung von Sprachdialogsystemen lassen sich selbst effizient gestaltete Arbeitsabläufe in der Industrie weiter verbessern. Erste Anwendungen im Bereich Produkt- und Qualitätsmanagement weisen die Potenziale der Technik nach.

Seit knapp einem halben Jahr beschäftigt sich das Fraunhofer IPA erneut mit der Sprachverarbeitung für den industriellen Einsatz. Dabei kristallisieren sich viele Potenziale in den Bereichen der Instandhaltung, der Logistik, im Quali tätsmanagement und der Reklamationsbearbeitung heraus. Darüber hinaus sieht das Institut mögliche Anwendungen im Facility-Management oder der Unternehmensorganisation und -verwaltung.

Prof. Dr.-Ing. Engelbert Westkämper, Institutsleiter des Fraunhofer IPA, benennt die Vorteile der Technik: "Mit Hilfe von Sprachapplikationen kann der Nutzer freihändig und konzentriert seine Aufgaben erfüllen." Außerdem lassen sich Arbeitsabläufe durch sprachgestützte Prozesse straffen. Die Technik war in der Vergangenheit aufgrund der Sprecherabhängigkeit, der Erkennung ausschließlich von Einzelworten oder nicht vorhandenen Feedback-Möglich keiten nur schwer in industriellen Umgebungen einzusetzen. Heutige Systeme bieten eine natürliche sprachliche Erkennung von Worten und Sätzen, sind plattformübergreifend und nutzen Standard-Technologien wie etwa Extensible Markup Language (XML). Außerdem unterstützen sie multimodale Anwendungen, mit denen eine Anbindung an einen Internet-Browser ermöglicht wird, um zusätz lich visuelle Informationen zu einer sprachbasierten Anwendung bereitstellen zu können.

Welche Bandbreite die Sprachverarbeitung mittlerweile hat, belegen zwei Beispiele aus der Praxis. Das erste umfasst ein Diagnosesystem, welches das Know-how aus Methoden der Produkt- und Prozessentwicklung integriert. Hierbei wird ein klarer Fokus auf die Generierung von Mehrwertdiensten auf Basis von existierenden Informationen und Systemen gesetzt ? ganz nach der institutseignen Philosophie des Life-Cycle-Managements. "Wir wollen keine statischen Systeme, sondern dynamische Lösungen, die sich ohne Eingriffe an der Umgebung orientieren", betont Dr. Alexander Schloske, Abteilungs leiter am Fraunhofer IPA.

Ein zweiter Prototyp demonstrierte eine sprachbasierte Applikation zur Quali tätsdatenerfassung. Am Beispiel einer Motorhaube wurde die Prüfung von qualitativen und quantitativen Oberflächeneigenschaften aufgezeigt ? die Er gebnisse werden per Sprachbefehl an das EDV-gestützte Prüfsystem (CAQ-System) übermittelt. Auf diese Weise kann sich der Qualitätsprüfer ganz auf seine Prüftätigkeit konzentrieren und die Ergebnisse im offenen Dialog syste ma tisch erfassen. "Das ist ein weiterer Schritt in Richtung Verbesserung der Arbeitsplatz-Ergonomie, bei dem zusätzlich Einsparpotenziale für das Unter nehmen geschaffen werden", meint Ronny Egeler, Entwickler der Applikationen.

Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Staatl. gepr. Inform. Ronny Egeler
Telefon: +49(0)711/970-1097, E-Mail: ronny.egeler@ipa.fraunhofer.de

Sikom Software GmbH
Bergstraße 96, 69121 Heidelberg, Telefon: +49(0)6221/13788-0

Weitere Informationen:


Hubert Grosser, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung I
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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