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Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und..., 13.11.06

Spracherkennung im industriellen Einsatz: Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart sieht große Potenziale

Mit der Einführung von Sprachdialogsystemen lassen sich selbst effizient gestaltete Arbeitsabläufe in der Industrie noch weiter verbessern. Erste Anwendungen im Bereich Produkt- und Qualitätsmanagement weisen die Potenziale der Technik nach.

Seit knapp einem halben Jahr beschäftigt sich das Fraunhofer IPA erneut mit der Sprachverarbeitung für den industriellen Einsatz. Dabei kristallisieren sich viele Potenziale in den Bereichen der Instandhaltung, der Logistik, im Qualitätsmanagement und der Reklamationsbearbeitung heraus. Darüber hinaus sieht das Institut mögliche Anwendungen im Facility-Management oder der Unternehmensorganisation und -verwaltung.

Prof. Dr.-Ing. Engelbert Westkämper, Institutsleiter des Fraunhofer IPA, benennt die Vorteile der Technik: "Mit Hilfe von Sprachapplikationen kann der Nutzer freihändig und konzentriert seine Aufgaben erfüllen." Außerdem lassen sich Arbeitsabläufe durch sprachgestützte Prozesse straffen. Die Technik war in der Vergangenheit aufgrund der Sprecherabhängigkeit, der Erkennung ausschließlich von Einzelworten oder nicht vorhandenen Feedback-Möglichkeiten nur schwer in industriellen Umgebungen einzusetzen. Heutige Systeme bieten eine natürliche sprachliche Erkennung von Worten und Sätzen, sind plattformübergreifend und nutzen Standard-Technologien wie etwa Extensible Markup Language (XML). Außerdem unterstützen sie multimodale Anwendungen, mit denen eine Anbindung an einen Internet-Browser ermöglicht wird, um zusätzlich visuelle Informationen zu einer sprachbasierten Anwendung bereitstellen zu können.


Welche Bandbreite die Sprachverarbeitung mittlerweile in der Industrie hat, demonstrierte Jürgen Hoffmeister, Geschäftsführer der Sikom Software GmbH.
Dr. Alexander Schloske, Abteilungsleiter am Fraunhofer IPA und IPA-Projektleiter Jürgen Henke führten zwei Beispiele aus der Praxis vor. Das erste umfasste ein Diagnosesystem, welches das Know-how aus Methoden der Produkt- und Prozessentwicklung integriert. Hierbei wird ein klarer Fokus auf die Generierung von Mehrwertdiensten auf Basis von existierenden Informationen und Systemen gesetzt - ganz nach der institutseignen Philosophie des Life-Cycle-Managements. "Wir wollen keine statischen Systeme, sondern dynamische Lösungen, die sich ohne Eingriffe an der Umgebung orientieren", meint Schloske.
Ein zweiter Prototyp demonstrierte eine sprachbasierte Applikation zur Qualitätsdatenerfassung. Am Beispiel einer Motorhaube wurde die Prüfung von qualitativen und quantitativen Oberflächeneigenschaften aufgezeigt - die Ergebnisse werden per Sprachbefehl an das EDV-gestützte Prüfsystem (CAQ-System) übermittelt. Damit ergibt sich das Potenzial, dass sich der Qualitätsprüfer ganz auf seine Prüftätigkeit konzentrieren und die Ergebnisse im offenen Dialog systematisch erfassen kann. "Ein weiterer Schritt in Richtung Verbesserung der Arbeitsplatz-Ergonomie, bei dem zusätzlich Einsparpotenziale für das Unternehmen geschaffen werden", meint Ronny Egeler, Entwickler der Applikationen.

Kontakt:
Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Staatl. gepr. Inform. Ronny Egeler
Telefon: +49 (711) 970 - 1097
E-Mail: Ronny.Egeler@ipa.fraunhofer.de

Sikom Software GmbH
Bergstraße 96
D-69121 Heidelberg
Telefon: +49 (6221) 137 88 - 0

Weitere Informationen:


Hubert Grosser, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung I
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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