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Ruhr-Universität Bochum, 30.08.02

RUB-Ingenieure testen Spannkabel für Schwimmdeich in Monaco

Die Spannkabel für den größten jemals gebauten Schwimmdeich aus Beton, der den Hafen von Monaco erweitern soll, kamen zunächst in Bochum auf den Prüfstand: RUB-Bauingenieure (Bereich Konstruktionsteilprüfung) testeten ihre Sicherheit bei starkem Wellengang und Erdbeben.

Bochum, 30.08.2002
Nr. 245

RUB-Ingenieure testen Spannkabel für Schwimmdeich
Verankerungssystem für Monacos Hafen auf dem Prüfstand
Ein Ingenieur-Meisterwerk des 21. Jahrhunderts

Die Spannkabel für den größten jemals gebauten Schwimmdeich aus Beton, der den Hafen von Monaco erweitern soll, kamen zunächst in Bochum auf den Prüfstand: RUB-Bauingenieure (Bereich Konstruktionsteilprüfung) testeten ihre Sicherheit bei starkem Wellengang und Erdbeben. Dazu simulierten sie die Belastung mit einer 2.000 Tonnen Prüfmaschine im Labor. Das Ergebnis stellte sie zufrieden; die Kabel halten, was sie versprechen.


400 Autos im Bauch des Deichs

Der 160.000 Tonnen schwere Betontrog, 352 Meter lang und 28 Meter breit, der im Wasser liegt ohne den Boden zu berühren, sei "ein Ingenieurmeisterwerk des 21. Jahrhunderts", so Dr.-Ing. Werner Hanenkamp und Dipl.-Ing. Selcuk Güres. Am 26. August 2002 wurde der Koloss von einem 30.000 PS-starken Schlepper in Monaco angeliefert. Neben Anlegestellen für Schiffe bietet er in seinem Innern auf vier Etagen Parkplätze für etwa 400 Autos und Raum für ein Einkaufszentrum, Boutiquen, Büros und Restaurants. Das Bauwerk soll nicht fest mit dem Untergrund verankert werden, sondern als schwimmender Deich vor der Küste Monacos liegen. Dicke Spannkabel, die einiges aushalten müssen, sichern die Tragfähigkeit der Betonkonstruktion. Ihre Belastbarkeit testeten die Ingenieure im Vorhinein.

Auseinanderziehen bis zum Bruch

Die Tests führten sie in Zusammenarbeit mit FCC CONSTRUCCION, S.A. (Spanien), und BBR SYSTEMS LTD (Schweiz) in den Versuchshallen des Konstruktiven Ingenieurbaus der RUB durch: Um die dynamische Belastung z.B. durch Wellengang zu simulieren, machten sie Schwingversuche, bei denen die Zuglast mit einer vorgegebenen Frequenz 500.000 mal zwischen einer Ober- und Untergrenze hin und her pendelte. Dabei durfte die Anzahl von Drahtbrüchen in den Spannkabeln ein bestimmtes Maß nicht überschreiten. Zusätzlich machten die Prüfer statische Zugversuche mit langsamem aber stetigem Auseinanderziehen bis zum Bruch des Materials.

Ergebnis: Alles sicher

Die Versuchsergebnisse zeigten, dass die verwendeten Materialien und die unterschiedlichen Verankerungssysteme sowohl bei den dynamischen, als auch bei den statischen Versuchen die vorgegebenen Sicherheitsanforderungen voll erfüllen.

Weitere Informationen

Dr.-Ing. Werner Hanenkamp, Dipl.-Ing. Selcuk Güres, Fakultät für Bauingenieurwesen der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-27206/-28015, Fax: 0234/32-14148, E-Mail: werner.hanenkamp@ruhr-uni-bochum.de, selcuk.gueres@ruhr-uni-bochum.de


Dr. Josef König, Ruhr-Universität Bochum
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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