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Ruhr-Universität Bochum, 29.11.07
RUB-Chemiker sind "Patente Erfinder"
Kohlenstoffnanofasern ätzen

Mit den neuen Verfahren geätzte Faser

Die "patenten Erfinder" bei der Preisverleihung.
Die Chemiker der RUB haben ein einzigartiges katalytisches Verfahren zur Behandlung der Oberflächen von Kohlenstoffnanofasern entwickelt. Durch ihr neuartiges Ätzverfahren besteht erstmals die Möglichkeit, gezielt funktionelle Oberflächengruppen oder/und Oberflächendefekte in Kohlenstofffasern einzuführen. So bilden sich auf Wunsch Poren, die dazu führen, dass sich die Faseroberfläche um den Faktor zwei bis fünf vergrößert, was zum Beispiel für katalytische Prozesse, die an Oberflächen ablaufen, von Vorteil ist. Aber auch andere Prozesse profitieren von den geätzten Fasern: Sie können zum Beispiel in einen Kunststoff eingebracht werden und so dessen Leitfähigkeit verbessern. Dadurch werden Anwendungen, wie etwa neuartige Kleidungsstücke mit integrierten elektronischen Bauteilen etwa für das Telefon oder die Miniaturisierung von Elektronikbauteilen für die Computerindustrie möglich. Weiteres Plus: Das Ätzverfahren ist einfach und kostengünstig. "Das Ätzen selbst ist ein reiner Gasphasenprozess", erklärt Prof. Muhler. "Das heißt, die mit Eisenpartikeln beschichteten Kohlenstoffnanoröhren werden Wasserdampf ausgesetzt, und die beiden Reaktionsprodukte Kohlenmonoxid und Wasserstoff sind ebenfalls Gase." Alle im Prozess benötigten Komponenten sind toxikologisch unbedenklich.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Martin Muhler, Wei Xia, M. Sc., Lehrstuhl für Technische Chemie der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-28754, E-Mail: muhler@techem.rub.de, wei.xia@techem.rub.de
Dr. Josef König, Ruhr-Universität Bochum
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de