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Technische Universität Ilmenau, 15.05.03

"Leises Auto": Forschung zum Schwingungs- und Geräuschverhalten

Somit sind Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zum Geräusch (und Schwingungs-) verhalten von Fahrzeugen sowohl für den Fahrkomfort als auch für den Umweltschutz wichtig. Aus diesem Grund stehen entsprechende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten derzeit ganz oben auf der Prioritätenliste der Fahrzeugentwickler.

Das Fachgebiet Kraftfahrzeugtechnik der TU Ilmenau (Leiter: Univ.-Prof. Dr.-Ing. Klaus Augsburg) ist in entsprechende Projekte der Grundlagen- und Angewandten Forschung mit nationalen und internationalen Partnern eingebunden.

Als erstes Projekt wurde kürzlich eine vom Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst geförderte 18-monatige Prototypenentwicklung für eine Prüfmaschine abgeschlossen, die zur Bewertung der Geräuschentwicklung von sehr schnelllaufenden Zahnradgetrieben geeignet ist. Das Konsortium aus MITEC AG Eisenach, IMG gGmbH Nordhausen und der TU Ilmenau stellte die Maschine für die Prüfung der Erzeugnisse von MITEC, nämlich Wellenausgleichssysteme zur Verbesserung der Laufruhe von Verbrennungsmotoren dar. Diese und weitere Erzeugnisse können künftig schneller und umfassender unter praxisgerechten Prüfbedingungen erprobt werden. Angesichts des hohen Weltmarktanteiles und der Komfort-Bedeutung der Erzeugnisse aus Eisenach verschafft diese Maschine Vorteile im Wettbewerb. Alle drei am Verbundprojekt beteiligten Unternehmen konnten ihre Kompetenzen vorteilhaft einbringen und somit im besten Sinne des Wortes den Begriff von der "Denkfabrik Thüringen" umsetzen.

Weitere Projekte werden durch die Forscher der TU Ilmenau auf dem Gebiet des Bremsgeräusches bearbeitet. Dabei stehen in Verbindung mit Unternehmen der internationalen Automobil- und Zuliefererindustrie Grundlagenuntersuchungen zum Anregungsmechanismus der Geräusche und zu neuen Prüftechniken unter Nutzung moderner Signalverarbeitungsverfahren im Mittelpunkt.

Die derzeitigen Hauptaktivitäten liegen für die Forscher in einem Verbundprojekt mit der Firma BGI automotive, Eisenach. Dieses Projekt, ebenfalls gefördert vom Thüringer Wissenschaftsministerium, hat zum Ziel, die Kompetenzen der Partner auf dem Gebiet der Auslegung, Fertigung und Qualitätskontrolle von Achsgetrieben zu bündeln. Ziel ist die Entwicklung wirkungsgradoptimierter und gleichzeitig geräuschemissionsverbesserter Achsgetriebe von Pkw. Diese Entwicklung kann in der Antriebstechnik von Kraftfahrzeugen international Maßstäbe setzen und den Thüringer Herstellern zu mehr Marktbedeutung verhelfen. Neben den verbesserten Kegelrad- Achsgetrieben werden auch neue experimentelle Prüfmethoden und Berechnungsverfahren entwickelt. Als Anwendungspartner für die materiellen Ergebnisse aus den Projekt arbeitet ein bedeutender Automobilhersteller in einem Teilprojekt mit.

Die Beispiele belegen, dass in Thüringen hinsichtlich Forschung und Entwicklung auf wichtigen Gebieten der Automobiltechnik erhebliche Kompetenzen vorhanden sind, die im Sinne wichtiger wirtschaftspolitischer Ziele des Freistaates eingesetzt werden können.
Ein Kompetenzzentrum für Automobilentwicklung in Thüringen könnte die beschriebenen Aktivitäten bündeln, auf eine breitere Basis stellen und somit zur Reproduktion der Kompetenzen in den Unternehmen, an der Technischen Universität Ilmenau und den anderen Hochschulen führen.

Die Aktivitäten sind gleichermaßen vorteilhaft für die Lehre an der TU Ilmenau.
So ist der Gründer und Geschäftsführer von BGI automotive, Herr Prof. Dr. Hermann Stadtfeld, zum Honorarprofessor an die TU Ilmenau berufen worden. Er bringt sein Fachwissen in Vorlesungen ein und übernimmt die Ko-Betreuung von studentischen Arbeiten. Erste Absolventen aus Ilmenau und Schmalkalden wurden bei BGI automotive bereits eingestellt.

Kontakt/Information:
TU Ilmenau, Fakultät für Maschinenbau
Fachgebiet Kraftfahrzeugtechnik
Prof. Klaus Augsburg
Ehrenbergstraße 60
98693 Ilmenau
Tel. 03677 69-3843
Fax 03677 69-3840
e-mail: klaus.augsburg@tu-ilmenau.de


Wilfried Nax M. A., Technische Universität Ilmenau
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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