Hilfe: Sie befinden sich auf...

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und..., 19.12.02

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die im Artikel enthaltenen Bilder klicken, um eine größere Version des Bildes angezeigt zu bekommen.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und..., 19.12.02

Punktgenau: Präzise Dots aus leitendem Klebstoff

Kleben gehört in Mikropoduktion und Elektronikfertigung zu den wichtigsten Aufbau- und Verbindungstechnologien. Besonders hohe Ansprüche an das Dosierverfahren stellen Leitklebstoffe. Sie sind mit metallischen Partikeln durchsetzt und sorgen für elektrisch leitfähige Verbindungen zwischen Bauelementen und Leiterbahnen. Gefördert im BMBF-Programm "Mikrosystemtechnik 2000 +" entstand in einem industriellen Verbundprojekt ein flexibles, hochpräzises Mikrodosiersystem für Leitklebstoff, das Anfang 2003 in zwei Varianten auf den Markt kommen soll.

Peristaltisches Mikrodosiersystem für Leitklebstoff© Fraunhofer IPA/Anne Mildner

Wenn es in der Mikrosystemtechnik um dauerhafte, leitende Verbindungen geht, sind meist Löten oder Leitkleben die Verfahren der Wahl. Entscheidend bei beiden Verfahren ist die richtige Dosierung der Lotpaste bzw. des Klebstoffs. Stetig fortschreitende Bauteilverkleinerungen und zunehmende Packungsdichten fordern bereits heute bei einigen Anwendungen leitfähige Verbindungspunkte (Dots) mit Durchmessern < 200 µm. Bei leitenden Klebstoffen kommt erschwerend hinzu, dass die Klebemasse (Matrix) beim Auftrag gleichmäßig mit metallischen Füllstoffen durchsetzt sein muss. Viele Dosiersysteme sind deshalb für Leitklebstoffe nur bedingt geeignet. Sie arbeiten mit Förderverfahren, die dazu neigen, viskose von festen Bestandteilen zu trennen. Im Rahmen eines vom BMBF geförderten Verbundprojekts entwickelten der Werkstoffspezialist W. C. Heraeus, Hanau, und der Industrieausrüster Höfer & Bechtel, Mainhausen, gemeinsam mit dem Fraunhofer IPA (Projektkoordinator) ein neuartiges Mikrodosiersystem zum flexiblen, hochpräzisen und "dotförmigen" Auftragen von Leitklebstoffen.


Das Dosiersystem fördert den Leitklebstoff nach einem von Höfer & Bechtel entwickelten peristaltischen Prinzip. Insgesamt besteht das System aus einer Mikropumpe, einer Kartusche für den Klebstoff, Mikropneumatikventilen und einer Dosiernadel. Die peristaltische Mikropumpe ist eine pneumatisch betriebene Drei-Kammer-Membranpumpe. Die zentrale Aufgabenstellung des Projekts war es, diese Mikropumpe in ein hochpräzises Dosierverfahren zum Auftragen von Leitklebstoffen zu integrieren. Wichtig beim Leitkleben sind kurze und sanfte Förderwege für das Material, um Separierungen von Füllstoffen und Matrixkomponenten vorzubeugen. Aus diesem Grund wurde die Mikropumpe mit Luer-Lock-Anschlüssen für Kartusche und Dosiernadel ausgestattet. Direkt an der Mikropumpe integrierte Mikropneumatikventile ersetzten die bisherige zentrale, externe Ansteuerung. Das Ergebnis ist ein kompaktes (15 cm x 5 cm x 4 cm) Präzisionsdosiersystem für den Einsatz am Roboter.

Ein speziell auf das Dosiersystem abgestimmter Leitklebstoff entstand in den Labors von W. C. Heraeus. Das Fraunhofer IPA brachte sein Know-how in Sachen Steuerungstechnik und Mikroproduktion ein und legte das System aus. Klebstoff und Dosiersystem wurden beim Fraunhofer IPA aufeinander eingestellt, optimiert und im Zusammenspiel getestet. Langzeitversuche bestätigten einen kleinsten reproduzierbaren Dotdurchmesser von 110 µm bei einem Fehler von fünf Prozent. Entsprechende Dotvolumina lagen bei den Laborversuchen bei 200 pl. Fazit von Projektleiter Tobias Gaugel: "Das System eignet sich hervorragend zum flexiblen, hochpräzisen Dosieren von mittel- bis höherviskosen Medien bei der Fertigung von elektronischen, opto-elektronischen oder medizintechnischen Produkten."

Bereits im 1. Quartal 2003 soll das System in zwei Ausführungen bei Höfer & Bechtel erhältlich sein: mit einem Dosierkopf aus Edelstahl für den mehrmaligen und aus Spritzguss für den einmaligen Gebrauch. Bei der Spritzgussvariante können der Mikrodosierkopf sowie Membran, Klebstoffkartusche und Nadel nach dem Dosieren komplett entsorgt werden. Aufwändige Reinigungs- und Wartungsprozeduren der mit - hautreizendem - Klebstoff verunreinigten Komponenten entfallen. Parallel dazu entwickeln die Projektpartner das System für den Einsatz mit anderen viskosen Medien weiter - auch als Dienstleistung im Auftrag von Drittfirmen, speziell für deren Anwendungsfälle. Das dreijährige BMBF-Projekt lief Ende 2002 aus.

Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dipl.-Ing. Tobias Gaugel, Telefon: 0711/970-1596, E-Mail: tobias.gaugel@ipa.fraunhofer.de
Dipl.-Ing. Nabih Othman, Telefon: 0711/970-1648, E-Mail: nabih.othman@ipa.fraunhofer.de


Dipl.-Theol. Jörg Walz, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Cohnsches Viertel - von der Sonne verwöhnt 
 Mehr Ladekapazität für Sackgut-Container