Projektstart von "BIOACTIVE" am ttz Bremerhaven
Bremerhaven, November 2006. Heutzutage werden in der Lebensmittelindustrie anfallende Reststoffe entweder als Tierfutter verwendet oder kostenpflichtig entsorgt. "Das ist schade, denn es die meisten Reststoffe haben eine einwandfreie Qualität und enthalten in Regel hochwertige, sogenannte bioaktive Substanzen wie sekundäre Pflanzenstoffe, Ballaststoffe, Proteine, Zucker, Wachse oder Öle. Diese können gezielt für die Produktion von Lebensmitteln oder Kosmetika eingesetzt werden", erklärt Marie Bildstein, Leiterin des Projektes BIOACTIVE am ttz Bremerhaven. Die Weiterverwendung dieser Rückstände würde nicht nur die Menge der zu entsorgenden Reststoffe in der Industrie erheblich reduzieren, sondern könnte gleichzeitig eine zusätzliche Einnahmequelle für Unternehmen der Lebensmittelindustrie darstellen. Es geht dabei vor allem um die Erschließung natürlicher Rohstoffquellen zur Gewinnung von bioaktiven Substanzen.
"Wir konnten bereits in verschiedenen regionalen und EU-Projekten am ttz Bremerhaven zeigen, dass die Reststoffverwertung nicht nur funktioniert, sondern die so entstehenden wertvollen Substanzen tatsächlich gezielt für die Herstellung neuer Produkte eingesetzt werden können. Nun geht es darum, wesentliche Zweige der Lebensmittelindustrie in Europa an diesem Wissen teilhaben zu lassen", so Werner Mlodzianowski, Geschäftsführer des ttz Bremerhaven.
Das Projekt BIOACTIVE in ein von der EU zu 100 Prozent gefördertes SSA-Projekt (Specific Support Action). Die Gesamtkosten belaufen sich auf knapp 600.000 Euro. Die Erkenntnisse und Möglichkeiten der Reststoffverwertung sollen in den nächsten zwei Jahren an die Industrie im Rahmen von Workshops und Seminaren weitergegeben werden. Hiermit werden insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmen unterstützt, die selbst nicht das Personal zur Schaffung eines solchen Innovationspotentials aufbringen können.
Das Projekt wird vom ttz Bremerhaven koordiniert. "Wir sorgen für den reibungslosen Ablauf, der im Projekt geplanten Arbeitsschritte und sind gleichzeitig Know-how Geber für die geplanten Weiterbildungsmaßnahmen," erläutert Marie Bildstein. Weitere Partner des Projekts sind fünf Industrieverbände und zwei Forschungsinstitute aus Frankreich, Italien, Griechenland und Spanien.
Projektkonsortium:
ttz Bremerhaven (D), AINIA (E), Confederación de Cooperativas Agrarias de España (E), AMITOM (The Mediterranean International Association of the Processing Tomato) (F), VIGNAIOLI (Vignaioli Piemontesi S.C.A - Piedmont wine growers organization) (I), PEZA UNION (Union of Agricultural Cooperatives in Peza (GR), ANFOVI (L'organisme de formation des Vignerons indépendants)(F), Tecnoalimenti S.P.c.A (I)
Das Technologie-Transfer-Zentrum Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Team ausgewiesener Experten in den Bereichen Lebensmitteltechnologie und Bioverfahrenstechnik, Analytik sowie Wasser-, Energie- und Landschaftsmanagement.
Kontakt:
Anke Janssen,
ttz Bremerhaven, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Tel. 0471 / 4832-121/-124,
E-Mail: ajanssen@ttz-bremerhaven.de



