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Technische Universität Bergakademie Freiberg, 22.10.02

Neue Sensoren für die Qualitätskontrolle bei der Nassgussformenherstellung

Andrè Malaschkin beim Eichen des Sonsors

Neue Sensoren für die Qualitätskontrolle bei der Nassgussformenherstellung wurden am Lehrstuhl für Hütten-, Gießerei- und Umformmaschinen der TU Bergakademie Freiberg entwickelt. Die Sensoren, die André Malaschkin während seiner Promotion austüftelte, ermöglichen die Optimierung des Verdichtungsprozesses und die kontinuierliche Qualitätskontrolle an automatisierten Formanlagen. Mit der bisher verfügbaren Messtechnik waren dagegen nur manuelle Stichproben möglich. Lehrstuhlinhaber Prof. Jürgen Bast wird die Neuentwicklungen, für die ein Patent erteilt und ein zweites Patent angemeldet wurde, u. a. auf dem aller zwei Jahre stattfindenden Gießerei-Weltkongreß vorstellen, der seit gestern (21.10.) bis zum 25. Oktober in Busan, Korea, stattfindet. Das Forschungsprojekt wurde von der DISA Industry AG Schaffhausen über eineinhalb Jahre mit insgesamt 125.000 ChF unterstützt. Mit dem Unternehmen verbindet die TU Bergakademie Freiberg seit 2001 eine Kooperationsvereinbarung. Derzeit wird noch ein weiteres Projekt zur Konstruktion von Kernschießmaschinen bearbeitet. Die neuen Sensoren sollen gemeinsam vermarktet und in die Gießereien eingeführt werden.
Bei der Herstellung von Gussformen aus tongebundenen Sanden kann der Formstoff u. U. unzureichend verdichtet werden, was einerseits durch die veränderliche Formstoffbeschaffenheit und andererseits durch ungewollte Änderung von maschinellen Parametern wie Formstoffdosierung bzw. Verdichtungscharakteristik verursacht werden kann. Bisher fehlte eine Möglichkeit kontinuierlich, d.h. bei jeder hergestellten Form, zu prüfen, wie stark und mit welcher Reproduzierbarkeit der Sand in den mit der Schmelze kontaktierenden Formpartien verdichtet wurde. Die neuen Sensoren, die für verschiedene Verdichtungsverfahren mit Luftstrom-, Impuls- oder Schießenpressen geeignet sind, messen nun während der Formherstellung die Dichte in den fraglichen Bereichen. Daraus lassen sich mechanische Eigenschaften der Formen wie Zug- oder Druckfestigkeit errechnen. Andererseits kann das Signal zur Steuerung bzw. Regelung der Formmaschinen verwandt werden.
Die Sensoren ermöglichen so zunächst die optimale Einstellung der Formmaschinen und sparen weitere Kosten durch die Qualitätskontrolle während der Produktion, denn fehlerhafte Formen können so anders als bisher bereits vor dem Abguss ausgesondert werden.

Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Bast
Institut für Maschinenbau
03731/39-2901
bast@imb.tu-freiberg.de


Katrin Apenburg, Technische Universität Bergakademie Freiberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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