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Ruhr-Universität Bochum, 09.05.08

Neuartiges Kombimikroskop erlaubt Schreiben und Lesen auf zweierlei Art

Nanorasur in DNA-Schichten

Nanoskop: Der Tastfinger des Mikroskops dient zugleich als Antenne für Infrarotlaserlicht, dessen Streuung charakteristisch für jedes Molekül der bestrahlten Oberfläche ist.

Ilona Kopf

Die RUB-Forscher untersuchen in einer Kooperation mit der Gruppe von Prof. Giacinto Scoles an der Synchrotronlichtquelle ELETTRA in Triest (Italien) neue Methoden zum Nachweis winzigster, aber biologisch relevanter, Stoffmengen. Sie kratzen dazu mit der feinen Spitze eines Rasterkraftmikroskops (Durchmesser: 10 Nanometer) Linien aus einer mit DNA bedeckten Oberfläche frei. "Man nennt dies auch Nanorasur (nanoshaving) oder Nanoschreiben (nanografting)", so Ilona Kopf. In diesen freigekratzten Bereichen können dann andere Moleküle, z.B. andere DNA-Stränge, verankert werden. Betreibt man das Rasterkraftmikroskop mit geringerer Kontaktkraft, also weniger Druck auf die Oberfläche einer Probe, dann verändert die Nadel die Oberfläche nicht, sondern tastet sie zerstörungsfrei ab. So kann man die Topographie einer Probe lesen wie Blindenschrift mit dem Finger, nur auf einer 10 Millionen mal kleineren Skala. Problematisch war es bisher, Aussagen über die chemische Beschaffenheit solcher Nanostrukturen zu machen.

Nanoskop hat höhere Auflösung als konventionelle Mikroskope

Genau an diesem Punkt setzt das an der RUB entwickelte chemisches Nanoskop an: Auch hier wird die Oberfläche mit einem Nanofinger abgetastet. Zusätzlich wird dieser Nanofinger aber auch als Antenne für infrarotes Laserlicht benutzt, das simultan auf die Oberfläche leuchtet. Da jedes Molekül im infraroten Spektralbereich einen charakteristischen "chemischen" Fingerabdruck hat, - d.h. es kann abhängig von seinem chemischen Aufbau bestimmte Energien absorbieren - ermöglicht die Betrachtung der vom Nanofinger abgestreuten Lichtintensität, die chemische Zusammensetzung der Probe zu bestimmen. So erhält man einen chemischen Fingerabdruck von einer solchen geschriebenen Nanolinie in Form eines Infrarotspektrums. Die Auflösung des Nanoskop lässt die Beobachtung weit kleinerer Strukturen zu als die eines konventionellen Mikroskops.

Bahn frei für neue Generation von Nanogeräten

Die Möglichkeit, gleichzeitig topographische und chemische Informationen von biologischen Nanostrukturen zu bestimmen, bildet die Basis für eine ganz neue Generation von Nanogeräten, wie z.B. für die medizinische Diagnostik. Mit Hilfe eines Musterabgleichs kann sowohl die Substanz identifiziert werden als auch die Packungsdichte der DNA-Stränge auf der Oberfläche gemessen werden.

Postertitel

"Hybridization detection at the nanoscale using scanning near-field infrared microscopy". Posterautoren: Ilona Kopf, Christian Grunwald, Erik Bründermann, Loredana Casalis, Giacinto Scoles, Martina Havenith.

Weitere Informationen

Ilona Kopf, Lehrstuhl für Physikalische Chemie II (Prof. Dr. Havenith-Newen), Tel. 0234/32-24249, Fax: 0234/32-14183, E-Mail: ilona.kopf@rub.de


Dr. Josef König, Ruhr-Universität Bochum
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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Das Rasterkraftmikroskop; seltener Atomkraftmikroskop (engl. Atomic/Scanning Force Microscope; Abkürzungen AFM; seltener RKM und SFM) ist ein zu den Rastersondenmikroskopen gehörendes Messgerät. Das Mikroskop wurde 1986 von Gerd Binnig, Calvin Quate und Christoph Gerber [1] entwickelt und dient zur mechanischen Abtastung von Oberflächen und der Messung atomer Kräfte auf der Nanometerskala. Wikipedia


 

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