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Schweizerische Akademie der Technischen..., 11.01.07

Nachhaltige Energieversorgung ist machbar

Eine nachhaltige Energieversorgung ist in der Schweiz möglich. Einheimische erneuerbare Energiequellen können dazu einen entscheidenden Beitrag liefern. Dies zeigt die neue Studie "Road Map Erneuerbare Energien Schweiz", welche die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) in diesen Tagen veröffentlicht. Das ambitionierte Ziel lässt sich aber weder kurzfristig noch einfach realisieren.

Weltweit gesehen stützt sich die Energieversorgung heute zu über 80 Prozent auf Kohle, Erdöl und Erdgas ab. Das Ausmass, in dem fossile Energieträger verbraucht werden, lässt sich länger¬fristig jedoch nicht aufrechterhalten. Auch aus Sicht der Umwelt ist die intensive Nutzung dieser Ressourcen problematisch. Die Schweiz steht deshalb, wie andere Industrienationen auch, vor einem grundlegenden Wandel in der Energieversorgung. Viele Hoffnungen ruhen in dieser Situation auf dem vermehrten Einsatz erneuerbarer Energiequellen. Die SATW zeigt nun auf, inwieweit solche Hoffnungen berechtigt sind. Die Energiekommission der SATW hat dazu die Studie "Road Map Erneuerbare Energien Schweiz" erarbeitet. Diese ist seit kurzem auf der SATW-Website http://www.satw.ch einsehbar und wird an öffentlichen Veranstaltungen präsentiert.


Erstmals konkrete Abschätzung

Die SATW-Studie skizziert, wie sich das Angebot an erneuerbaren Energien in den kommenden Jahrzehnten entwickeln wird unter der Annahme, dass das technisch nutzbare Potenzial an erneuerbaren Energiequellen in der Schweiz weitgehend erschlossen wird. Dabei wird erstmals aufgezeigt, wie viele Anlagen im Laufe der Zeit konkret erstellt werden müssten, welche Investitionen damit verbunden wären und wie sich dies auf die Gestehungskosten von Wärme, Strom und Treibstoffen auswirken würde. Daraus wiederum lässt sich ableiten, welchen Beitrag einheimische erneuerbare Energiequellen langfristig zur schweizerischen Energieversorgung leisten können.

Umsetzung als limitierender Faktor

Die Berechnungen zeigen, dass das Angebot an erneuerbaren Energiequellen bis 2050 verdoppelt werden kann. Limitierend ist dabei in vielen Fällen nicht das eigentliche Potenzial, sondern eine volkswirtschaftlich vertretbare Umsetzungsgeschwindigkeit, insbesondere bei der Gebäudeerneuerung. Zentral ist dabei die Erkenntnis, dass die Erschliessung des gesamten Potenzials an erneuerbaren Energiequellen - Wasserkraft inbegriffen - nur gut einen Drittel des gesamten Energiebedarfs abdecken kann, falls der Energiekonsum weiterhin auf dem heutigen Niveau verharrt. Auch im Vergleich mit den zurzeit erarbeiteten Energie¬perspektiven des Bundes ist die Situation nicht grundlegend besser; es bleibt je nach Szenario eine Bedarfslücke von 50 Prozent oder mehr.

Effizientere Nutzung unabdingbar

Wird die Road Map jedoch gleichzeitig mit der 2000-Watt-Gesellschaft, die sich der Bundesrat als strategisches Ziel gesetzt hat, umgesetzt, könnten künftig drei Viertel der benötigten Energie aus erneuerbaren einheimischen Quellen zur Verfügung stehen. Eine langfristig stabile und damit nachhaltige Energieversorgung der Schweiz scheint somit machbar. Neben der Entwicklung der erneuerbaren Energiequellen, wie sie in der Road Map dargestellt wird, braucht es dazu auch eine massive Verbesserung der Energie¬effizienz. Die SATW-Studie "CH50% - Eine Schweiz mit halbiertem Verbrauch an fossilen Energien" hat bereits 1999 gezeigt, dass dies - ohne Reduktion der Energiedienstleistungen - mit energieoptimierten Gebäuden und Verkehrsträgern machbar ist.

Solide Datenbasis

Die Verfasser der Studie stützen sich bei ihren Aussagen auf das Wissen von Expertinnen und Experten in Behörden, wissenschaftlichen Institutionen und Fachverbänden sowie auf Daten, die in der Fachliteratur publiziert wurden. Die verwendeten Daten wurden in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Energie (BFE), der Eidgenössische Energieforschungskommission (CORE) und dem Paul Scherrer Institut (PSI) erarbeitet.

Weitere Informationen:


Dr. Béatrice Miller, Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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