Hilfe: Sie befinden sich auf...

Forschungszentrum Karlsruhe in der..., 27.05.02

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die im Artikel enthaltenen Bilder klicken, um eine größere Version des Bildes angezeigt zu bekommen.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Forschungszentrum Karlsruhe in der..., 27.05.02

Mikrobauteile auf Fahrradtour

Der am Forschungszentrum Karlsruhe entwickelte neuartige Mikro-Vibrationsschalter für vollautomatische batteriebetriebene Fahrradrücklichter registriert, ob sich das Fahrrad bewegt oder nicht.

Mikro-Vibrationsschalters mit Mikrokugel: Das Bild zeigt eine Anordnung mehrerer Vibrationsschalter auf einer Leiterplatte, die noch in die einzelnen Schalter zerlegt werden muss.

Mit den ersten Sonnenstrahlen und wärmeren Tagen werden sie wieder aus dem Keller geholt: die Fahrräder. Vor der ersten Fahrradtour sollte jedoch eine umfangreiche technische Überprüfung des Fahrrads erfolgen. Insbesondere die Beleuchtung ist dafür bekannt, immer wieder auszufallen. Dynamos, die auf nassen Reifen nicht mehr richtig greifen, oder Glühbirnen, die durchgebrannt sind, haben in den letzten Jahren zur Verbreitung von automatischen batteriegetriebenen Fahrradbeleuchtungen geführt. Bei Dunkelheit schaltet sich das Rücklicht ein, sobald das Fahrrad bewegt wird. Wenn es mehr als eine Minute steht oder ausreichend Tageslicht vorhanden ist, schaltet es wieder aus. Diese Funktionen werden von einem Lichtsensor und einem Vibrationsschalter gesteuert. Der Vibrationsschalter registriert, ob das Fahrrad bewegt wird oder abgestellt ist.


Ein völlig neuartiger Mikro-Vibrationsschalter wurde nun im Institut für Prozessdatenverarbeitung und Elektronik des Forschungszentrums Karlsruhe entwickelt. Herzstück des Vibrationsschalters ist eine Mikrokugel, die einen Stahlkern besitzt und außen wegen der elektrischen Leitfähigkeit mit Gold überzogen ist. Zweite Komponente des Vibrationsschalters ist eine handelsübliche mehrlagige Leiterplatte mit einer Aussparung, in der die Kugel hin und her rollen kann. Durch Vibrationen - verursacht durch Fahren oder Schieben - bewegt sich die Kugel und schließt und öffnet laufend einen Kontakt. Ein speziell für diesen Anwendungszweck entwickelter Elektronikbaustein wertet die Signale aus und schaltet das Rücklicht an, wenn Änderungen des Schaltzustandes passieren, und entsprechend aus, wenn eine Minute lang nichts passiert.

"Das Hauptproblem war, die richtige Klebe- und Oberflächentechnik zu finden, damit der Mikro-Vibrationsschalter in der Leiterplatte vor Umwelteinflüssen dauerhaft geschützt ist und trotzdem zuverlässig elektrischen Kontakt gibt sowie noch preiswert herstellbar ist", stellt Prof. Hartmut Gemmeke, Leiter des Instituts für Prozessdatenverarbeitung und Elektronik dar. "Dafür war es von großem Vorteil, die diversen Untersuchungsmethoden und das geballte Know-how der Mikrosystemtechnik im Forschungszentrum Karlsruhe nutzen zu können; anders wäre diese Entwicklung in dem kurzen Zeitraum von nur fünf Monaten nicht möglich gewesen."

Die Verwendung von Materialien, die millionenfach in elektrischen Geräten verwendet werden, sowie die zum Patent angemeldete Aufbautechnik, erlauben den Bau und Test von 1500 Schaltern gleichzeitig, wodurch die Herstellungskosten extrem niedrig gehalten werden können. Neben dem günstigen Preis und der Umweltverträglichkeit bieten die neuen Mikro-Vibrationsschalter gegenüber bisheriger Technik den Vorteil, dass sie vollautomatisch auf handelsüblichen Bestückungsautomaten verarbeitet werden können.

Die bisher eingesetzten Vibrationsschalter enthalten eine Quecksilberperle, die sich in einem kleinen Becher bewegen kann und einen elektrischen Kontakt öffnet oder schließt. Die Verwendung dieser Quecksilberschalter ist aus Umweltgründen in der Europäischen Union nur noch bis Ende 2006 gestattet (Richtlinienvorschläge für Elektro- und Elektronikgeräte). Dies veranlasste den Hersteller der Steuerelektronik für die automatischen Fahrradrücklichter, die Firma RoBo in Hilgertshausen, Bayern, zusammen mit dem Institut für Prozessdatenverarbeitung und Elektronik des Forschungszentrums Karlsruhe einen Mikro-Vibrationsschalter als Ersatz für den Quecksilberschalter zu entwickeln.

In nur drei Monaten nach dem ersten Kontakt mit dem Auftraggeber wurde im Forschungszentrum Karlsruhe das Aufbaukonzept entwickelt. Nach Fertigung einer Kleinserie konnten die essentiellen Produktionsschritte in die Industrie verlagert und innerhalb eines Jahres die ersten 100000 Mikroschalter produziert werden. Neben der Herstellung der Schalter selbst stellen auch die noch im Zentrum verbliebenen Arbeitsschritte Test, Vereinzelung und Umverpackung in maschinengerechte Transportbehälter eine Herausforderung dar. Diese Stufen werden inzwischen zeitsparend von Automaten durchgeführt und im nächsten Schritt ebenfalls in die Industrie verlagert.

Mögliche weitere Anwendungsfelder der Mikro-Vibrationsschalter sind automatisch abschaltende Bügeleisen oder Spielzeuge, die durch leichtes Antippen sprechen, blinken oder sich in Bewegung setzen.

Sabine Fodi 24. Mai 2002

Die Farbfotos senden wir Ihnen auf Wunsch gerne zu (Telefon 07247/82-2861).


Inge Arnold, Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Wasserfest: Markierungen für Edelstahlschwimmbecken 
 Bürogebäude intelligent kühlen