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Merck KGaA, 15.11.01

Merck und NTera entwickeln funktionale Nanomaterialien gemeinsam zur Marktreife

Aus NTera's patentierter NanoChromicsTM-Technologie und der Erfahrung von Merck bei Forschung, Produktion und Kommerzialisierung von Nanomaterialien entsteht die nächste Generation von Flachdisplays, Batterien und Solarzellen.

Darmstadt, und Dublin, Irland - Die Merck KGaA und NTera Ltd. haben im Rahmen zweier Vereinbarungen die gemeinsame Entwicklung und Kommerzialisierung von Nanomaterialien vereinbart, für die in den kommenden zehn Jahren in wichtigen Marktsegmenten ein Umsatzpotenzial von mehreren Milliarden Dollar erwartet wird. NTera gehört weltweit zu den führenden Unternehmen auf diesem Gebiet.

Die Vereinbarung umfasst unter anderem die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Nanomaterialien zur Herstellung neuartiger Flachdisplays in bislang unerreichter Bildqualität. Basis dieser Entwicklung ist die von NTera patentierte NanoChromics-Technologie. Merck bringt in die Partnerschaft seine Erfahrungen als Marktführer auf dem Gebiet der flüssigkristall-basierten Flachdisplays ein, die in Mobiltelefonen, Notebooks und Monitoren eingesetzt werden. Darüber hinaus verfügt Merck seit den 80er Jahren über umfassendes Know-how in Forschung und Entwicklung, großtechnischer Herstellung und Kommerzialisierung von Nanomaterialien, die bislang hauptsächlich in der Kosmetikindustrie eingesetzt werden.


Die neuartigen Displays sind elektronische Anzeigeelemente, die in ihren optischen Eigenschaften der Qualität einer Druckseite sehr nahe kommen. Sie bieten hohe Helligkeit und Kontrast über einen weiten Betrachtungswinkel sowie einen papier-weissen Hintergrund. Zu den potentiellen Anwendungen solcher Displays gehören zum Beispiel neuartige Systeme für die Preisauszeichnung in Kaufhausregalen, großformatige Wechselbeschilderungen und Werbeflächen sowie Anwendungen in der mobilen Kommunikation, die bis hin zum papierlosen elektronischen Buch reichen. Das Marktvolumen für derartige Produkte wird in den kommenden zehn Jahren auf mehr als 18 Milliarden Dollar geschätzt.

Die von NTera entwickelten und patentierten elektrochromen Displays basieren auf nanostrukturierten Filmelektroden, die den Anzeigeelementen eine überragende optische Qualität verleihen. Merck übernimmt die Weiterentwicklung und großtechnische Produktion dieser Nanomaterialien und wird diese in Zusammenarbeit mit führenden Displayherstellern weltweit kommerzialisieren.

"Von dieser Vereinbarung profitieren beide Partner," sagte Prof. Dr. Thomas Schreckenbach, der in der Geschäftsleitung von Merck für das Arbeitsgebiet Chemie verantwortlich ist. "NTera verfügt über eine innovative Technologie, und Merck hat die nötigen Erfahrungen in Entwicklung, Produktion und Displaytechnik, daraus ein Produkt zu machen, dass die Kunden weltweit begeistern wird."

Merck und NTera haben über diese konkrete Anwendung hinaus eine grundsätzliche strategische Zusammenarbeit auf dem Gebiet nanostrukturierter Materialien vereinbart, die auf weitere Erfolg versprechende Anwendungen wie Sensoren, Batterien und Solarzellen zielt.

"Die Entscheidung von Merck ist eine klare Anerkennung unserer Technologie und ein Schlüsselschritt, NanoChromics zum Industriestandard für die Displays der nächsten Generation zu machen," sagte Roy Davis, Chief Executive Officer von NTera. "Wir sind zuversichtlich, dass unsere einzigartige Technologie, gepaart mit der Erfahrung von Merck, zu einem Produkt von Weltklasse führen wird."

NanoChromics-Displays zeichnen sich gegenüber etablierten Displaytechnologien durch überragende optische Qualität, kurze Schaltzeiten und äusserst geringen Leistungsbedarf aus, weil die übliche Hintergrundbeleuchtung entfällt. Gleichzeitig ist der Fertigungsprozess so ausgelegt, dass er den etablierten Verfahren zur Herstellung von Flachdisplays auf Flüssigkristall-Basis nahe kommt. Aus diesem Grunde sollten die etablierten Displayhersteller ohne größere Anpassungen in der Lage sein, die NanoChromics-Displays großtechnisch zu produzieren. Dies wiederum erlaubt hohe Stückzahlen, die einen Preis pro Einheit in etwa auf dem gegenwärtigen Niveau flüssigkristall-basierter Displays erwarten lassen.

Hinweis an die Redaktionen:

NTera Ltd. (www.ntera.com) wurde 1997 im Rahmen einer Ausgründung auf dem Campus des University College Dublin als Nanomat Ltd. gegründet, um Produkte auf der Basis von Nanomaterialien zu entwickeln und am Markt einzuführen. NTera konzentriert Forschung und Anwendungsentwicklung auf nanostrukturierte Filme und Nanopartikel.

Seit 1999 wurde NTera von Cross Atlantic Capital Partners, Evolution Capital und privaten Investoren mit rund 7 Mio USD Wagniskapital unterstützt. NTera ist derzeit dabei, weitere Investoren zu gewinnen, um die Produktentwicklung beschleunigen und den weiteren Ausbau des Unternehmens finanzieren zu können.

Das Geschäftsmodell von NTera basiert auf der patentierten Technologiebasis, die das Unternehmen entweder selbst oder gemeinsam mit Partnern für eine Reihe von selbst entwickelten oder einlizensierten Anwendungen nutzt.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:

Merck KGaA
Dr. Hartmut Vennen, +49 6151 72 2386

NTera Ltd
Roy Davis, Chief Executive, + 353 (0)1 638 1235

Bell Pottinger Financial
Matthew Moth, + 44 (0)20 7861 3882
Rebecca Fox, + 44 (0)20 7861 3871

Mit etwa 34.300 Mitarbeitern hat die Merck-Gruppe in den Feldern Pharma, Spezialchemie, Laborprodukte und Labordistribution in 2000 einen Umsatz von 6,7 Mrd Euro erzielt. Das 1668 in Darmstadt gegründete Unternehmen ist heute mit mehr als 200 Gesellschaften in 52 Ländern vertreten. Die Merck-Gruppe betrachtet die Förderung der Eigeninitiative und Selbstverantwortung ihrer Mitarbeiter, anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung sowie strikte Kundenorientierung in den Märkten als Schlüssel zum langfristigen Unternehmenserfolg. Die operativen Tätigkeiten der Merck-Gruppe sind unter dem Dach der Merck KGaA zusammengefasst, an der die Merck-Familie - über E. Merck als Komplementär - zu 74 Prozent und die freien Aktionäre zu 26 Prozent beteiligt sind.

Weitere Informationen:


Dr. Hartmut Vennen, Merck KGaA
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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