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Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, 05.08.99

Magdeburger Wissenschaftsjournal 1/99 erschienen

Rechtzeitig zum Semesterschluß liegt jetzt das Heft 1/99 des Magdeburger Wissenschaftsjournals, herausgegeben von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, vor. In der Publikation werden Forschungsergebnisse aus einzelnen Fakultäten der Universität präsentiert, die, wie Rektor Professor Klaus Erich Pollmann im Editorial ausführt, national und international in wachsendem Umfang zur Kenntnis genommen werden und kürzlich auch zur Aufnahme der Universität in die Deutsche Forschungsgemeinschaft beitrugen. Als zwei wesentliche Aspekte der Magdeburger Forschung nennt Professor Pollmann die Interdisziplinarität und den Praxisbezug der Forschung.


Mit der Wassergütesituation der Elbe seit der deutschen Wiedervereinigung haben sich die Autoren Prof. Dr. Gerd Christoph, Dipl.-Math. Heide Wendt und Dr. Axel Lehmann befaßt und stellen neue Methoden zur Modellierung von Wasserbeschaffenheitsparametern vor. Zur Veranschaulichung des Artikels tragen nicht nur Tabellen und Graphiken bei, sondern auch gelungene Aufnahmen von der Flußlandschaft.

Einem ganz anderen Problem wendet sich Prof. Dr. Jürgen Nitsch in seinem Beitrag "Werden Signale durch Tunnelstrecken wirklich mit Überlichtgeschwindigkeit übertragen?" zu. Der Elektrotechniker setzt sich mit der These seines Kölner Kollegen Prof. Dr. Günter Nimtz auseinander, der behauptet, daß Signale mit mehrfacher Lichtgeschwindigkeit übertragen werden können. "Man könnte dann nicht nur in die Vergangenheit signalisieren, also die kausale Chronologie umkehren, sondern müßte auch die Spezielle Relativitätstheorie, in der die Lichtgeschwindigkeit c als maximale Signalgeschwindigkeit auftritt, zum Teil neu überdenken", so Jürgen Nitsch. Er weist in seinem Beitrag nach, daß sich das sogenannte "Kölner Experiment" im Einklang mit klassischen Methoden interpretieren läßt und keine superluminalen Übertragungsgeschwindigkeiten auftreten.

Der Motorik des Sportlers unter Belastung widmet sich Prof. Dr. Peter Blaser. Er legt anhand von Beispielen dar, daß Bewegungsabläufe auf dem Zusammenspiel der Strukturen im Zentralnervensystem mit den Muskeln des Bewegungsapparates beruhen. Dieses Zusammenspiel ist für die Sicherung der Körperhaltung und Bewegung verantwortlich. Durch Üben bzw. Trainieren kann ein optimales Verhältnis zwischen beiden erreicht werden, so daß mit größerer Erfolgssicherheit Bewegungsziele realisierbar sind. Die vorgestellten Untersuchungsergebnisse lassen vermuten, wie in diesem Beitrag am Beispiel von Schwimmsportlern festgestellt wird, daß der Kraftaufwand bei Zusatzbelastungen konstant bleibt und die erhöhte Belastung mittels einer variablen Gestaltung der verwendeten Technik ausgeglichen wird.

Prof. Dr. Herbert Henning, Dr. Brigitte Leneke und Dr. Eva Schuster sehen im experimentellen Mathematikunterricht eine Form des "konstruktiven" Mathematiklernens, der durch praktisch-geistige Tätigkeiten mit konkreten Objekten aktive Erfahrungen gewinnen läßt. Unterstützt wird der Erkenntnisprozeß durch Einführung unterschiedlicher Methoden und Unterrichtsmittel. In diesem Beitrag verweisen die Autoren auch auf die TIMS-Studie, die den mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterricht in 41 Ländern der Erde vergleicht und bewertet.

Last but not least greift Prof. Dr. Eckehard Specht in seinem Beitrag "Die Beherrschung des Feuers als Schlüssel zur Entwicklung der Menschheit und die Auswirkung auf die Umwelt" eine die Menschheitsgeschichte revolutionierende Entdeckung auf, nämlich das Feuer, und weist anhand von Beispielen nach, daß die Auswirkungen der anthropogenen Energienutzung auf die Umwelt nicht erst ein "Sündenfall" der modernen Industriegesellschaft ist. Bereits ein Blick in die Historie zeigt, so der Verfahrenstechniker, daß es zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte gravierende spezifische Umweltprobleme durch die Nutzung des Feuers gab.

Das Magdeburger Wissenschaftsjournal ist über die Abteilung Publikationen und Öffentlichkeitsarbeit der Otto-von-Guericke-Universität, Tel. 0391/67 12277, oder Postfach 4120, 39016 Magdeburg, käuflich zu beziehen.


Waltraud Riess, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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